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Artikel und Hintergründe zum Thema

Hybridantrieb

Erstes Binnenschiff mit Diesel- und Torquemotor

Auch die Fluss-Schifffahrt setzt auf Elektromobilität. Neben einem klassischen Dieselmotor, arbeiten im Binnenschiff MS Goblin Elektromotoren und Steuerungen des Antriebsspezialisten Baumüller.

Anfang Juli 2013 wurde die MS Goblin, das erste Binnenschiff mit zwei Schrauben und serienmäßig hybrider Antriebstechnik, offiziell getauft. Möglich wurde dieses fortschrittliche Projekt durch die erfolgreiche Zusammenarbeit von vier Unternehmen: Auftraggeber Vranken Beheer ließ das Schiff von der Schiffswerft Boost in Trier bauen, das Technische Installatiebureau Ochies B.V. und Koedood Dieselservice B.V., beide niedergelassen in den Niederlanden, waren verantwortlich für den Entwurf und die komplette Installation der Technik. Koedood Dieselservice vollendete den Bau und lieferte die Mitsubishi Schiffsdieselmotoren. Die Firma Baumüller Benelux B.V., ansässig in Breda in den Niederlanden, stattete das Boot unter Verwendung von Baumüller-Torquemotoren und -Steuerungen mit der hybriden Antriebstechnik aus.

Auf dem 135 Meter langen, 11,45 Meter breiten und 1.100 Tonnen schweren Binnenschiff MS Goblin wird Trockenladung, zum Beispiel Mais, Sand, Kohle und Kiesel transportiert. Das Schiff wird eine feste Route auf dem Rhein zwischen Krefeld, Mannheim und Karlsruhe fahren und kann bei einer Ladung von 3.550 Tonnen Kohle eine Geschwindigkeit von bis zu 22 km/h erreichen.

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Jeder der zwei installierten Baumüller High-Torque-Motoren DST2 der Baugröße 400, die jeweils 9100 Nm/285 kW Leistung erbringen, treibt eine Schraubachse an. Durch die Möglichkeit, diese Motoren in Kombination mit dem Mitsubishi Dieselmotor einzusetzen, der 634 kW erbringt, stehen dem Kapitän vier verschiedene Fahrmodi zur Verfügung: elektrisch, elektrisch mit Dieselunterstützung, Diesel mit elektrischer Unterstützung und reine Dieselfahrt. Diese verschiedenen Fahrmodi werden über eine SPS angesteuert. Die präzise Ansteuerung sorgt für die Synchronisation von Diesel- und Torquemotor und für das rechtzeitige Starten des Dieselgenerators. Daneben überwacht die SPS das System hinsichtlich Motortemperatur, Kühlwasser, Strom und Drehmoment. Diese Informationen werden an den Maschinenraum und auch an die Brücke durchgegeben. Mit dem Baumüller Antriebssystem konnte der Kraftstoffverbrauch um rund zehn Prozent gesenkt werden. jg

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