Arbeitssicherheit
Sicherheit fest eingebaut
Sicherheitskupplungen schützen weltweit in zahlreichen Anwendungen Maschinen und Anlagen im Schadensfall. Die Herstellervielfalt und das damit angebotene Produktportfolio ist allerdings enorm. Für den Konstrukteur und Entwickler stellt sich daher rasch die Frage, ob alle Sicherheitskupplungen die gleiche Qualität bieten. Die Praxis zeigt, dass – einmal verbaut – die Sicherheitskupplung im optimalen Fall niemals auslösen sollte. Tritt allerdings nach mehrjähriger Betriebszeit eine plötzliche Überlastsituation auf, muss die Kupplung perfekt arbeiten.
Eine solche Überlastsituation kann sowohl durch einen Maschinen bedingten Defekt als auch durch eine äußere Fremdeinwirkung auftreten. Wird die Maschine beispielsweise nicht ordnungsgemäß bedient und gewartet oder kommt es zum Störfall aufgrund von umliegenden Teilen, die in den Prozess eindringen, so muss die Kupplung unter allen Umständen einwandfrei funktionieren. Vor allem vor dem Hintergrund der Fremdeinwirkung spielt die Kupplung für den Arbeitsschutz eine wesentliche Rolle.
Funktion garantieren
Für das Unternehmen R+W Antriebselemente war das Anlass genug, als – eigenen Angaben zur Folge – erster und einziger Kupplungshersteller mit dem TÜV-Süd eine Zertifizierung durchzuführen und seine Sicherheitskupplungen mit dem GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) auszeichnen zu lassen.
Das Ziel der dabei absolvierten Testreihen war es, sowohl Konstrukteuren und Entwicklern als auch den Endkunden eine hohes Maß an Sicherheit zu garantieren. Die Zertifizierung mit dem Erhalt des GS-Zeichens wurde daher für die gesamte Produktreihe der Sicherheitskupplungen durchgeführt. Funktionssysteme wie beispielsweise winkelsynchrone Wiedereinsrastung oder freischaltende Ausführung wurden ebenso geprüft wie Kupplungen für den direkten und indirekten Antriebsstrang.
Punkte auf dem Prüfplan für das GS-Zeichen waren primär funktions- und sicherheitsrelevante Kriterien. Das berührte beispielsweise folgende Fragen: Rastet die Kupplung nach mehrmaligem Gebrauch immer noch zuverlässig aus? Ist das Ausrückmoment der Kupplung nach wiederholter Benutzung immer noch in einem vertretbarem Toleranzbereich? Ist die Handhabung und Einstellung der Kupplung bedienungsfreundlich? Kann die Kupplung auch bei einem Ausfall der elektronischen Überwachung eine Zeit lang betrieben werden, ohne das sich die technischen Eigenschaften verschlechtern? Und: Ist die Kupplung so gebaut, dass unter allen erdenklichen Umständen (Arbeitsschutz) die Kupplung An- und Abtriebsseite sicher und zuverlässig trennt?
Damit diese Kriterien geprüft werden konnten, wurden die Sicherheitskupplungen des Herstellers in zwei Gruppen aufgeteilt: Die automatisch wiedereinrastenden Ausführungen einerseits und die freischaltende Versionen andererseits. Die Testreihen ergaben, dass ausnahmslos alle Kupplungen die geforderten Kriterien bestanden. Die Wiedereinrastgenauigkeit der Kupplungen liegt selbst nach mehr als 8000 Ausrastungen in einem Toleranzbereich von ± 5 Prozent. Die mögliche Lebensdauer und die Wartungsintervalle der Anlage können somit nahezu vernachlässigt werden. Freischaltende Kupplungen die beispielsweise im Prüfstandsbau eingesetzt werden, haben ja nach Applikation eine aktive Trennung von An- und Abtriebsseite von weit mehr als 65 Stunden. Die Eigenerwärmung, die bei herkömmlichen Kupplungen durch die Rückstellkräfte konstruktionsbedingt auftreten, können laut R+W bei den Sicherheitskupplungen vernachlässigt werden. Tobias Wolf, R+W Antriebselemente/ms









