FDM-Technologie

Andreas Mühlbauer,

Schnelle Durchlaufzeiten für kundenspezifische Bauteile

Continental stellt die Produktion für die Automobilindustrie mit additiver FDM-Technologie von Stratasys und hochspezialisierten Materialien um.

Continental bietet eine breite Produktpalette für Pkw, Nutzfahrzeuge und Zweiräder an. Dabei spielt additive Fertigung eine wichtige Rolle. © Continental

Continental bietet ein breites Lösungsportfolio, darunter die Produktion von Automobilteilen, Konnektivität, automatisiertes Fahren und Mobilitätsdienstleistungen über den Geschäftsbereich Continental Engineering Services (CES). Kosteneffektivität und Schnelligkeit sind der Schlüssel zu seinem Produktionserfolg, und das hat das Unternehmen auf den Einsatz der additiven Fertigung gebracht.

Das Unternehmen verfügt über ein eigenes Additive Design and Manufacturing (ADaM) Competence Center. Sowohl interne als auch externe Kunden erhalten hier verschiedenste additiv gefertigte Muster, mechanische Bauteile und Lösungen für Serienfertigungen mit Baugruppen aus Metall oder Plastik. Das ADaM Competence Center beherbergt einen industrietauglichen, FDM-basierten Stratasys Fortus-450mc-3D-Drucker. Dieser stellt Endbauteile, Prototypen und vor allem Werkzeuge und Vorrichtungen für firmeneigene Produktionsmaschinen her.

Individuelle Bauteile aus modernen Materialien

Entscheidend für die Produktionskapazitäten des Unternehmens sind verschiedene spezialisierte additive Fertigungsmaterialien, mit denen das Team individuelle Lösungen für die Fertigungslinie herstellen kann – beispielsweise Ultem 9085 Resin und das ESD-konforme ABS-ESD7 von Stratasys.

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Stefan Kammann, Head of Samples and Mechanical Solutions, Continental Engineering Services, vor dem Fortus 450mc 3D-Drucker im ADaM Competence Center mit einer 3D-gedruckten, ESD-konformen Klebevorrichtung. © Continental

„In unserem Competence Center wählen wir sorgfältig hochleistungsfähige, additive Fertigungstechnologien aus, damit wir möglichst viele Anwendungsmöglichkeiten haben”, erläutert Stefan Kammann, Head of Samples and Mechanical Solutions, Continental Engineering Services. „Der Fortus 450mc ist eine großartige Ergänzung zu unserem Portfolio, weil wir dadurch Zugang zu hochspezialisierten Materialien erhalten, mit denen wir die Anforderungen anspruchsvoller Produktionsanwendungen in unserem Werk erfüllen können. Er ist unser einziger 3D-Drucker, der in kürzester Zeit ESD-konforme Produktionsteile herstellen kann.”

Bei der Herstellung von Automobilteilen und -lösungen für Kunden arbeitet Continental Engineering Services mit einer Vielzahl von elektronischen Bauteilen und Komponenten in der Fertigung. Antistatische Eigenschaften sind daher für alle Maschinenteile, die mit elektronischen Komponenten in Kontakt kommen, von größter Bedeutung. Es verhindert statische Entladungen, die Produkte beschädigen, ihre Leistung beeinträchtigen oder sogar zu einer Explosion oder einem Brand führen können. Für die vielen Werkzeuge und Vorrichtungen, die bei Continental im eigenen Haus hergestellt werden, erfüllt das Material ABS-ESD7 die notwendigen Normen für elektrostatische Entladung beim Umgang mit empfindlichen elektronischen Bauteilen und bietet gleichzeitig Haltbarkeit und Stabilität.

Eine dieser Anwendungen sind Autoanzeigen. „Die Klebevorrichtung für die Autoanzeige können wir per 3D-Druck aus dem Material ABS-ESD7 von Stratasys fertigen. So verfügen wir über eine schnelle, sichere und ESD-konforme, betriebsinterne Lösung, die individuell angepasst werden kann”, sagt Kammann. „Dies gewährleistet nicht nur eine kontinuierlich schnelle Produktion, sondern zeigt auch, wie wir nach der besten Technologie suchen, um die Fertigungsprobleme zu lösen, mit denen wir konfrontiert werden.”

Für Continental ist die Produktionsgeschwindigkeit des Fortus 450mc ein wertvoller Zugewinn, um den Prozess zu beschleunigen und eine kontinuierliche Automobilproduktion zu gewährleisten. Werkzeuge und Bauteile lassen sich bei Bedarf innerhalb weniger Stunden produzieren – das Team kann Druckaufträge so einstellen, dass sie über Nacht ausgeführt werden und die fertigen Bautele am nächsten Morgen verfügbar sind. Auf diese Weise kann Continental flexibler produzieren, vor allem bei Ersatzteilen.

„Mit dem Fortus 450mc sind wir in der Lage, schnell Ersatzproduktionswerkzeuge und -bauteile aus Hochleistungsthermoplasten herzustellen, welche die gleiche Leistung erbringen, die wir von einem traditionell hergestellten Äquivalent erwarten würden", sagt Kammann. „Wichtig ist, dass dadurch langwierige Fertigungszeiten im Zusammenhang mit traditionell hergestellten Werkzeugen vermieden und kostspielige Maschinenausfallzeiten, die mit dem Warten auf Ersatzteile verbunden sind, umgangen werden. Stattdessen können wir eine kontinuierliche Produktion sicherstellen und haben geringe oder gar keine Maschinenausfallzeiten.”

Yann Rageul, Head of Manufacturing Business Unit, EMEA und Asien bei Stratasys hierzu: „Die aktuelle globale Konjunkturlage ist weiterhin problematisch. Additive Fertigung spielt eine Schlüsselrolle bei der dringend erforderlichen Leistungsfähigkeit des Produktentwicklungsprozesses von Unternehmen. Inzwischen sind immer mehr Materialien verfügbar. Hersteller können hierdurch die hohen Anforderungen anspruchsvoller herkömmlicher Produktionsanwendungen erfüllen und den Prozess um weitere Anpassungsvorteile ergänzen. Es ist schön zu sehen, dass Unternehmen wie Continental additive Fertigung in ihrem Betrieb nutzen, um Produktionsprobleme zu überwinden und dabei sicherstellen, dass für Kunden die Servicequalität bestehen bleibt. Aus strategischer Sicht ist dies für unsere Kunden und die meisten Unternehmen im Moment unerlässlich.”

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