Brikettierpresse

Spänehandling perfekt gelöst

Um die bei der Produktion anfallenden Alu-Späne zu kompakten Briketts zu pressen, setzt Alcutec eine Brikettieranlage von Ruf ein. Durch das Brikettieren wird das Volumen der Späne deutlich reduziert und anhaftendes Kühlschmiermittel (KSS) ausgepresst. In dieser Form sind die Produktionsabfälle deutlich leichter zu handhaben und erzielen beim Verkauf höhere Erlöse als lose Aluminiumspäne.

Für David Kubis, Auftragsbearbeitung und Einkauf bei Alcutec, stellt die Brikettieranlage von Ruf letztlich eine rundum gelungene Lösung dar: "Unser Handling- und Platzproblem ist damit perfekt gelöst. Und in der kompakten Brikettform - weitgehend von der Kühlschmierstoffemulsion befreit - bringen die Aluminiumabfälle zudem einen höheren Erlös beim Weiterverkauf."

Anspruchsvolle und hochpräzise Aluminiumteile in mittleren Losgrößen fräsen - in diesem Geschäftsfeld hat sich Alcutec bei seinen Kunden einen guten Namen gemacht. Seit dem Start vor 25 Jahren konnte das Unternehmen erheblich expandieren. Zu Beginn arbeiteten die beiden Firmengründer allein mit einer Teilzeitkraft, heute erzielt das Unternehmen in Königsbrunn bei Augsburg mit 15 Mitarbeitern rund zwei Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Im Firmennamen Alcutec spiegelt sich noch das ursprüngliche Geschäft wider: die Verarbeitung von Aluminium (Al) und Kupfer (Cu). Seit langem konzentriert sich das schwäbische Unternehmen aber allein auf das Leichtmetall.

Mit den steigenden Ansprüchen an Teilequalität, -komplexität und zunehmenden Stückzahlen, wuchs auch der Maschinenpark. So fertigt das Königsbrunner Unternehmen inzwischen auf acht 3-, 4- und 5-Achs-Bearbeitungszentren. Um die geforderte Präzision zu gewährleisten, kommen zudem eine CNC-gesteuerte und eine handgesteuerte Koordinatenmessmaschine zum Einsatz, mit denen Teile mikrometergenau vermessen werden können. Die Maßhaltigkeit wird selbstverständlich bei jedem neuen Teil zum Start der Produktion kontrolliert. Aber, so betont David Kubis, Auftragsbearbeitung/Einkauf bei Alcutec, "bei besonders anspruchsvollen Teilen messen wir auch fertigungsbegleitend, um bei Abweichungen sofort korrigierend eingreifen zu können." Denn schon die in den eingekauften Aluminiumblöcken vorhandenen Spannungen können das Fräsergebnis so verändern, dass während des Fertigungsablaufs nachjustiert werden muss.

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Produktivitätssprung durch neue Fertigungszentren

Um in Deutschland wettbewerbsfähig zu sein, arbeitet Alcutec kontinuierlich daran, die Produktivität zu steigern. Ein Meilenstein in dieser Hinsicht stellte die Anschaffung von zwei horizontalen 4-Achs-CNC-Fertigungszentren dar, die mit einem 24-fach-Palettensystem verkettet sind. Nicht zuletzt dank der damit verbundenen Automation können die Mitarbeiter nun mit zwei Schichten den Betrieb fast rund um die Uhr aufrechterhalten. Die Spätschicht rüstet die Anlagen so auf, dass sie die Nacht über weiterlaufen können. Enorme Effizienzgewinne habe zuletzt auch die Einführung einer elektronischen Werkzeugverwaltung gebracht, berichtet David Kubis. Dank der Transparenz über alle vorhandenen und auch die schon gerüsteten Werkzeuge lassen sich sowohl Arbeitszeit sparen als auch Werkzeugkosten reduzieren.

Um die hohe Effizienz und Qualität des Fräsens voll ausschöpfen zu können, sind ebenso optimale Prozessabläufe notwendig. Diese wurden früher regelmäßig durch viele Fässer voller Aluminiumabfälle gestört. "Die leichten und voluminösen Späne bereiteten uns riesige Platzprobleme in der Halle. Eine Lagerung auf dem Hof war aus verschiedenen Gründen ebenfalls nicht möglich", berichtet Kubis und ergänzt: "Dabei sprechen wir von erheblichen Mengen. Abhängig von der Geometrie der gefertigten Teile fällt bei uns durchschnittlich ein Container pro Woche an."

