Bearbeitungszentrum

Mannlos zum Werkstück

Das Unternehmen Rohde & Schwarz steht seit 80 Jahren für Präzision auf allen Feldern der drahtlosen Kommunikationstechnologie. Mit seiner strategischen Ausrichtung auf die vier Standbeine Messtechnik, Rundfunk, Sichere Kommunikation sowie Funküberwachungs- und -ortungstechnik adressiert das Unternehmen verschiedene Marktsegmente. Im Jahr 2010 automatisierte das Unternehmen seine Frästeilefertigung mit dem Ziel, die Mannlos-Zeiten zu erhöhen. Neu im Maschinenpark: automatisierte Bearbeitungszentren von Hermle.

Im Grunde genommen geht es bei den von Rohde & Schwarz entwickelten Produkten und Lösungen immer um elektronische Mess- und Kommunikationstechnik, und die mechanische Fertigung gehört nicht unbedingt zum Kerngeschäft, oder doch? Der Leiter der Abteilung CNC-Fräsen vertikal, Andreas Bauer, umschreibt die speziellen Anforderungen im Bereich der Blech- und der spanenden Bearbeitung und damit auch seiner Abteilung wie folgt: „Wir sind in drei sogenannten Technologiecentern, in denen etwa 350 Fachkräfte arbeiten, organisiert. Zum Equipment zählen u.a. 65 CNC-gesteuerte Dreh- und Fräsmaschinen zum Teil mit Automation. Wir arbeiten im Schichtbetrieb und fertigen vor allem Einzelteile und kleinere Serien bis 300 Stück.“ Der Anteil Dreh-/Fräsbearbeitung liege bei circa 30/70, wovon etwa 80% der Produktionsleistungen den Eigenbedarf und 20% externe Auftragsfertigung betreffen, erklärt er weiter. „Grundsätzlich müssen wir in jeder Hinsicht konkurrenzfähig sein, weshalb wir in Bezug auf Produktivität, Qualität und Lieferflexibilität genauso gefordert sind, wie ein am Markt agierendes Zulieferunternehmen. Im Bereich Fräsen vertikal, der aktuell 38 Mitarbeiter umfasst, hat dies zur Folge, dass wir konsequent auf Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit setzen müssen, was in der Praxis weitgehend automatisierte 5-Achsen-/5-Seiten-Komplett-/ Simultanbearbeitung bedeutet.“

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Um diesen Anforderungen auf Dauer gerecht zu werden, wurde im Jahr 2010 ein Rationalisierungsprojekt „automatisierte (weitgehend mannlose) Teilefertigung“ gestartet, für das man einen entsprechend versierten Partner suchte. Waren in der Frästeile-Fertigung bei R & S im Werk Teisnach bis dato acht verschiedene Hersteller von CNC-Werkzeugmaschinen vertreten, so änderte sich dies nach der Evaluationsphase für die Beschaffung hochautomatisierter 5-Achsen-Bearbeitungszentren zugunsten der System- und Komplettlösungs-Kompetenz von der Maschinenfabrik Berthold Hermle auf neun Lieferanten.

Dazu der erfahrene Praktiker Andreas Bauer: „Unserem erklärten Ziel, die Mannlos-Zeiten deutlich und nachdrücklich zu erhöhen, entsprachen die Hermle-Konzepte in vollem Umfang. Perfekten Präsentationen folgten absolut zufriedenstellende Leistungsnachweise und in Workshops definierten wir Ausstattungsumfänge und Schnittstellen. Dabei erwies sich als großer Vorteil, dass wir Komplettsysteme aus einer Hand erhielten, nämlich bestehend im einen Fall aus zwei 5-Achsen-CNC-Hochleistungs-Bearbeitungszentren vom Typ C 30 U und gekoppelt mit einem Roboter-/und Werkstück-Magazinsystem RS 2 sowie im anderen Fall ein 5-Achsen-CNC-Hochleistungs-Bearbeitungszentrum C 42 U mit integriertem 3-fach Palettenwechselsystem.“ Die Frage, warum nacheinander zwei verschiedene Systeme mit unterschiedlichen Basismaschinen geordert wurden, lässt sich dahingehend beantworten, dass auf den mit dem Robotersystem RS verbundenen BAZ`s C 30 U hochflexibel sowohl kleinere als auch mittlere Werkstücke bearbeitet werden können, während die Kombination aus größerem BAZ C 42 U/P mit dem 3-fach Palettenwechsler die Bearbeitung mehrerer kleiner bis mittlerer sowie auch deutlich größerer Werkstücke erlaubt. Damit ist zum einen trotz hohem Automatisierungsgrad eine sehr hohe Anwendungs- und Nutzungs-Flexibilität gegeben. Zum anderen können auf dem mit größerem Arbeitsbereich versehenen C 42 U/P eben auch große eigene oder für Kunden zu bearbeitende Integral-Bauteile 5-achsig-/5-seitig komplett oder simultan bearbeitet werden, was je nach Lauf- und Bearbeitungszeit vorzugsweise in den mannlosen Schichten geschehen kann. Außerdem ergab sich so der gewünschte Kapazitätszuwachs hinsichtlich der von eigenen wie von den Kunden geforderten Zerspanungs- und Lieferleistungen in 5-Achsen-Technologie.

Wie intensiv sich die Abteilung Fräsen vertikal mit dem komplexen Thema „Automatisierung“ befasste, wird auch daran deutlich, dass in der Evaluationsphase alle denkbaren Handling- und Beschickungssysteme in Erwägung gezogen wurden, bevor man sich bei Rohde & Schwarz im Werk Teisnach ganz pragmatisch zunächst für die (nach Bedarf ausbaubare) Fertigungsanlage mit anfangs einem und später zwei BAZ`s C 30 U plus Roboter- und Werkstückmagazinsystem RS2 und als nächstes für ein BAZ C 42 U/P mit 3-fach Palettenwechsler entschied.

Außerdem entschied man sich zur Bestückung des BAZ C 42 U für die Eigenentwicklung speziell angepasster Werkstückpaletten auf Basis des Standard-Nullpunksystems von Hermle, um hochflexibel, schnell und ohne zeitaufwändiges Rüsten bzw. Einrichten verschiedenste Werkstücke einzeln oder in Mehrfachspannung bis zu 5-achsig bearbeiten zu können. ee

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