Wirtschaft + Unternehmen

VDMA: Milliardenumsatzprognose für 2020 bestärkt

Brennstoffzellen

Die Brennstoffzellenindustrie blickt optimistisch in die Zukunft: Auf Basis einer Industriebefragung der VDMA Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen, die am Donnerstag im Rahmen der Hannover Messe präsentiert wurde, erwarten die Unternehmen für 2020 einen Milliardenumsatz.

Bereits im Jahr 2011 hatte sich dieser Trend in der Umfrage abgezeichnet und ist jetzt noch deutlicher zu erkennen - statt gut einer Milliarde Euro rechnen die Unternehmen jetzt mit knapp zwei Milliarden Euro Umsatz.

Deutliche Steigerung der Umsatzerwartung für 2020 trotz kurzfristiger Verzögerung

Unter Berücksichtigung des Gesamtmarktes kann in 2013 allein mit Brennstoffzellen zur Stromerzeugung jenseits des Auto- und Busantriebs die 100-Millionen-Euro-Schwelle überschritten werden. Bei der letzten Befragung im Jahr 2011 wurde das Erreichen dieser Schwelle bereits für 2012 avisiert. Im Jahr 2012 lagen die Umsätze der Brennstoffzellen- Industrie in Deutschland in den Bereichen Hausenergieversorgung, Industrieanwendung, Bord- oder Notstromversorgung bei etwa 80 Millionen Euro. Während die längerfristigen Erwartungen deutlich gestiegen sind, werden im aktuellen VDMA Brennstoffzellen Konjunkturspiegel leichte Verzögerungen bei der kurz- bis mittelfristigen Technologieeinführung sichtbar. Auch die Erwartungen für das Jahr 2015 wurden gegenüber der Umfrage 2011 leicht gedämpft. Doch der Trend ist weiter positiv: Hersteller aus Deutschland generieren entsprechend der Ergebnisse der Umfrage ab 2013 hohe zweistellige Wachstumsraten. Für 2020 gehen die Hersteller auf deutlich sicherer Basis als bei der Befragung im Jahr 2011 von knapp zwei Milliarden Euro gegenüber damals 1,2 Milliarden Euro Umsatz aus.

Aktuelle Beschäftigung und Beschäftigungsprognose bis 2020 höher als erwartet

Die aktuelle direkte Beschäftigung in der deutschen Brennstoffzellen-Industrie und die Prognose für die Beschäftigung sind höher als zuletzt erwartet. "Bereits heute arbeiten über 1.500 Menschen in den befragten Unternehmen. Bis zum Jahr 2020 können allein mit Brennstoffzellen für stationäre Anwendungen und Spezielle Märkte in Deutschland über 6.000 Menschen beschäftigt werden", betont Johannes Schiel, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen im VDMA. Vor zwei Jahren waren die Hersteller für das Jahr 2020 von etwa 5.000 Beschäftigten ausgegangen. Transportanwendungen sind von der Umfrage noch nicht berücksichtigt, hier ist zusätzlich mit starken Umsatz- und Beschäftigungszahlen zu rechnen. Die Exportquote, die für das frühe Stadium der Industrie bereits bei akzeptablen 28 Prozent liegt, steigt bis 2020 in Richtung 50 Prozent und unterstreicht die Zukunftsfähigkeit der deutschen Brennstoffzellen-Industrie.

Großes Marktpotential zeigt energiewirtschaftliche Bedeutung

Die Zahl der heute noch meist kleinen Brennstoffzellensysteme für Spezielle Märkte steigt von etwa 4.000 Systemen in 2012 über knapp 14.000 in 2015 bis etwa 100.000 in immer größeren Leistungsbereichen in 2020 an. Richtung 2020 werden aber auch stationäre Brennstoffzellen immer wichtiger und überholen die sogenannten Early Markets bei Stückzahlen und Installierter Leistung. Im Bereich Hausenergie hat eine Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg im Herbst letzten Jahres Szenarien für die ökologische und ökonomische Bedeutung der Strom- und Wärmeerzeugung mit Brennstoffzellen im Einfamilienhaus entwickelt, die durch die VDMA Brennstoffzellen Umfrage nun bestätigt wurden. Guido Gummert, Geschäftsführer von BAXI Innotech und Vorsitzender der VDMA Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen, summiert die Erwartungen der Gerätehersteller wie folgt: "Wir rechnen mit mindestens 70.000 Brennstoffzellenheizgeräten in 2020 für die Installation in Deutschland und einem ähnlichen Volumen für den Export. Gemeinsam mit zahlreichen größeren Anlagen in Gewerbegebäuden und Industrieanwendungen werden in Deutschland demnach in 2020 Brennstoffzellen mit zusammen über 200 MW Leistung neu installiert. Damit werden Brennstoffzellenanlagen auch energiewirtschaftlich bedeutend."

Abbau von Markthemmnissen weiter erforderlich

Die positiven Prognosen zeigen, dass die Marktvorbereitung trotz leichter Verzögerung auf einem guten Weg ist - die Technologien sind ausgereift und die Kosten bereits deutlich gesunken. Einen starken Anteil hieran hat auch das Nationale Innovationsprogramm für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien der Bundesregierung (NIP), das die Hersteller von Systemen und Komponenten für stationäre und spezielle Anwendungen in den letzten fünf Jahren mit rationell kalkulierten Mitteln unterstützt hat. Die leicht gedämpften Prognosen für 2015 weisen allerdings darauf hin, dass noch Hemmnisse bei der Technologieeinführung bestehen, die zum Fortschreiten der Lernkurve und zur Hebung der Skaleneffekte noch beseitigt werden müssen. "Hersteller von Brennstoffzellen und deren Zulieferindustrie benötigen verlässliche energiepolitische Rahmenbedingungen zur Kostensenkung und Systemoptimierung - auch jenseits des aktuellen NIP", fassen Schiel und Gummert zusammen. kf

Anzeige
  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Marktübersicht

Embedded-Systeme 2024

Embedded-Hardware hält mittlerweile in allen Bereichen der Industrie Einzug: in Industrie-PCs, Edge-Komponenten, in der Bildverarbeitung, industriellen KI-Anwendungen oder kompakten Gesamtsystemen. Grund genug, sich einen Überblick zu verschaffen,...

mehr...

Anzeige

Wettbewerbsvorteile bei großen Maschinen

Ob 3D-gedruckte Bauteile für Maschinen und Anlagen, Prototypen oder Hilfsmittel für die Konstruktion: Die Additive Fertigung ist für moderne Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Automatisierung nahezu unverzichtbar, wenn man in der...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Lineartechnik

Transporttechnik aus dem Baukasten

Viele Transportaufgaben lassen sich mithilfe von Lineartechnik realisieren. Um das Zusammenspiel von Lineareinheit, Motor, Getriebe und Steuerung zu vereinfachen, bieten sich vorkonfigurierte Lösungen an. So kann der Aufwand für Recherche und...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren