Exklusiv-Interview zur Formnext

Trumpf steigt bei 3D-Druck wieder ein

2006 stellte Trumpf die Produktion von 3D-Druckern – damals noch Laser-Sinter-Verfahren genannt - ein. Letztes Jahr gründete der Ditzinger Maschinenbauer ein Joint-Venture für 3D-Drucker in Italien. Zur Formnext stellt Trumpf nun sein neues Produkt- und Technologie-Portfolio zur additiven Fertigung vor. Dr.-Ing. Christian Schmitz, Geschäftsführer Trumpf Laser, erläutert SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz die Gründe für das wieder aufgeflammte Engagement.

Dr.-Ing. Christian Schmitz, Geschäftsführer der TRUMPF Laser GmbH

SCOPE: Herr Dr. Schmitz, warum steigt TRUMPF jetzt in den Markt der 3-D-Drucker ein?
Christian Schmitz:
Die Technologien der additiven Fertigung – Laser Metal Fusion (LMF) und Laser Metal Deposition (LMD) – sind für uns kein neues Feld. Wir haben im Bereich LMD, also dem Generieren aus der Düse beim Laserauftragschweißen, seit über 15 Jahren Erfahrung. 2006 hatten wir uns lediglich aus dem Bereich LMF, dem Generieren im Pulverbett, zurückgezogen – aber nur zwischenzeitlich. Wir waren etwas zu früh dran mit unserer Maschine, die Nachfrage auf dem Markt war noch nicht so groß. Das hat sich heute geändert, unsere Kunden fragen verstärkt 3-D-Drucker für die Serienfertigung von Metallteilen bei uns an. Deswegen gehen wir auf der Formnext mit einem rundum erneuerten Produkt-Portfolio für die additive Fertigung an den Start.

SCOPE: Wie genau sieht Ihr neues Portfolio aus?

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Christian Schmitz: Wir werden in Frankfurt neue Maschinen und Anlagen sowohl für den 3-D-Druck als auch für das Laserauftragschweißen vorstellen. Damit haben wir beide Technologien für die additive Fertigung von Metallteilen – LMF und LMD – unter einem Dach. Wir können unseren Kunden je nach Branche und Applikation die für ihre Anforderung am besten geeignete Lösung bieten. Und sie erhalten das komplette System aus einer Hand: Maschine, Laserstrahlquelle, Pulver, Strahlführung, Software und natürlich unser langjähriges Applikations-Know-How.

SCOPE: Brauchen Sie wirklich beide Technologien? Kann man nicht jeden Anwendungsfall mit einem leistungsstarken 3-D-Drucker abdecken?

Christian Schmitz: Beide Fertigungsverfahren haben ihre Daseinsberechtigung, sie ergänzen sich ausgesprochen gut. Wenn es beispielsweise darum geht, geometrisch komplexe und sehr filigrane Teile zu generieren, dann ist ein 3-D-Drucker mit LMF-Technologie die richtige Wahl. Oder denken Sie auch an Gitterstrukturen für den Leichtbau. Gewichtsreduktion ist ein großes Thema bei den Automobilherstellern – hier kann LMF punkten. Wenn es allerdings um Hybrid-Anwendungen geht, etwa um an bestehenden Grundkörpern definierte Strukturen und Volumina aufzutragen, dann spielt die LMD-Technik ihre Stärken aus. Hierbei lassen sich verschiedene Materialien zu sogenannten Sandwich-Strukturen kombinieren. Ein weiterer Vorteil des Laserauftragschweißens ist die vergleichsweise hohe Prozessgeschwindigkeit.

SCOPE: Sind die neuen 3-D-Drucker im Joint Venture mit dem italienischen Lasersystemhersteller Sisma entstanden?

Christian Schmitz: Die Maschinen sind mit Know-How aus der gemeinsamen Unternehmung entstanden. Beide Seiten bringen ihr Wissen konstruktiv und gewinnbringend ein, es gibt eine gemeinsame Entwicklung im Joint Venture und parallel in Deutschland und Italien. Unsere Firmenkulturen ergänzen sich wunderbar. Sisma kennt sich mit den Edelmetallthemen sehr gut aus, wir decken den Industriebereich ab und bringen zudem unsere Faserlaser mit. Das ist eine tolle Symbiose.

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