VDMA Ost
Konjunktur im ostdeutsche Maschinenbau stabilisiert sich
Der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau konnte den Abwärtstrend stoppen. Auch die Auftragslage stabilisiert sich. Die Stimmung ist gut.
„Wir haben weiterhin eine Auftragsflaute, von einer pauschalen Branchenkrise kann aber keine Rede sein. Vielmehr hat sich die Konjunktur trotz des schwierigen Marktumfeldes nicht weiter eingetrübt“, fasst Oliver Köhn, Geschäftsführer des VDMA Ost, die Lage im ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbau zusammen. Zum Jahresende 2019 hatte sich die Konjunktur dort stabilisiert. Noch im Herbst hatte die abflauende Kundennachfrage Spuren in der Auftragslage hinterlassen, doch das vierte Quartal stoppte den Abwärtstrend.
Leichte Entspannung sorgt für positive Grundstimmung
Der VDMA-Landesverband Ost befragte seine rund 350 Mitglieder nach der Stimmung. Demnach beurteilen fast zwei Drittel der ostdeutschen Maschinenbaubetriebe ihre aktuelle Gesamtsituation positiv. Etwa die Hälfte der Maschinenbauer registrierte gegen Jahresende weniger Aufträge als drei Monate zuvor.
Hiervon betroffen waren zu gleichen Teilen Firmen mit einer positiven und negativen Geschäftssituation. „Wir müssen hierbei unbedingt berücksichtigen, dass ein mehrjähriges Wachstum mit einer überdurchschnittlichen Auftragslage hinter uns liegt. Allein diese Normalisierung führt zu weniger Aufträgen“, erläutert Köhn.
Trotzdem konnten Unternehmen ihre Produktionskapazitäten im Vergleich zum Vorquartal wieder besser auslasten; der durchschnittliche Auslastungsgrad stieg um 1 Prozent auf 86 Prozent. Das Auftragspolster indes blieb nahezu unverändert und reicht im Durchschnitt bis Mitte Mai 2020.
Positive Aussichten
Die globalen politischen Krisen und Handelsstreitigkeiten, die zyklisch rückläufige Weltkonjunktur und der Technologiewandel in Automobilindustrie und Energiesektor sorgen zwar weiterhin für schwierige Rahmenbedingungen, dennoch sind die ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbauer guter Stimmung. 14,5 Prozent bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als sehr gut, 48,2 Prozent als „eher gut“, 37,4 Prozent als „eher schlecht“. Bis März 2020 erwartet etwa ein Fünftel der Betriebe bessere Geschäftschancen, 6 Prozent mehr als bisher. Mehr als die Hälfte aller Unternehmen sieht gleichbleibenden Geschäften entgegen.
„Die politischen Entwicklungen können wir nicht beeinflussen. Auch kann sich kaum ein Unternehmen dem schwierigen Umfeld komplett entziehen. Daher stimmt es optimistisch, dass die ostdeutschen Maschinenbauer ihre Investitionszurückhaltung aufgegeben haben. Gerade mit Blick auf alternative Antriebsstränge und Klimaschutz ist es jetzt wichtig, in neue Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen zu investieren“, betont Landesverbandsgeschäftsführer Köhn. Derzeit seien die strukturellen Veränderungen schmerzhaft, auf Dauer eröffne der Technologiewandel aber vielfältige Chancen.
Kurzarbeit kaum verbreitet
Auch das Thema Kurzarbeit spielte gegen Jahresende eine eher untergeordnete Rolle. Der abflauenden Auftragslage begegneten die Unternehmen mit dem Abbau von Überstunden und Urlaubskonten der Mitarbeiter.
Bis Mitte 2020 planen rund ein Viertel der Firmen neue Mitarbeiter einzustellen. Weiter 54 Prozent möchten die Beschäftigtenzahlen beibehalten. Problem ist aber weiterhin der Fachkräftemangel: Viele Unternehmen konnten offene Stellen für Ingenieure und Facharbeiter nicht besetzen. Allerdings sank der Anteil seit Anfang 2018 um 20 Prozentpunkte auf nunmehr 62 Prozent.












