Unternehmenszahlen Q1/2022
Siemens steigert seinen Gewinn um 20 Prozent
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 verzeichnet Siemens einen hohen Umsatz, einen deutlichen Anstieg im Auftragseingang sowie 1,8 Mrd. Euro Gewinn.
Anlässlich der Jahreshauptversammlung am 10. Februar veröffentlicht Siemens die Zahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Nach einem sehr erfoglreichen Geschäftsjahr 2021 mit 6,7 Mrd. Euro Gewinn startet der Konzern positiv ins neue Jahr: Der Auftragseingang steig um auf vergleichbarer Basis gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 42% auf 24,2 Mrd. Euro. Gegenüber Q1/2021 konnte der Konzern den Umsatz um 9% auf 16,5 Mrd. Euro steigern. Zurückzuführen sind diese Anstiege vor allem auf die hohen Wachstumsraten in allen industriellen Geschäften: Dort konnte das Ergebnis um 12% auf 2,5 Mrd. Euro erhöht werden; die Ergebnismarge lag hier bei 15,7% nach 16,5% im Vorjahresquartal.
Der Gewinn nach Steuern lag bei 1,8 Mrd. Euro, das entspricht einem Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal um 20%. Auch der Free Cash Flow ist mit 1,1 Mrd. Euro stärker als im Q1/2022 (1,0 Mrd. Euro).
Portfolio-Bereinigung wird vorangetrieben
Bereits am 9. Februar, gab es erste Meldungen, dass Siemens sein Paket- und Postgeschäft verkauft und sich von seinem Anteil am Elektroauto-Joint-Venture mit Valeo trennt. Das Paket- und Postgeschäft geht für 1,15 Milliarden Euro an den Technologiekonzern Körber. Beim Joint-Venture übernimmt Valeo den Anteil des Partners. Siemens erwartet daraus einen positiven Ergebniseffekt von 300 Mio. Euro im laufenden zweiten Geschäftsquartal.
Darüber hinaus hatte Siemens bereits im Januar bekanntgegeben, die Einheit für Straßenverkehrstechnik Yunex Traffic an Atlantia abzugeben.
Die Zahlen im Detail:
Fabrikautomatisierung sorgt für Wachstum
Digital Industries
Das Quartalsergebnis ist auf die gute Entwicklung der industriellen Geschäfte zurückzuführen. So erhöhte sich der Auftragseingang von Digital Industries auf vergleichbarer Basis um 67% auf 7,1 Mrd. Euro. Das Wachstum erstreckt sich über alle Geschäfte und Regionen hinweg. Stärksten Anteil an der Entwicklung haben die Bereich Fabrikautomatisierung und Motion Control. Die Umsatzerlöse stiegen ebenfalls in allen Geschäften und Berichtsregionen auf vergleichbarer Basis um insgesamt 11% auf 4,3 Mrd. Euro. Das Ergebnis belief sich auf 947 Mio. Euro und übertraf den Vorjahresquartalswert um 12%, während die Ergebnismarge bei 21,8% lag. Die Profitabilität wurde wie erwartet durch höhere Aufwendungen für cloudbasierte Aktivitäten belastet, einschließlich der Auswirkungen aus der planmäßig gestarteten Umstellung von Teilen des Geschäfts auf SaaS (Software-as-a-Service).
Gefördert wurde die Wachstumsdynamik durch das Vorziehen von Bestellungen durch die Kunden in wichtigen Marktsegmenten, meldet der Konzern. Die Umsatzerlöse stiegen in allen Berichtsregionen. Vor allem in den USA konnte der Konzern ein starkes Wachstum bei Software vorweisen. Zurückzuführen ist die auf die Abarbeitung großer Aufträge für elektronische Design-Automatisierungslösungen.
Größere Unterbrechungen der Lieferkette konnten laut Siemens zwar vermieden werden, dennoch kam und kommt es beim Abarbeiten der Aufträge zu verlängerten Lieferzeiten bei einigen Automatisierungsprodukten.
Unterstützt wurde die Ergebnisentwicklung von höheren Umsatzerlösen, positiven Währungseffekten sowie Kosteneinsparungen aus der bisherigen Umsetzung des Programms zur Kostenstrukturverbesserung.
