Antriebstechnik
Spice ohne Girls
Zeitgemäße Entwicklungsprozesse basieren längst auf dem Einsatz computergestützter Werkzeuge zur Schaltungs- und Systemsimulation sowie zur Fertigungssteuerung. Hauptziel ist die Kostenreduzierung durch Senkung der Entwicklungszeit. Der Wunsch nach einer durchgängigen PC-Entwicklungsunterstützung von der Idee bis zum Produkt war schon vor 20 Jahren Vater des Gedankens aller Entwickler – und blieb bis heute ein Traum. Beschränkung man sich allerdings auf die Schaltungssimulation, bietet sich besonders Spice an – das „Simulation Program With Integrated Circuit Emphasis“. Der Einsatz eines Simulators erfordert neben dem Grundwissen zu Möglichkeiten und Grenzen der Simulation auch fundierte Kenntnisse zur Schaltungsbeschreibung über hardwarenahe und -ferne Modelle, zur Schaltungsstimulation sowie zur Simulationsauswertung.
Das Ostbayerische Technologie-Transfer-Institut (OTTI) fördert als gemeinnütziger Verein die Wirtschaft durch Wissenstransfer. Sein umfangreiches Dienstleistungsprogramm – Tagungen, Seminare, Beratung und Inhouse-Training – ist das Ergebnis der langjährigen Zusammenarbeit mit den Unternehmen der Region. Seit 2004 führt der OTTI-Bereich Technik das Fachforum „Spice – Einführung in die Schaltungssimulation“ durch. Die Redaktion handling hatte Gelegenheit, hieran teilzunehmen.
Spice ist ein digitales Simulationsprogramm für das Verhalten elektronischer Schaltungen. Hiermit lassen sich elektronische Bauteile in einer Schaltung testen. Zahlreiche Hersteller stellen ganze Bauteilbibliotheken mit Modellen bereit. Durch Simulation ist es möglich, die charakteristischen Eigenschaften der Bauteile zu variieren. Zusätzlich lässt sich das Verhalten ganzer Funktionsblöcke durch mathematische Gleichungen beschreiben. Simulation ermöglicht den Funktionstest einer eingegebenen Schaltung, um beispielsweise die Antwort auf verschiedene Eingangssignale zu erhalten sowie die grafische Darstellung der Messwerte.
Den größten Teil des Seminars bestritten Prof. Dr.-Ing. Dieter Anke (FH Regensburg) und Prof. Dr.-Ing. Dr. techn. Laszlo Palotas (FH Wiesbaden), ergänzt durch Gastreferenten. Ich erlebte sie als sehr kompetente Referenten und möchte auch nicht vergessen, das ordentliche Begleitmaterial zum Seminar positiv zu erwähnen. Neben den Vorträgen lebt die Veranstaltung natürlich durch die Simulationsübungen in Zweiergruppen am PC. Die Teilnehmer dieses Seminars waren mehrheitlich in der Hard- und Softwareentwicklung von Automobilzulieferern und Elektronikfirmen tätig.
Gunthart Mau








