Arbeitssicherheit
Kleine Flammen schnell erstickt
Welcher Feuerlöscher eignet sich für den Einsatz an elektrischen Anlagen? Oder was unterscheidet einen Feuerlöscher PD von einem Feuerlöscher PSP? Gut, wenn man sich solche Fragen früh genug stellt – und nicht erst, wenn die Flammen züngeln. Zur ersten Orientierung haben wir die wichtigsten Aspekte für die Auswahl des richtigen Feuerlöschgeräts für Sie zusammengetragen.
Prinzipiell ist zu beachten, dass jeder Feuerlöscher in eine Brandklasse eingestuft ist. Dazu anschließend mehr. Dann sollte Ihr Feuerlöscher immer ausreichend Löschmittel enthalten. Nicht knausrig sein, denn im Ernstfall müssen Sie ein wiederholtes Aufflammen des Brandes nachhaltig bekämpfen können. Nicht dass Ihnen die Puste vorzeitig ausgeht! Ebenso wichtig ist, dass sich möglichst viel Löschmittel möglichst schnell ausbringen lässt. Denn die Löschleistung muss sich gegen das Ausbreitungstempo der Flammen behaupten. Die sogenannte „optimale Löschwirksamkeit“ mobiler Feuerlöscher ist durch die Mindestanforderungen der DIN EN 3 festgelegt.
Die richtige Klasse
Das wichtigste Auswahlkriterium für Feuerlöscher ist ihre Einteilung in fünf Brandklassen. Diese Zuordnung gibt an, mit welcher Sorte Flammen es ein Feuerlöscher aufnehmen kann. Geräte der Brandklasse A eignen sich für brennbare und glutbildende Feststoffe wie etwa Holz, Papier, Textilien, Kohle oder Kunststoffe. Die Brandklasse B hingegen zeigt an, dass der Feuerlöscher für die Auseinandersetzung mit brennbaren flüssigen Stoffen wie Benzin oder Benzol sowie Ölen, Fetten, Lacken, Teer und Farben ausgelegt ist. Feuerlöscher der Brandklasse C kommen für gasförmige brennbare Stoffe in Frage, und Geräte der Brandklasse D für brennbare Metalle wie Aluminium, Lithium, Natrium oder Kalium. Außerdem gibt es noch die Brandklasse F für die Bekämpfung von Bränden von Speisefett oder Speiseöl.
Allein diese Einteilung deutet bereits an, welche Feuerlöscher-Typen für welche Branchen und Betriebsbereiche die engere Wahl sind. Den Brandklassen zuordnen lassen sich auch die vier gängigsten Löschmittel: Wasser für Brandklasse A, Schaum für die Brandklassen AB, Pulver für ABC, BC oder D und Kohlendioxid für die Brandklasse B. Die Wahl des passenden Löschmittels ist von entscheidender Bedeutung, da ja auch die brennbaren Stoffe sehr verschieden sind und sich im Brandfall unterschiedlich verhalten. Ein universell verwendbares Löschmittel gibt es (leider) nicht.
Analog zu Löschmitteln und Brandklassen-Zuordnung unterscheidet man zwischen Wasser-, Schaum-, Pulver- und Kohlendioxid-Feuerlöschgeräten. Wasserlöscher nutzen Wasser als Löschmittel, dem Frostschutz- und Netzmittel zugesetzt werden können. Die löschende Wirkung basiert auf dem raschen Abkühlen der brennenden Stoffe. Schaumlöscher hingegen erzeugen einen Löschschaum. Das geschieht durch Verschäumen eines Wasser-Schaummittel-Mix mit Luft. Feuerlöscher dieser Bauart werden vor allem bei Flüssigkeitsbränden eingesetzt, um brennende Oberflächen abzudecken. Dabei wird der Erstickungs- und Kühleffekt des Schaums genutzt. Bei Pulverlöschern wird ABC-, BC- oder D-Löschpulver oder auch Glutbrandpulver als Löschmittel verwendet. Zu beachten ist, dass sich diese Löschgeräte sehr schnell entleeren. Und: Durch den Pulverstrahl kann es zum Aufwirbeln leichter Stoffe kommen, was ein Ausbreiten des Brandes fördern kann. Schließlich gibt es noch die Kohlendioxidlöscher, die bisweilen auch als Kohlensäurelöscher angeboten werden. Hier dient Kohlendioxid als Löschmittel. Es kühlt den brennenden Stoff ab und verhindert den Luftzutritt. Problematisch hier: Da Kohlendioxid bekanntlich schwerer als Luft ist, kann es beim Einsatz in tief liegenden Räumen zu einer Verdrängung der Raumluft und so zur Erstickungsgefahr für die Löschmannschaft kommen.