Smart Infrastructure
Das Wachstum im Auftragseingang von 26% auf 4,9 Mrd. Euro (vergleichbare Basis) wurde vor allem durch Geschäfte mit elektrischen Produkten und Elektrifizierung, die unter anderem größere Aufträge aus der Halbleiterindustrie in den USA. Eine anhaltend hohe nachfrage von industriellen Kunden und Betreibern von Rechenzentren sorgen ebenfalls für positive Effekte. Die Umsatzerlöse wuchsen auf vergleichbarer Basis um 6% auf 3,8 Mrd. Euro. Das Ergebnis stieg um knapp ein Viertel auf 480 Mio. Euro gegenüber 391 Mio. Euro im Vorjahresquartal.
Das Ergebnis stieg in allen Geschäften vorwiegend aufgrund höherer Kapazitätsauslastung und Kosteneinsparungen aus der bisherigen Umsetzung des Programms zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, so der Konzern. Die Ergebnismarge stieg auf 12,6% gegenüber 11,2% im ersten Quartal 2021.
Mobility
Um 7% auf 2,4 Mrd. Euro stiegen die Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis im Vergleich zum Vorjahresquartal im Bereich Mobility. Der Auftragseingang ist der höchste in der Geschichte des Geschäftsbereichs: Er beläuft sich auf 5,39 Mrd. Euro, was nahezu einer Verdoppelung (+94%, vergleichbare Basis) entspricht. Zurückzuführen ist die auf eine Reihe großer Aufträge, darunter ein Auftrag über 1,5 Mrd. Euro für Hochgeschwindigkeitszüge und einige große Aufträge für Lokomotiven über insgesamt 0,5 Mrd. Euro in Deutschland sowie ein Auftrag über 0,3 Mrd. Euro für ein Zugsteuerungssystem in Norwegen.
Im Januar 2022 vereinbarte Mobility den Verkauf seines Straßenverkehrsgeschäfts Yunex Traffic an Atlantia. Vorbehaltlich entsprechender behördlicher Genehmigungen wird die Transaktion voraussichtlich bis September 2022 abgeschlossen sein und zu einem Gewinn in Höhe von 0,6 bis 0,8 Mrd. Euro führen.
Siemens Healthineers
Das Wachstum im Auftragseingang von 23% sowie bei den Erlösen um 19% ist auch in Folge der Akquisition von Varian. Siemens Healthineers weist in allen Geschäften einen Volumenanstieg vor – angeführt vom Diagnostics-Geschäft. Dort ist die starke Ergebnisentwicklung hauptsächlich auf den Umsatz mit Coronavirus-Antigen-Schnelltests zurückzuführen.
Belastet wird die Profitabilität durch Folgeeffekte aus der Kaufpreisallokation in Zusammenhang mit der Varian-Akquisition in Höhe von insgesamt 0,1 Mrd. Euro, durch negative Währungseffekte sowie durch höhere Beschaffungs- und Logistikkosten
Siemens Financial Services
Siemens Financial Services profitierte laut Konzern vom derzeit günstigen Kreditumfeld, woraus ein stark verbessertes Ergebnis vor Ertragsteuern im Fremdfinanzierungsgeschäft resultierte. Das höhere Nettoergebnis im Beteiligungsgeschäft ist hauptsächlich auf energienahen Beteiligungen in Zusammenhang mit steigenden Preisen an weltweiten Energiemärkten zurückzuführen. Als Grund für die Zunahme des Gesamtvermögens gegenüber dem Geschäftsjahresende 2021 sind hauptsächlich positive Währungsumrechnungseffekte zu nennen.
Portfolio Companies
Trotz niedrigeren Volumens aus Großaufträgen stieg der Auftragseingang im Bereich Portfolio Companies im Vergleich zum 1. Quartal 2021 in nahezu allen Geschäften, in dem das Wachstum durch COVID-19-Auswirkungen beeinträchtigt war. Den stärksten Beitrag zum Umsatzerlöswachstum liefert das Paketabwicklungsgeschäft von Siemens Logistics. Der Anteil von Portfolio Companies am Verlust von Valeo Siemens eAutomotive wurde annähernd durch die positiven Effekt aus einer vom Joint-Venture-Partner erhaltenen Zahlung in Zusammenhang mit einem Gesellschafterdarlehen ausgeglichen.









