Wirtschaft + Unternehmen
VDMA Ost: Lage im ostdeutschen Maschinenbau angespannt
Die bisher positive wirtschaftliche Entwicklung des ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbaus hat im dritten Quartal 2012 einen leichten Dämpfer erhalten. Immer mehr Unternehmen blicken verhalten in die Zukunft. Das ergab die aktuelle Konjunkturumfrage unter den 350 Mitgliedern des VDMA-Landesverbandes Ost in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Die Unternehmen in diesen Bundesländern hatten lange der globalen Konjunkturflaute sowie den Auswirkungen der Euro-Krise standgehalten. Mittlerweile zeigt sich jedoch eine durchwachsene Situation. "Die aktuelle Auftragslage und Kapazitätsauslastung ist bei vielen Unternehmen nach wie vor zufriedenstellend bis gut", erklärt Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost. "Gleichzeitig berichten die Firmen aber von rückläufigen Auftragsbeständen, zögerlichen Investitionsentscheidungen der Kunden und der Verschiebung von bereits erteilten Aufträgen. Daher schauen wir angespannt auf die kommenden Monate."
Indikatoren im Abwärtstrend
Demnach ist die durchschnittliche Auslastung der vorhandenen Kapazitäten im dritten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorquartal gesunken. Mit 87,4 Prozent lag sie aber weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt von reichlich 86 Prozent. Zudem lässt sich ein homogeneres Bild als bisher beobachten: Die Maschinen und Anlagen waren bei vier von fünf Unternehmen zu mindestens 80 Prozent ausgelastet.
Die veränderte Marktsituation hat gegenüber dem zweiten Quartal 2012 auch einen leichten Rückgang des durchschnittlichen Auftragsvorlaufs von fünf auf 4,5 Monate nach sich gezogen. Darüber hinaus registrierten mehr Unternehmen einen niedrigeren Auftragsbestand als im Vorquartal. Dies wirkte sich auch auf die Umsatzrendite aus, den prozentualen Anteil des Gewinns am Umsatz eines Unternehmens. So verringerte sich die Zahl der Unternehmen mit einer Rendite über fünf Prozent.
Ebenfalls ins Stocken geraten sind die Investitionsplanungen der Maschinenbauer. Fast 70 Prozent der Firmen hielten in den vergangenen sechs Monaten an ihren ursprünglichen Plänen fest. Erstmals seit zwei Jahren ist jedoch die Zahl der Unternehmen, die ihre Investitionsplanungen nach unten korrigierten, höher als die Zahl derjenigen, die über ihre Planungen hinaus investiert haben.
Verhaltene Geschäftsaussichten
Aufgrund der aktuellen Entwicklung schauen die Unternehmen zurückhaltend auf die kommenden Monate. 69 von 100 Unternehmen erwarten bis zum Jahresende gleichbleibende oder bessere Geschäfte - für das dritte Quartal sagten das noch 78 von 100 Unternehmen. "Dies macht sich auch in den Personalplanungen bemerkbar. Sie haben an Dynamik verloren", sagt Pätz.
So planen weniger Firmen als bisher, im kommenden halben Jahr die Zahl der Beschäftigten zu erhöhen. Knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen und damit ähnlich viele wie im Vorquartal wollen den derzeitigen Personalbestand beibehalten. "In Zeiten des demografischen Wandels und Fachkräftemangels versuchen die Firmen auch in konjunkturell schwächeren Abschnitten an ihrem Personal festzuhalten", ergänzt Pätz. Dabei setzen sie auch wieder vermehrt auf das arbeitsmarktpolitische Instrument der Kurzarbeit. kf