Lose Späne störten die Fertigungsabläufe beträchtlich

Die Handhabung dieser Menge an Spänen störte die Abläufe der spanenden Fertigung beträchtlich. Für Alcutec-Geschäftsführer Jochen Schwarz ein Zustand, den er unbedingt ändern wollte. Da er stets offen für neue Ideen und Lösungen ist, nimmt er gelegentlich an Treffen mit verantwortlichen Führungskräften anderer Fertigungsbetriebe teil. Bei einem solchen Erfahrungsaustausch in einem der Betriebe entdeckte Herr Schwarz eine moderne Brikettieranlage von Ruf. Sofort war ihm klar, dass auch Alcutec diese Technik nutzen würde. Weil die RUF-Maschine bei seinem Unternehmer-Kollegen stets zuverlässig ihren Dienst tat, war auch die Entscheidung für den Hersteller aus Zaisertshofen schnell gefallen.

Nach fundierten Beratungsgesprächen mit Ruf-Vertriebsberater Andreas Jessberger wurde im Jahr 2010 die Brikettiermaschine vom Typ RUF 4/1700/60x40 gekauft. Eine Entscheidung, die sich innerhalb kürzester Zeit als goldrichtig herausgestellt hatte, denn das Spänehandling vereinfachte sich schlagartig. Ein Mitarbeiter hebt mithilfe eines Hubwagens einen vollen Kippbehälter mit Aluminiumspänen über den großen Vorratstrichter der Anlage und schüttet den Inhalt hinein. Die weiteren Schritte laufen automatisch ab: Ein Sensor registriert, dass sich Späne im Trichter befinden und startet die Presse. Ist der Trichter befüllt, läuft die Anlage, bis die Späne komplett verarbeitet sind.

Mit einem spezifischen Pressdruck von 1700 kg/cm² komprimiert der 4 kW starke Motor dabei die Aluminiumspäne und erzeugt Briketts im Format 60x40 mm. Diese Aluminiumbriketts werden automatisch in einen bereitstehenden Sammelbehälter gefördert. Sind alle Späne verpresst, stoppt die Anlage automatisch. Die Dichte der Briketts liegt bei 2,0 bis 2,1 g/cm3 und das Schüttvolumen sinkt durch die Brikettierung drastisch: Liegen typische Werte für lose Aluminiumspäne bei etwa bei 0,15-0,2 kg/l so werden mit den Briketts 1,4-1,5 kg/l erreicht. Die maximale Durchsatzleistung des Brikettiersystems liegt bei 100 kg/Std.

Briketts erzielen höhere Erlöse als Späne

Neben dem einfachen Handling freut sich Alcutec noch über weitere Vorteile, die den Verkaufswert der Produktionsabfälle erhöhen: Während des Brikettierens werden die Aluminiumspäne fast komplett von den noch anhaftenden Kühlschmierstoffen befreit. Teilweise tropft bereits in den Sammelbehältern an jedem Fräszentrum Emulsion ab und wird aufgefangen. Der größte Teil wird allerdings erst in der Brikettieranlage herausgepresst und in einer Auffangwanne gesammelt. Von dort pumpt eine in der Wanne integrierte Absaugpumpe es zur späteren Entsorgung in bereitstehende Fässer.

"Unser Handling- und Platzproblem ist damit perfekt gelöst", resümiert Einkäufer Kubis. In der kompakten Brikettform und weitgehend von Kühlschmierstoffen befreit bringen die Aluminiumabfälle für Alcutec zudem einen höheren Erlös beim Weiterverkauf.

 Die Alcutec GmbH...

...ist als Lohnfertiger spezialisiert auf das Fräsen komplexer Aluminiumteile für die Serienfertigung mit hoher und konstanter Qualität. Der Sitz des Unternehmens ist in Königsbrunn, nur wenige Kilometer südlich von Augsburg. Die Fokussierung auf komplexe Teile bringt es mit sich, dass die Experten des Fertigungsbetriebs ihre Kunden oft auch bei der Entwicklung der Teile beraten, wenn es darum geht, Funktion und Produzierbarkeit unter einen Hut zu bringen. Neben der Fräsbearbeitung übernimmt Alcutec auch die Montage von Baugruppen und liefert die Teile auf Wunsch mit Oberflächenbeschichtung. Dank der Produktion rund um die Uhr und der Bauteil-Konstruktion an den eigenen CAD-CAM-Arbeitsplätzen ergeben sich kurze Durchlaufzeiten. Die Produkte von Alcutec kommen in verschiedensten Branchen zum Einsatz: Schwerpunkte liegen im Maschinen- und Anlagenbau, in der Messtechnik sowie in der Bestückungsautomation. kf

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