Interview mit Torsten Woyke

„Auf den Arm genommen“

Smart Robotics wirbt mit kurzen Amortisationszeiten für seine Collaboration Robots. SCOPE hat Geschäftsführer Torsten Woyke zu den ROI-Zeiten, der Partnerschaft mit Greiferhersteller Gimatic und den Trends in der kollaborativen Robotik befragt.

Torsten Woyke

SCOPE: Was ist das Besondere an Ihrer Robotik?

Torsten Woyke: Erlaubt es der Einsatzfall und geht von den Greifern keine zusätzliche Gefahr aus, können unsere Roboter auch umhausungsfrei arbeiten. Mit einer durchschnittlichen Dauer von nur 195 Tagen bieten wir die kürzesten Amortisierungszeiten in der Branche. Unsere Roboterarme lassen sich typischerweise innerhalb einer Stunde einstellen und sind dann sofort betriebsfertig. Dank der Berührungsbildschirme und Programmierungsmethoden lassen sich die Geräte innerhalb von Minuten programmieren. So können die Roboterarme so oft wie nötig im Betrieb versetzt und entsprechend umprogrammiert werden. Viele unserer kollaborierenden Roboterarme arbeiten ohne teure Absperrungen nach der Risikoanalyse.

SCOPE: Wofür und warum setzen Sie dabei Gimatic-Greifer ein?

Woyke: Als Lieferant von Robotern benötigen wir immer wieder Greiftechnik verschiedenster Art. Die Elektrogreifer von Gimatic eignen sich hervorragend für viele unserer Anwendungsfälle. Die geringe, aber dennoch ausreichende Greifkraft kann keine Verletzungen am Werker verursachen. Das niedrige Gewicht verringert die Belastung des Roboter-Arms und die elektrische Schnittstelle hilft dem Kunden auch noch Kosten zu reduzieren. Dank der eigenen Integration von Gimatic müssen wir uns zudem um die Anbringung des Greifers keine Gedanken machen, da wir den passenden Adapter gleich mitgeliefert bekommen.

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SCOPE: Welcher Einsatzfall hat Sie besonders begeistert?

Woyke: Ich erinnere mich an eine Anwendung der Komet Group, weltweit tätiger Systemanbieter für Präzisionswerkzeuge. Gimatic hatte unsere Roboter für eine Anwendung empfohlen, bei der die Schleifkanten eines Präzisionsbohrers automatisiert gebürstet werden. Der zu fertigende Bohrer hat drei Schneiden, die in verschiedenen Schneidwinkeln ausgeführt sind. Unser Roboterarm entnimmt die Rohteile aus einer Kassette, wo sie in Reihe und Glied aufgestellt sind, und führt diese den Bürsten zu. Dabei müssen die Schneidkanten mit ihrem jeweiligen Schneidwinkel zum Roboter ausgerichtet werden. Der Greifer muss den Bohrer sauber halten und ihn ganz sanft zuführen, damit – falls mal ein Finger des Werkers dazwischengerät – dieser nicht verletzt wird. Das zuverlässige Halten und das „einfühlsame“ Zuführen kann mit der innovativen Greiftechnik zuverlässig umgesetzt werden.

SCOPE: Wohin geht der Trend in der Mensch-Maschine-Kooperation?

Woyke: Maschinen beziehungsweise Roboter sollen noch flexibler und mobiler werden, damit auch neue Branchen wie beispielsweise das Handwerk erschlossen werden können. In der Industrie dient das der Weiterentwicklung der Intralogistik. Dazu bieten wir schon heute autonome Transportsysteme an, die sich ohne GPS oder externe Markierungen im Raum bewegen können und sich per Handy oder Tablet programmieren und steuern lassen.

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