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Artikel und Hintergründe zum Thema

Rückblick auf die EMO Hannover 2025

Melanie Steinbeck,

Über Trends, Innovationen und nachhaltige Fertigung in der Metallbearbeitung

Die EMO Hannover 2025 zeigte eindrucksvoll, wie Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit die industrielle Fertigung prägen. Smarte, vernetzte Systeme ermöglichen nicht nur effizientere Prozesse, sondern auch höchste Präzision und ressourcenschonende Produktion – zentrale Themen angesichts steigender Anforderungen und Fachkräftemangel. Die Messe verdeutlichte, dass die Produktion der Zukunft nicht nur schneller, sondern auch flexibler, sicherer und nachhaltiger sein muss.

© VDW

Aussteller und Produkte

Mit rund 1.600 internationalen Ausstellern aus 45 Ländern präsentierte sich die EMO Hannover 2025 als wichtiger Treffpunkt der Produktionstechnologie.

Auf der Messe zeigten Unternehmen wie DMG Mori, United Machining Solutions, Grob, Okuma, Mazak, Röders, Schaeffler, Balluff und Beckhoff ihre neuesten Technologien. Gezeigt wurden smarte Werkzeugmaschinen, automatisierte Roboterlösungen, additive Fertigungsverfahren sowie KI-gestützte Ansätze zur Prozessoptimierung.

Additive Fertigung für Serienprozesse

Die additive Fertigung stand klar im Fokus, insbesondere für Bauteile, die mit konventionellen Verfahren schwer herstellbar sind.

3D-Siebdruckplattform für die Serienproduktion von Mikrofiltern

Die Exentis Group aus der Schweiz zeigte ihre 3D-Siebdruckplattform für die Serienproduktion von Mikrofiltern. Die Technologie erlaubt präzise Bauteile aus Metallen, technischen Keramiken oder Polymeren, die beispielsweise in Dieselmotoren zur Abgasreinigung eingesetzt werden. Im Vergleich zu klassischen Metallgeweben bieten diese Filter eine höhere Stabilität, präzise Wandstärken von nur 75 µm und Oberflächen mit Ra = 2 µm. Die Fertigung ist vollständig automatisiert, Schicht für Schicht aufgebaut, und zeigt, wie additive Fertigung in industriellem Maßstab eingesetzt werden kann.

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Neue Generation von Metall-3D-Druckern auf Basis der Laser Powder Bed Fusion (LPBF)

Auch DN Solutions aus Südkorea präsentierte ihre neue Generation von Metall-3D-Druckern auf Basis der Laser Powder Bed Fusion (LPBF). Besonderheit: Sie kombinieren Maschine, Software und Materialmanagement zu einer Plattform, die den gesamten Produktionsprozess optimiert, von der Auswahl geeigneter Bauteile über die Prozesssimulation bis zur Reduzierung von Stützstrukturen und Nachbearbeitung.

Effiziente Zerspanung und Werkzeuglösungen

Zerspanungswerkzeuge bleiben ein zentraler Baustein für prozesssichere Fertigung. Auf der EMO präsentierten zahlreiche Hersteller praxisnahe Lösungen, die Produktivität, Präzision und Automatisierung vereinen.

Vollhartmetallfräser für automatisierte Fertigungsumgebungen

Mapal (Deutschland) stellte die neue Generation des Vollhartmetallfräsers OptiMill-Uni-HPC vor, optimiert für automatisierte Fertigungsumgebungen. Der Fräser kombiniert verschleißfesten Schneidstoff, Spanbrecheroptionen und spezielle Beschichtungen – ideal für Stahl, Edelstahl und Gusswerkstoffe. Ergänzt werden die Werkzeuge durch Prozesslösungen, die die Integration in automatisierte Produktionslinien erleichtern.

Stechsysteme für höhere Schnitttiefen und Systeme für multidirektionales Drehen

Paul Horn zeigte neue Stechsysteme, darunter das S234 für tiefe Schnitte bis 64 mm Durchmesser, und das DA65-Frässystem mit größeren Wendeschneidplatten für höhere Schnitttiefen.

Iscar präsentierte das Quickturn- und Quickpenta-System, das multidirektionales Drehen ermöglicht und dank gezielter Kühlung die Spankontrolle verbessert.

Besonders interessant ist das Projekt FairTools, in dem Fräser additiv mit Hartmetall beschichtet werden. Ziel ist es, Kobalt und Wolfram durch nachhaltigere Materialien zu ersetzen, ohne die Leistung zu beeinträchtigen. Durch gezielte Wärmebehandlungen und Oberflächenanalysen werden Standzeiten verlängert und Ressourcen effizienter genutzt.

Werkzeugmaschinen, Spanntechnik und Automation

Neuerungen bei Werkzeugmaschinen und Spanntechnik stehen im Zeichen der Automatisierung.

Wassermann Technologie (Deutschland) präsentierte das modulare Speichersystem Tool-L für bis zu 5.000 Werkzeuge. Mit Roboterintegration und verfahrbaren Wänden lässt sich das System direkt an Maschinen oder zentral einsetzen, was die Automatisierung erleichtert.

