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3. Forum Funktionale Sicherheit in München

Am 8. und 9. Juli findet in München das 3. 'Forum Funktionale Sicherheit' statt. Der Kongress beleuchtet aktuelle Aspekte der Maschinen- und Anlagensicherheit beziehungsweise die Themen Safety & Security. Bis zum 3. Juni ist die Anmeldung zum Frühbucherpreis möglich.

Sicherheit wird im Kontext künftiger Automatisierungskonzepte wie zum Beispiel „Industrie 4.0“ zu einem essentiellen Eckpfeiler.

Sicherheit wird im Kontext künftiger Automatisierungskonzepte wie zum Beispiel „Industrie 4.0“ zu einem essentiellen Eckpfeiler. Neben der Betriebssicherheit (Safety), die gewährleistet, dass Produktionssysteme und Produkte keine Gefahr für Menschen und Umwelt darstellen, gewinnt ein zweiter Sicherheitsaspekt enorm an Bedeutung: die Angriffssicherheit (Security). Anlagen und Produkte, aber auch Daten und Know-how müssen verlässlich vor unbefugtem Zugriff und Missbrauch geschützt werden.

Holger Junker vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wird in seiner Keynote „Safety und Security ‐ Die aktuelle Bedrohungslage“ zu Kongressbeginn aufzeigen, dass selbst durch nicht-zielgerichtete Schadsoftware es in vielen Fällen bereits nicht nur zu Produktionsausfällen kam, sondern auch zu Situationen, bei denen mitunter Safety-Systeme nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten konnten

Holger Junker vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wird in seiner Keynote „Safety und Security ‐ Die aktuelle Bedrohungslage“ zu Kongressbeginn aufzeigen, dass selbst durch nicht-zielgerichtete Schadsoftware es in vielen Fällen bereits nicht nur zu Produktionsausfällen kam, sondern auch zu Situationen, bei denen mitunter Safety-Systeme nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten konnten. Ganz zu schweigen von den bewusst herbei geführten Cyber-Attacken, die nach den Erkenntnissen des BSI mittlerweile an der Tagesordnung in deutschen Industrieunternehmen sind. So wie beispielsweise im Herbst 2014 als durch die Malware „Havex“ ein deutsches Stahlwerk Opfer eines gezielten Angriffes wurde. Angriffs auf dessen Produktionsanlagen. Selbst durch nicht-zielgerichtete Schadsoftware kam es bereits in vielen Fällen nicht nur zu Produktionsausfällen, sondern auch zu Situationen bei denen mitunter Safety-Systeme nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten konnten. Eine besondere Herausforderung sieht Junker vor diesem Hintergrund unter anderem darin, die Standards zur funktionalen Sicherheit wie IEC 61508 mit denen zur Cyber-Sicherheit – allen voran sei hier die IEC 62443 zu nennen – miteinander zu harmonisieren.

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Sie meinen, dass Ihr Unternehmen beziehungsweise die von Ihnen verwendeten Automatisierungskomponenten sicher sind? Dann wird Sie der anschließende Vortrag des Security-Spezialisten Stephan Sekula unter Umständen eines Besseren belehren! Im Rahmen eines „Live Hacking“ führt er den Besuchern plakativ vor Augen, wie leicht es oft ist, industrielle Systeme von außen anzugreifen. Im Anschluss werden vorbeugende Sicherheitsmechanismen diskutiert.

Nach der Bewusstseinsschärfung für das Thema Security steht im Industrie-Track des Kongresses das Thema Safety im Maschinen- und Anlagenbau im Fokus. Dr. Martin Lange von embeX beispielsweise wird sich kritisch mit der ISO 13849 auseinander setzen. Diese zumeist angewandte Norm, wenn es um die Entwicklung von sicheren Steuerungskomponenten für Maschinen geht, ist mit dem Anspruch angetreten, insbesondere dem Maschinenbauer den Zugang zur etwas sperrig scheinenden IEC 61508 (und der von ihr abgeleiteten IEC 62061) zu erleichtern - sozusagen ein Kochrezept zum Erreichen der SILs (Safety Integrity Levels). In der täglichen Arbeit mit der ISO 13849 zeigen sich Lange zufolge jedoch immer wieder Fallstricke. Welche dies sind und wie sich diese überwinden lassen, sind dementsprechend die Inhalte seines Vortrages „Leben und Leiden mit der ISO 13849“.

