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Artikel und Hintergründe zum Thema

Wandel im Lichtmarkt

Osram baut weiter um und 7.800 Stellen ab

Um, wie es heißt, die Wettbewerbsfähigkeit seiner Geschäftseinheiten weiter zu verbessern, will der Leuchtmittelhersteller Osram in den kommenden drei Jahren rund 7.800 Stellen abbauen, davon 1.700 in Deutschland. Das soll zu einer dauerhaften Kostensenkung von rund 260 Millionen Euro führen.

Das Osram Lighthouse in München ist die Unternehmenszentrale des Lichtherstellers.

"Während sich das Ergebnis weiter erfreulich entwickelt, sorgt die steigende Marktakzeptanz der LED-Technologie, wie angekündigt, für einen deutlich schnelleren Rückgang des traditionellen Geschäfts", erklärte Wolfgang Dehen, Vorsitzender des Vorstands der Osram Licht AG, gegenüber der Presse "Die erste Stufe von Osram Push werden wir in Kürze erfolgreich abschließen. Wir haben aber stets betont, dass der Wandel im Lichtmarkt auch nach 2014 weitergehen wird und zusätzliche Kapazitätsanpassungen erforderlich macht. Vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen sind jetzt zusätzliche Maßnahmen notwendig, um unsere Stellung als führender Lichthersteller langfristig zu sichern. Wir müssen noch näher am Kunden sein, die unternehmerische Verantwortung der Geschäftsbereiche weiter stärken und gleichzeitig Kostenstrukturen schaffen, die der Größe des Gesamtunternehmens, aber auch seiner einzelnen Geschäfte angemessen sind."

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Die Maßnahmen der seit 2012 laufenden ersten Stufe von OsramPush seien alle in Umsetzung beziehungsweise schon abgeschlossen, heißt es weiter. Ende des dritten Quartals lagen die kumulierten Brutto-Einsparungen bei rund 760 Millionen Euro, darin enthalten sind 118 Millionen Euro aus dem abgelaufenen Quartal.

Im bereits kommunizierten und bis 2017 laufenden zweiten Schritt von Osram Push sollen nach Abschluss der Konsultationen mit den Arbeitnehmervertretern weitere Prozessverbesserungen eingeleitet und Strukturanpassungen vorgenommen werden. Dies erfolgt entsprechend der sich rapide verändernden Marktbedingungen. Die Maßnahmen betreffen Fertigungskapazitäten für traditionelle Produkte in der Allgemeinbeleuchtung, aber auch unternehmensübergreifend die Bereiche Vertrieb, Verwaltung und andere indirekte Funktionen. Über einen Zeitraum von drei Jahren sollen im Inland etwa 1.700 Stellen sowie rund 6.100 Stellen international abgebaut werden. In Deutschland sollen den Planungen zufolge insbesondere der Standort München sowie Fertigungsstandorte der Allgemeinbeleuchtung in Augsburg, Berlin und Eichstätt betroffen sein. Insgesamt sollen die Maßnahmen bis zum Ende des Geschäftsjahrs 2017 zu einer dauerhaften Kostensenkung von rund 260 Millionen Euro führen. Der erwartete Aufwand dürfte sich im selben Zeitraum auf etwa 450 Millionen Euro brutto belaufen.

Osram in Zahlen

Osram hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2014 die hohen Rückgänge seines traditionellen Geschäfts in der Allgemeinbeleuchtung durch beträchtliche Zuwächse mit LED-basierten Produkten (SSL) auf vergleichbarer Basis nahezu kompensiert. Der Umsatz sank auf dieser Basis - also bereinigt um Portfolio- und Währungseffekte - gegenüber dem Vorjahreszeitraum geringfügig um ein Prozent und erreichte rund 1,2 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte EBITA stieg dagegen um 9,5 Prozent auf 104 Millionen Euro, woraus sich eine Marge von 8,6 Prozent ergibt. Getragen wurde die Verbesserung des EBITA von den Bereichen Opto-Halbleiter und Spezialbeleuchtung sowie von Osram Push Maßnahmen. Das berichtete EBITA hat sich gegenüber dem von vergleichsweise hohen Transformationskosten geprägten Vorjahreszeitraum mehr als verdreifacht und erreichte 81 Millionen Euro beziehungsweise 6,7 Prozent vom Umsatz.

Das Geschäft mit LED-basierten Produkten verzeichnete im dritten Quartal einen vergleichbaren Umsatzanstieg von 21 Prozent und hatte einen Anteil von 38 Prozent an den Gesamterlösen des Konzerns. Osram bestätigt den Ende Mai aktualisierten Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. Weiter bestätigt der Vorstand das Ziel, ab dem Geschäftsjahr 2015 eine durchschnittliche berichtete EBITA-Marge von über acht Prozent über den Zyklus zu erreichen. Um die Wettbewerbsfähigkeit seiner Geschäftseinheiten weiter zu verbessern, beabsichtigt das Unternehmen verschiedene zusätzliche Maßnahmenpakete. Die damit einhergehenden Kapazitätsanpassungen von weltweit rund 7.800 Stellen über die kommenden drei Geschäftsjahre sollen nach Möglichkeit sozialverträglich erfolgen. Abhängig von der Umsetzungsgeschwindigkeit dieser Maßnahmen und der Ergebniswirksamkeit der Restrukturierungskosten könnte die berichtete EBITA-Marge im Geschäftsjahr 2015 unter dem angestrebten Durchschnittswert liegen.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2014

Der Ende Mai aktualisierte Ausblick für das Geschäftsjahr 2014 wird bestätigt. Demnach geht der Vorstand auf vergleichbarer Basis von einem Umsatz auf Vorjahresniveau, allenfalls von einem geringen Umsatzwachstum aus. Bei dem um besondere Ergebniseinflüsse bereinigten EBITA rechnet Osram mit einer Marge von mehr als acht Prozent. Zudem geht der Vorstand davon aus, dass im laufenden Geschäftsjahr der Konzerngewinn nach Steuern stark ansteigen wird. Der Free Cash Flow dürfte 2014 im dreistelligen Millionen Euro-Bereich, jedoch unter dem hohen Vorjahreswert liegen. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen getrieben durch einen höheren Zahlungsmittelabfluss aus Transformation sowie höheren Investitionen. Ferner erwartet Osram, eine Kapitalrendite (ROCE) zu erwirtschaften, die über den Kapitalkosten von 8,5 Prozent liegt.

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