Zerspanen
Gebündelte Wertschöpfung
Der Rohrhersteller Peasa mit Sitz in Zaragossa gehört zu dem spanischen Unternehmen Perfiles Aragón, das wiederum Teil des weltweit tätigen Stahl- und Metalldistributeurs Klöckner & Co ist. Zum Produktportfolio gehören unter anderem Stahlrohre, die – in bestimmten Längen beziehungsweise Maßen – hauptsächlich an Stahlhändler und Gerüstbauer geliefert werden. Jährlich verarbeitet der Rohrproduzent 60 Tonnen Stahl. Das Ablängen der Stahlrohre führt Peasa ausschließlich in Vier- und Sechskantbündeln durch und nutzt dafür die Kaltenbach-Bandsäge KBS 1301 H. In der Basisversion handelt es sich hierbei um eine halbautomatische Geradschnitt-Bandsäge mit Zu- und Abfuhrtransportsystem. Sie ist auf die speziellen Anforderungen bei der Bearbeitung von Stahlbauprofilen zugeschnitten und ermöglicht das Sägen von Rundrohren, Profilen und Doppel-T-Trägern mit einer Vorschubgeschwindigkeit von bis zu 300 Millimeter pro Minute. Bereits vor rund vier Jahren integrierte Peasa in seinem Werk eine Säge dieses Typs, um damit Stahlrohre im Bündel zu sägen. Die zweite Sägemaschine dieser Art wurde im September 2007 in Betrieb genommen. „Die Auslegung der neuen Bandsäge ist optimal auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten. Zentrale Projektbedingung war der Einsatz zusätzlicher Bündelspannelemente, damit sich die Stahlrohre beim Sägen im Bündel nicht verdrehen. Basierend auf der ersten beim Kunden integrierten KBS 1301 H wurde die Maschine deshalb vollständig neu konzipiert. Peasa ist nun in der Lage, Stahlrohrbündel präzise und schnell zu sägen und das Material just in time an seine Kunden zu liefern“, erläutert Geschäftsführer Valentin Kaltenbach die Vorteile, die sich aus der Integration der neuen Bearbeitungslösung ergeben.
Automatische Bündelausrichtung
Die vom Anwender produzierten Stahlrohre haben eine Ausgangslänge von bis zu 12 Meter. Sie werden nach der Herstellung gebündelt und im Anschluss zum Ablängen zur neuen Geradschnitt-Bandsäge transportiert. Peasa bearbeitet Sechskantbündel mit einer Minimalgröße von 200 x 150 Millimeter und maximal 750 x 650 Millimeter, wobei die einzelnen Rohre einen Durchmesser von 18 bis 127 Millimeter aufweisen. Im Bereich Vierkantbündel ist es möglich, Material mit einer Größe von maximal 750 x 650 Millimeter zu bearbeiten. An der Bandsäge angekommen, werden die mit einem Band umreiften Bündel vollautomatisch mit Hilfe von horizontalen, sich selbst zentrierenden Spann- beziehungsweise Anschlagvorrichtungen in die richtige Position geschoben, ausgerichtet und mindestens an zwei Stellen gespannt. Durch das Sägen im Bündel kann der Rohrhersteller seine Bearbeitungsprozesse beschleunigen und darüber hinaus auf diese Weise seine Wertschöpfung erheblich steigern.
Etwa alle zwei bis drei Stunden wird die spanische Stahlrohrproduktion umgestellt und Stückzahlen sowie Materialabmessungen verändert. Parallel dazu müssen – und das war unter anderem die Herausforderung – auch die Einstellungen an der KBS 1301 H angepasst werden. Um eine durchgehend schnelle und vor allem flexible Materialbearbeitung zu gewährleisten, fanden die Lörracher eine überzeugende Lösung: So erfassten die Experten bereits im Vorfeld der Einbindung der neuen Sägemaschine, die Abmessungen für sämtliche zu bearbeitenden Bündelmaße und hinterlegten diese in der integrierten Bedienersoftware Proficut.
Die Entscheidung für die Kaltenbach-Lösung fiel den Projektverantwortlichen von Peasa leicht. Schließlich war der Sägenspezialist aus Lörrach als einziges Unternehmen in der Lage, dem Kunden eine individuelle und über den Standard hinausgehende Sägemaschine anzubieten. Auch weil sich dieser mit der neuen Bearbeitungslösung von Anfang an stark an den Kundenwünschen orientierte, wurde er von allen Mitarbeitern sehr gut angenommen. Heute arbeiten jeweils vier Mitarbeiter im Dreischicht-Betrieb an der neuen Bandsäge. Aufgrund der hohen Auslastung und der erheblichen Durchsatzsteigerung, die durch die deutsche Bearbeitungslösung erzielt wird, geht der spanische Rohrhersteller davon aus, dass sich die Neuanschaffung bereits in kürzester Zeit amortisieren wird. Cindy Lenz-Geiß








