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Artikel und Hintergründe zum Thema

Ziehl Abegg gibt sich unzufrieden

Ventilatoren-Hersteller spürt wirtschaftliche Unsicherheiten

„Der Umsatz ist im ersten Halbjahr um zehn Prozent gewachsen“, sagt Peter Fenkl, der Vorstandsvorsitzende von Ziehl-Abegg. Die Freude ist beim Ventilatoren- und Motorenhersteller dennoch verhalten.

Mitarbeiter Andrej Gaplahatov bei Ziehl-Abegg mit EC-Ventilator. (Foto: Ziehl-Abegg)

Denn politische und wirtschaftliche Unsicherheiten sind in allen Märkten zu spüren. „Daher setzen wir umso mehr auf neue Produkte und verstärken den Kontakt zum Kunden“, sagt Fenkl. Als Beispiel nennt der Vorstandschef die Gründung einer Vertriebsgesellschaft im Mittleren Osten.

Auch in Deutschland hat Ziehl-Abegg um zehn Prozent wachsen können. Allerdings haben die Auslandsgesellschaften des Hohenloher Unternehmens in umliegenden Ländern zum Teil doppelt so hohe Umsatzzuwächse erzielen können. „Wir spüren als Zulieferer, dass unsere Kunden Fertigungen in Europa außerhalb von Deutschland aufbauen oder verlagern“, erklärt Fenkl. Auch der Mittlere Osten gewinnt für Ziehl-Abegg immer mehr an Bedeutung. Daher ist Ziehl-Abegg seit Frühjahr in Dubai (VAE) mit einer Verkaufsgesellschaft vertreten. Geschäftsführer ist der Brite David Miller, ein Ingenieur mit mehrjähriger Erfahrung auf dem Gebiet von Heizungs-, Kühlungs- und Klimatisierungstechnik in dieser Region. „Dadurch sind wir auch in Nordafrika noch ein Stück näher an unsere Kunden gerückt“, unterstreicht Fenkl.

Wie politische Unsicherheit direkt auf die Wirtschaft wirkt, belegt der leichte Umsatzrückgang in Großbritannien. Der Verfall des Englischen Pfund macht sich zudem negativ in den Büchern auf der Ergebnisseite bemerkbar. Ebenfalls schwierig ist der Markt Russland. Dennoch hat Ziehl-Abegg Russland im ersten Halbjahr 2016 den Umsatz zweistellig steigern können. Allerdings ist noch immer nicht das Niveau von vor den Sanktionen erreicht. Ziehl-Abegg setzt ebenso auf den Standort Deutschland. Im Herbst wird dort der Neubau eines Produktionswerks für energiesparende EC-Motoren beginnen. Der Neubau ist verkehrsgünstig direkt an der Ost-West-Achse Europas, der Autobahn A6, gelegen. Auf dem 230.000 Quadratmeter großen Werksgelände „ZA Kupferzell“ betreibt Ziehl-Abegg bereits seit 2002 eine Fertigung für Radialventilatoren und seit 2014 eine Fertigung für Aufzugsantriebe und Spezialmotoren; dort entstehen auch elektrische Radnabenantriebe für Stadtbusse. Zwischen diesen beiden Gebäuden wird nun der Neubau platziert.

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Die Steigerung des Umsatz im ersten Halbjahr 2016 auf 239 Millionen Euro (Vorjahr: 218) ging einher mit einem Aufstocken des Personals: Zur Jahresmitte arbeiten 3.500 Menschen bei Ziehl-Abegg. bw

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