Alle genannten Typen von Feuerlöschern sowie allerhand nützliches Zubehör (Wandhalterung, Hinweisschilder etc.) finden sich im Programm von Kroschke, einem Großanbieter von Sicherheitsausrüstungen. „Die Leistung aller Feuerlöscher wird einerseits durch die Größe des Löschmittelbehälters, andererseits durch die Art des Löschmittels bestimmt. Es gibt aber auch bei Feuerlöschern solche, die eine besonders hohe und solche, die eine weit geringere Funktionssicherheit haben. Dies drückt sich auch im Anschaffungspreis aus“, heißt es von dort.
Hinsichtlich der Funktion unterscheidet man zwischen Auflade-, Dauerdruck- und CO2-Löschern. Aufladelöscher gelten als qualitativ hochwertig. Hier werden Löschmittel und Treibgas (Kohlendioxid) getrennt voneinander gehalten und der Pulver gefüllte Löschmittelbehälter steht nicht ständig unter Druck. Das Treibgas wird in einer separaten, dickwandigen Flasche aufbewahrt. Erst kurz vor Inbetriebnahme wird die Treibmittelflasche über die Auslösearmatur (Sicherung entfernen, Knopf einschlagen) geöffnet. Die abzudichtende Fläche der Treibmittelflasche und damit das Risiko der Undichtigkeit ist gering. Die Wartung macht kaum Arbeit. Technisch einfacher, dafür aber preisgünstiger sind Dauerdrucklöscher. Bei diesen Geräten befinden sich Löschmittel (Schaum, Pulver) und Druckgas (Stickstoff) in einem Behälter, der permanent unter Druck steht. Da die abzudichtende Fläche relativ groß ist, kann bei mangelhafter Wartung ein schleichender Druckverlust und damit ein mögliches Versagen im Brandfall nicht ausgeschlossen werden. Die Wartung dieses Löschers ist daher aufwändiger als bei den Aufladelöschern. Der Bundesverband Technischer Brandschutz (BVFA) zählt als dritten Funktionstyp die CO2-Löscher auf. Diese Feuerlöscher verwenden Kohlendioxid als Löschmittel und stehen ebenfalls unter Dauerdruck. Sie kommen aber ohne Treibmittel oder Druckaufbau-Mechanismus aus.
Gefährliche „Löschhilfen“
Übrigens: Der BVFA warnt eindringlich vor dem Gebrauch von Aerosol-Löschspraydosen! Diese sogenannten „Löschhilfen“ erfüllen meist nicht die Mindestanforderungen der DIN EN 3 und können mit ihrer geringen Ausbringungsrate an Löschmittel einen Brand nicht wirklich eindämmen. „Dies führt zu einer unzumutbaren Selbstgefährdung des Benutzers“, so der Verband. In seinem Auftrag wurden verschiedene Löschtest durchgeführt, deren Ergebnisse „aus Sicht der anwesenden Fachleute erschreckend“ ausfielen. Die Spraydosen verursachten Explosionen, der im Ernstfall zu großem Sachschaden geführt hätten.
Zu guter Letzt sind wir Ihnen noch die Antworten auf unsere eingangs gestellten Fragen schuldig: Zum Einsatz an elektrischen Anlagen eignen sich Kohlendioxid-Löscher. Und der Feuerlöscher PD ist ein Dauerdrucklöscher, während PSP für Aufladelöscher steht. Diese Kürzel haben allerdings keine allgemeine Gültigkeit, sondern werden von den Herstellern vergeben.Michael Stöcker