Doch nicht nur bei der ISO 13849 herrscht bei den Anwendern zum Teil noch große Unsicherheit, wie sich die zum Teil sehr theoretischen Inhalte und Anforderungen der sicherheitsrelevanten Normen in der täglichen Arbeit praktikabel umsetzen lassen – und dies immer mit dem Anspruch, die Verfügbarkeit der Maschinen- und Anlagen dabei nicht zu schmälern. Hilfestellung und praktische Tipps versprechend diesbezüglich unter anderem die Vorträge zur ISO 14119 (Leitlinien für die Gestaltung und Auswahl von Verriegelungseinrichtungen) und dem dazugehörigen neuen ISO TR 24119, sowie zum Thema Muting. Letzteres spielt in vielen Automatisierungsszenarien des Maschinenbaus, der Förder-/Lagertechnik und der Verpackungs-/Abfülltechnik eine große Rolle. Die bestimmungsgemäße Unterbrechung einer Sicherheitsfunktion hat jedoch ihre Tücken, zumal die relevanten Normen IEC/TS 62046 (Vornorm) und IEC/EN 61496-1 in den letzten Jahren verändert und neue Begriffe eingeführt wurden.

Apropos Lagertechnik: Gerade bei Regalbediengeräten kommt der funktionalen Sicherheitstechnik eine zentrale Bedeutung zu. Moderne Antriebe bieten Sicherheitsfunktionen gemäß DIN EN 61800-5-2 wie STO, SS1, SLS, SLP, etc. Eine der wesentlichen Einschränkungen der Funktionen ist nach der Erfahrung des Referenten Michael Niehaus von Lenze, dass sie nicht miteinander in Beziehung stehen. Möchte man die Funktion SLS dazu benutzen, die Größe der Puffer zu reduzieren (das heißt nur sicher mit einer geringen Geschwindigkeit zu fahren), so gehe dies zu Lasten des Durchsatzes der Anlage. SLP zum Ersatz der Endschalter reduziert nicht die Größe der Puffer. Eine Funktion, welche beide Eigenschaften kombiniert, das heißt in Abhängigkeit der sicheren Position die sichere Geschwindigkeit vorgibt, soll hier neue Möglichkeiten eröffnen.

Tag 2 – sichere Anwendungssoftware und Kommunikation im Fokus

Am zweiten Tag des Kongresses steht zunächst das Thema „sichere Software“ im Vordergrund. Dr. Michael Huelke vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) etwa berichtet über das Projekt „Normgerechte Entwicklung und Dokumentation von sicherheitsbezogener Anwendersoftware im Maschinenbau“. In dessen Rahmen wurde eine Vorgehensweise - die IFA-Matrixmethode - für die Umsetzung der Anforderungen an die Softwareentwicklung von Sicherheitsfunktionen für Maschinen erarbeitet und anhand von industriellen Beispielen evaluiert und dokumentiert. Auf dem Forum Funktionale Sicherheit erhalten die Besucher einen Einblick sowohl in die IFA-Matrixmethode als auch in den neuen IFA-Report zum Thema und erfahren zudem, welche weiteren Hilfsmittel geplant sind.

Im zweiten Vortrag des Tages geht dann um die Frage, wie sich entwickelte Sicherheits‐Anwendersoftware validieren lässt. Denn laut Thomas Kramer‐Wolf von Wieland Electric stellt dies für den Maschinenbauer selbst beim Einsatz von Sicherheitssteuerungen ein erhebliches Problem dar, da es keine klaren und einheitlichen Vorgaben für Art und Umfang der Validierung gebe. Vor diesem Hintergrund zeigt der Vortrag die erforderlichen Aufwände bei der Validierung auf, spiegelt die typischen Merkmale von Entwicklungsumgebungen an den Anforderungen von EN ISO 13849-1 und macht schließlich deutlich, wie Flexibilität, Entwicklungs- und Validierungsaufwand von typischen Toolfeatures abhängen.

Neben sicheren Hardware-Komponenten und sicherer Software spielt schließlich die Kommunikation eine tragende Rolle beim Thema Funktionale Sicherheit und dementsprechend auch bei den Vorträgen des Forums Funktionale Sicherheit 2015. So erfahren die Zuhörer hier beispielswiese, was moderne Konzepte der sicherheitsgerichteten Querkommunikation in puncto Bedienerfreundlichkeit leisten können, inwiefern Industrial Ethernet für Safety-Zwecke geeignet ist, und welche Möglichkeiten es gibt, eine sicher Kommunikation auch über drahtlose Übertragungsverfahren zu realisieren. kf

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