Antriebstechnik
Messen direkt auf der Werkzeugmaschine
Viele Unternehmen in der Fertigungsindustrie, die große Bauteile zwischen zwei Bearbeitungsschritten prüfen wollen, waren bislang auf den langwierigen Gang zur stationären Koordinaten-Messmaschine (KMM) angewiesen. Aufwändige Maßnahmen zum Rüsten und Einrichten – sowohl der KMM als auch anschließend wieder der Werkzeugmaschine – kosteten nicht nur Zeit und Geld. Sie unterbrachen auch die Produktionskette, da um der Wirtschaftlichkeit willen während des Messvorgangs ein anderer Bearbeitungsauftrag auf der Fräsmaschine abgewickelt werden musste.
Der CAD/CAM-Entwickler Delcam demonstrierte auf der Messe Control 2005, wie sich diese unproduktiven Prozesse umgehen lassen. Die Lösung heißt: Messen direkt auf der Werkzeugmaschine. Mit der OMV-Version der Prüfsoftware Power-Inspect und einem beliebigen Messtaster wird jede Werkzeugmaschine zur Mess-Station. Dadurch wird laut Anbieter der schnelle und einfache Vergleich von Werkzeugen und Musterbauteilen gegen CAD-Daten sowie die Erstellung eindeutiger und umfassender Prüfberichte ermöglicht. Alle an der Produktentwicklung beteiligten Mitarbeiter können diese Berichte verstehen und nicht nur ausgewiesene Prüfspezialisten.
Den größten Nutzen bietet das System Unternehmen, die selbst über keine Prüfeinrichtungen verfügen. Die meisten modernen Werkzeugmaschinen sind mit Mess-Funktionen ausgestattet, die das Einrichten vor der Bearbeitung unterstützen, oder können nachträglich damit ausgerüstet werden. Mit der beschriebenen Software lässt sich nun dasselbe Equipment gegen einen kleinen Aufpreis für die Prüfung einsetzen. Die Offline-Programmierung kompletter Prüfsequenzen hat zur Folge, dass die Bearbeitungsprozesse kaum unterbrochen werden müssen. Auch für Unternehmen mit bereits vorhandener Prüfausrüstung kann sich der Einsatz rechnen. Denn betrachtet man den gesamten Fertigungsprozess, zeigt sich ein beträchtliches Potenzial zur Verkürzung der Lieferzeiten.sg








