Endogasgeneratoren

Multi-Retorten-System spart Energie

Schutzgas-Generatoren zählen zum Standardinventar fast aller Härtereibetriebe. Die zugrunde liegende Technik allerdings hat seit rund 30 Jahren keine nennenswerten Fortschritte gemacht. Atmosphere Engineering (Distributor: Avion) hat jetzt Endogasgeneratoren mit mehreren, kleineren Retorten entwickelt, die sich schneller aufheizen und zudem leicht austauschen lassen.Kombiniert mit einer verbrauchsgesteuerten Mischeinrichtung wird so eine flexible Endogaserzeugung ohne teure Überproduktion ermöglicht.

Üblicherweise arbeiten Schutzgaserzeuger mit einer einzelnen, großen Retorte, in der sich Katalysatormaterial befindet, das die zur Spaltung erforderliche Reaktion von Luftsauerstoff und Erdgas anregt. Um den Prozess zu starten, muss man die Retorte nur aufheizen. Allerdings wird dafür viel Energie benötigt. Die sogenannte Reaction Core Technologie des Endo Flex verwendet daher stattdessen kleinere Retorten, die in Summe mehr Volumen bieten und insgesamt eine größere Katalysatoroberfläche für die Spaltung zur Verfügung stellen. Über eine im Zentrum der Reaktionskammer befindliche Heizung lassen sich diese deutlich schneller und sparsamer aufwärmen. Der Energieverbrauch sinkt dadurch um rund sieben Prozent.

Gleichzeitig reduziert diese Konstruktion die Lagerhaltungskosten und Stillstandszeiten während des Austauschs gesättigter oder verschlissener Elemente: Die betroffenen Retorten lassen sich dazu paarweise entnehmen und der Generator mit den verbliebenen in verringerter Kapazität weiter benutzen, bis die Ersatzteile vorliegen. Somit müssen keine teuren Retorten bevorratet werden. Der Wechsel selbst erfolgt unkompliziert durch Ziehen der Retorten bei geschlossenem Generatorgehäuse. Diese Flexibilität lässt sich bei schwankendem Gasbedarf sogar nutzen, um den Verschleiß und die Betriebskosten zu minimieren. Sinkt der Verbrauch, lassen sich einzelne Retorten wegschalten oder sogar ausbauen, so dass sie nicht unnötig abgenutzt werden.

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Herzstück der Endo Flex-Steuerung ist der integrierte Endo Injector, eine Gasmisch- und Kontrollanlage, die nun erstmals ab Werk in einem speziell darauf ausgelegten Generator verbaut ist. Über eine sensible Sensorik ermittelt diese jederzeit den aktuellen Druck und damit die erforderliche Endogasmenge für die Öfen und reguliert entsprechend die Gasproduktion. Bis auf 20 Prozent der Ausgangsleistung kann der Generator heruntergefahren werden, ohne einen Endogasüberschuss abfackeln zu müssen. Ein hochpräzises Taupunktmessgerät, das zum Schutz vor verfälschenden Umwelteinflüssen in einem gesonderten Schaltkasten untergebracht ist, prüft dabei zu jeder Zeit die Zusammensetzung des Schutzgases und ändert gegebenenfalls das Mischverhältnis. Zusätzlich erfasst ein separater CH4-Sensor den Anteil an nicht ausreagiertem Methan im Abgas. Ungewöhnlich große Mengen, die auf einen Defekt oder eine Sättigung der Katalysatoren hindeuten, können auf diese Weise frühzeitig erkannt werden, bevor sich die verschlechterte Gasqualität über fehlerhafte Werkstück-Chargen bemerkbar macht. Zusammen mit der Reduzierung der abgefackelten Überschüsse lassen sich dadurch auch die Schadstoff-Emissionen der Härterei insgesamt verringern.

Die Bedienung der Anlage erfolgt über ein großflächiges, farbiges Touchpanel, das alle relevanten Werte übersichtlich darstellt. Diese Daten werden zudem papierlos im internen Datalogger des Geräts minutengenau gespeichert. Falls gewünscht, lassen sie sich von dort einfach in andere Programme, etwa das betriebseigene Qualitätssicherungssystem, übertragen. Über das Touch-Feld können auch das zeit- sowie tagesabhängige Aufheizen und das automatische Ausbrennprogramm des Generators programmiert werden: Damit ist es unter anderem möglich, die Anlage z.B. am Wochenende selbsttätig ausbrennen zu lassen und vor Arbeitsbeginn wieder zu starten. Alle dazu nötigen Schritte erfolgen hierbei automatisiert. Dies verhindert nicht nur Betriebsunterbrechungen während der Arbeitszeit, sondern auch eine Energieverschwendung durch lange Standby-Phasen. jg

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