Schaeffler-Hauptversammlung

Andreas Mühlbauer,

Jahr voller Unsicherheiten

Die Hauptversammlung von Schaeffler, die in diesem Jahr erneut virtuell durchgeführt wurde, stimmte für die Zahlung einer Dividende in Höhe von 25 Cent je Vorzugsaktie.

Klaus Rosenfeld, Vorstandsvorsitzender der Schaeffler AG. © Schaeffler

Das entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 50 Prozent bezogen auf das den Anteilseignern zuzurechnende Konzernergebnis vor Sondereffekten und liegt damit am oberen Ende der angestrebten Bandbreite von 30 bis 50 Prozent.

„Das vergangene Jahr war von großen Unsicherheiten geprägt, die bis heute anhalten. Unsere Aufstellung als weltweit agierender Automobil- und Industriezulieferer hat sich in den schwierigen Zeiten bewährt und uns geholfen, die Krise zu bewältigen. Wir zahlen eine Dividende von 25 Cent und setzen damit unsere Dividendenpolitik konsequent fort. Das ist auch ein positives Signal an unsere Aktionäre“, sagte Klaus Rosenfeld, der Vorstandsvorsitzende von Schaeffler.

Guter Start in das Geschäftsjahr 2021

Mit Blick auf die Geschäftsentwicklung in den ersten Monaten des Jahres sagte Rosenfeld, dass die Schaeffler-Gruppe bei weiterhin herausfordernden Bedingungen gut in das Jahr 2021 gestartet ist. Er verwies auf die vorläufigen Eckdaten für das erste Quartal 2021, die Schaeffler am 19. April veröffentlicht hat. Dieser Schritt war notwendig geworden, weil die Eckdaten deutlich über Vorjahr und den bisherigen eigenen Erwartungen lagen.

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Der Umsatz der Schaeffler-Gruppe lag im ersten Quartal mit 3.560 Millionen Euro währungsbereinigt 11,2 Prozent über Vorjahr (Vorjahr angepasst: 3.281 Millionen Euro) und zeigte damit eine deutliche Erholung. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten erreichte im ersten Quartal 11,3 Prozent (Vorjahr angepasst: 6,5 Prozent). Der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten betrug im ersten Quartal 130 Millionen Euro . Ein wesentlicher Grund dafür ist die besser als erwartete Umsatzdynamik im ersten Quartal, insbesondere in China. Bei der Ergebnisentwicklung zeigt sich zudem, dass die im letzten Jahr eingeleiteten Kostenanpassungen weiterhin Wirkung zeigen.

Erfolge in der E-Mobilität bei Automotive Technologies

Besonders erfreulich sind die Erfolge in der E-Mobilität. 2020 verzeichnete Schaeffler Auftragseingänge in Höhe von 2,7 Milliarden Euro in dem Unternehmensbereich E-Mobilität, was deutlich über dem ursprünglich geplanten Ziel von 1,5 bis 2 Milliarden Euro lag. Die Zahl der Projekte lag 30 Prozent über dem Vorjahr. Und sie steigt auch in diesem Jahr weiter. Mit der Ausweitung von Elektrifizierungslösungen auf den Bereich der Nutzfahrzeuge leistet Schaeffler einen weiteren wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klima- und Nachhaltigkeitsziele.

Neben dem kontinuierlichen Ausbau des Kerngeschäftes mit Lagern und Lineartechnik bietet die zunehmende Automatisierung in den industriellen Prozessen ausgeprägte Wachstumspotenziale für Schaeffler. Mit einem modularen Portfolio aus innovativen Lagerungen, Robotergetrieben und Antriebsmotoren zeigt die Sparte Industrial ihre Kompetenz in der Leichtbaurobotik. Diese Systemkomponenten entscheiden mit über die Leistungsfähigkeit kompakter Roboter und haben das Potential für Entwicklungssprünge.

Verhandlungen zum Arbeitsplatzabbau weitgehend abgeschlossen

Das im September 2020 angekündigte Maßnahmenpaket zur Beschleunigung der Transformation der Schaeffler Gruppe kommt gut voran. Von den strukturellen Maßnahmen sind im Wesentlichen zwölf Standorte in Deutschland betroffen. Die Maßnahmen sollen bis Ende 2022 weitgehend umgesetzt werden. Nach intensiven und konstruktiven Verhandlungen konnten mittlerweile an neun von zwölf Standorten Interessensausgleiche abgeschlossen werden. Damit ist Schaeffler in der Lage, den überwiegenden Teil der Maßnahmen umzusetzen.

Für die Standorte Wuppertal, Clausthal-Zellerfeld und Luckenwalde laufen die Verhandlungen noch. Wegen der geplanten Maßnahmen, wie Verlagerung, mögliche Verkäufe und Schließung, wird noch mehr Zeit gebraucht, um Lösungen zu finden. Die Gespräche verlaufen konstruktiv.

Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter sind sich einig, den Abbau von Arbeitsplätzen möglichst sozialverträglich über Regelungen zur Altersteilzeit, interne Versetzungen und Aufhebungsverträge zu erreichen. Mit Hilfe dieser Maßnahmen und über das Freiwilligenprogramm, das von November 2020 bis Ende März 2021 lief, konnte bereits die Hälfte des insgesamt geplanten Personalabbaus umgesetzt werden.

Roadmap 2025

Ende des vergangenen Jahres hat die Schaeffler-Gruppe ihre Roadmap 2025 vorgestellt, die eine aktualisierte Unternehmensstrategie, ein Umsetzungsprogramm sowie die Mittelfristziele bis 2025 umfasst. Die Roadmap 2025 steht für Kontinuität und Ausbau der unternehmenseigenen Stärken aber auch für Optimierung und Weiterentwicklung im Hinblick auf neue Technologien und Geschäftsmodelle sowie Kosten und Effizienz.

Zugleich bringt der neue Unternehmensclaim „We pioneer motion“ den Anspruch zum Ausdruck, als diversifizierter Automobil- und Industriezulieferer mit globaler Reichweite auch in Zukunft Bewegung und Fortschritt zu gestalten. Dabei sollen in Zukunft noch stärker Synergiepotentiale innerhalb der Schaeffler Gruppe genutzt werden. „Mit der Roadmap 2025 haben wir unsere Strategie geschärft und auf die aktuellen Herausforderungen und die sich bietenden Chancen ausgerichtet. Wir werden unsere Roadmap 2025 mit aller Konsequenz umsetzen und so die Schaeffler Gruppe noch stärker machen“, sagt Rosenfeld.

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