Anca (Australien) zeigte, wie hochpräzises Schleifen durch Sensorik, KI und intelligente Steuerung kombiniert werden kann. Highlights waren die Maschinen MicroX Ultra für Mikro-Werkzeuge ab 0,03 mm Durchmesser sowie die MX7 Ultra für Wendeschneidplatten. Die Plattform AIMS Connect verbindet Jobverwaltung, Bedienerführung und Bestandsmaschinen, schafft Transparenz und reduziert manuelle Eingriffe.

Index (Deutschland) stellte das High Dynamic Turning 2.0 vor, ein Drehsystem, das dynamisch den Werkzeugwinkel anpasst. Auf Dreh-Fräszentren können so komplexe Konturen ohne Werkzeugwechsel bearbeitet werden, was Prozesssicherheit und Flexibilität erhöht.

Schunk, Römheld und Rego-Fix zeigten intelligente Spannsysteme, die elektrische Signale, Sensorik und KI nutzen. Sie ermöglichen verspannungsfreies Spannen, Echtzeitüberwachung und automatisierte Spannzyklen, was Durchlaufzeiten verkürzt und Fertigungsqualität sichert.

Mess- und Prüftechnik

Qualitätssicherung ist in automatisierten Prozessen unverzichtbar.

Renishaw stellte das Equator-X 500 Messsystem vor, das Absolut- und Vergleichsmessung in einem Gerät kombiniert. Es bietet hohe Geschwindigkeit, präzise Messungen direkt an der Maschine und einfache Bedienung über Software.

Zoller integrierte KI in die Werkzeugmessung: Verschleißmuster werden erkannt, analysiert und bewertet. Ergänzend ermöglicht die micBox automatisiertes Wenden und Tauschen von Wendeschneidplatten – ein Schritt Richtung autonome Fertigung.

Johs. Boss zeigte vollautomatisierte Systeme zur Gewindeprüfung, die Lehrenhaltigkeit, Gewindetiefe und Gängigkeit in einem kompakten System kombinieren. Ideal für den Einsatz direkt an Maschinen oder zentral in der Qualitätssicherung.

Vernetzung, Digitalisierung und KI

Die Messe verdeutlichte, dass moderne Fertigung zunehmend auf intelligente Systeme setzt.

In der AI + Digitalization Area konnten Besucher den praktischen Einsatz von KI und Digitalisierung erleben. Der KI-gestützte Chatbot Emil hilft bei der Orientierung auf der Messe und zeigt praxisnahe Anwendungen in der Metallbearbeitung.

Siemens und Heller präsentierten KI-basierte Assistenzsysteme, die Wartung, Fehlerdiagnose und Programmierung unterstützen. Siemens zeigte zudem den Machine Tool Robot (MTR), der Robotertechnik und Werkzeugmaschine kombiniert, um Präzision und Flexibilität zu erhöhen.

Auch in der Werkzeugherstellung wird KI genutzt: Profin Progressive Finish optimiert Kantenpräparationen durch Berechnung der optimalen Prozessstellgrößen, sowohl für Schleifmaschinen als auch separate Bearbeitung.

Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft

Nachhaltigkeit ist kein Randthema mehr – sie ist integraler Bestandteil moderner Fertigung.

Ceratizit recycelt Hartmetall, liefert Carbon Footprints und strebt klimaneutrale Produktion in Scope 1 und 2 an. Über 99 % des Hartmetalls in der S-Cut Serie stammen bereits aus Recycling.

Igus zeigte das ready-chain-eco-rack, ein leichtes Transportgestell für Energieketten, das CO₂-Emissionen und Transportvolumen reduziert.

Chiron plant bis 2028 eine Reduzierung von Scope-3-Emissionen um 25 % und setzt auf grünen Strom sowie PV-Anlagen.

Startups und Nachwuchsförderung

Die Startup-Area bot Einblicke in neue Ideen für die Fertigung.

Vorpco zeigte Spin Window und Revocam für saubere Sicht und Prozessüberwachung mit KI.

Visiontag bot eine Lösung zur Identifikation von Bauteilen über Oberflächenstruktur, unabhängig von QR-Codes oder Gravuren.

AdaptX zeigte ein Retrofit-Kühlsystem ohne KSS oder Öl, direkt am Werkzeug für höhere Standzeiten.

Sonderschau Bildung

Die Sonderschau Bildung richtete sich an junge Talente, Ausbildungsbetriebe und Unternehmen. Interaktive Stationen und praxisnahe Angebote sollen technisches Interesse wecken und frühzeitig Fachkräfte für die digitalisierte Industrie gewinnen.

Fertigung der Zukunft: Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Die EMO Hannover 2025 hat gezeigt: Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind die Schlüssel der Fertigung der Zukunft. Vernetzte, selbstoptimierende Systeme ermöglichen flexible, autonome und ressourcenschonende Produktionsprozesse.

KI-gestützte Assistenzsysteme, intelligente Spann- und Werkzeuglösungen sowie additive Fertigungstechnologien sind dabei zentrale Bausteine. Die Messe machte deutlich, dass moderne Fertigung zunehmend effizient, präzise und umweltbewusst ist, wie bestehende Systeme weiterentwickelt und optimiert werden können und wie Unternehmen ihre Produktion der Vision einer Dark Factory durch vollständige Autonomie immer weiter annähern.

Der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e.V. (VDW), Veranstalter der EMO Hannover, fasst die Ergebnisse und Highlights der Messe in einem 27 Seiten umfassenden technischen Abschlussbericht zusammen.

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