Wirtschaft + Unternehmen

Starker Jahresabschluss für Hermle

Rund 2.500 Besucher von über 1.000 Firmen konnte die Hermle AG auf ihrer traditionellen Hausausstellung Ende April in Gosheim begrüßen.

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle konnte den Konzernumsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 12 Prozent auf 302,7 Mio. Euro steigern (Vj. 269,3) und erreichte damit ein neues Rekordniveau. Die Exportquote kletterte von 49,5 auf 55,8 Prozent.

Das Auslandsvolumen des schwäbischen Werkzeugmaschinenherstellers erhöhte sich um annähernd 27 Prozent auf 168,8 Mio. Euro (Vj. 133,2). Hermle profitierte hier von den in den Vorjahren stark ausgebauten Auslandsaktivitäten. In Deutschland beruhigte sich die Nachfrage im Jahresverlauf allmählich, sodass der Inlandsumsatz mit 133,9 Mio. Euro geringfügig unter Vorjahr lag (Vj. 136,1).

Das Betriebsergebnis (EBIT, Ergebnis vor Zinsen und Steuern) stieg 2012 konzernweit um annähernd 15 Prozent auf 63,6 Mio. Euro (Vj. 55,5). Sowohl der Materialaufwand als auch der durch höhere Tarifabschlüsse und einen Zuwachs der Beschäftigtenzahl geprägte Personalaufwand nahmen weniger stark zu als das Geschäftsvolumen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhöhte sich um rund 14 Prozent auf 63,9 Mio. Euro (Vj. 56,1), sodass sich die Brutto-Umsatzmarge von 20,8 Prozent auf 21,1 Prozent verbesserte.

Der Jahresüberschuss legte um circa 12 Prozent auf 46,0 Mio. Euro zu (Vj. 41,0). Auf dieser Grundlage werden Vorstand und Aufsichtsrat der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG der Hauptversammlung am 3. Juli 2013 vorschlagen, zuzüglich zur unveränderten Basisdividende von 0,80 Euro je Stamm- und 0,85 Euro je Vorzugsaktie einen Bonus von 7,20 Euro auszubezahlen (Vj. 5,20). Damit steigt die Ausschüttung je Vorzugsaktie von 6,05 Euro auf 8,05 Euro. Der entsprechende Beschluss wurde auf der Aufsichtsratssitzung am 25. April 2013 gefasst.

Dank der Ergebnissteigerung wurde auch die Finanz- und Vermögenslage des Hermle-Konzerns 2012 weiter gefestigt. Der operative Cashflow vor Veränderung des Working Capital wuchs um gut 11 Prozent auf 53,2 Mio. Euro (Vj. 47,8). Die liquiden Mittel zum Jahresende erhöhten sich von 69,2 Mio. Euro auf 85,3 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote stieg von 68,3 Prozent auf 72,0 Prozent.

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte führte der Hermle-Konzern im Berichtsjahr wieder auf ein Normalmaß von 4,3 Mio. Euro zurück. Sie betrafen unter anderem den Service-Fuhrpark, den Ausbau der Teilefertigung durch ein vollautomatisches Hermle-Großbearbeitungszentrum sowie die Anwendungstechnik und die Konstruktion. Der hohe 2011er Vergleichswert von 16,8 Mio. Euro resultierte aus dem Neubau eines Lager- und Logistikzentrums am Firmensitz in Gosheim. Damit wurden die Prozesse im gesamten Unternehmen deutlich effizienter gestaltet und die Kapazitäten für weiteres Wachstum geschaffen. Unter anderem nutzt Hermle die durch den Neubau frei gewordenen Flächen seit Anfang 2012 für die Fertigung der Großbearbeitungszentren C 50 und C 60, bei der inzwischen ein hochmodernes Taktmontagekonzept zum Einsatz kommt.

Hermle beschäftigte Ende des abgelaufenen Jahres 927 Mitarbeiter, 36 Personen mehr als am Vorjahresstichtag. Der Zuwachs ist vor allem das Ergebnis der Übernahme von Auszubildenden mit erfolgreichem Abschluss und der entsprechenden Neubesetzung der frei gewordenen Ausbildungsplätze. Die Zahl der Auszubildenden belief sich per 31. Dezember 2012 auf 93 (Vj. 97), das entspricht einem Anteil von 12,1 Prozent an der Gesamtbelegschaft. Außerdem gab es Einstellungen für die Auslandsgesellschaften in Europa und den USA, um die Vertriebs- und Servicekapazitäten an die gestiegene Nachfrage anzupassen, sowie im Bereich Automatisierung. Automatisierungskomponenten bildeten auch einen Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten von Hermle.

Im Berichtsjahr wurden unter anderem neue Palettenwechsler für verschiedene Maschinenmodelle zur Marktreife gebracht. Darüber hinaus entwickelte Hermle ein weiteres Bearbeitungszentrum, das bis zu 1.000 kg schwere Werkstücke extrem dynamisch und simultan auf fünf Achsen bearbeiten kann. Dieses neue Modell C 32 wurde dem Fachpublikum erstmals auf der Hausausstellung des Unternehmens präsentiert, die im April stattfand und nach eigenen Angaben wie in den Vorjahren auf großes Interesse stieß.

Ausblick

Derzeit verfügt Hermle über ein sehr solides Auftragspolster: Obwohl der Bestelleingang 2012 konzernweit mit 306,1 Mio. Euro etwas unter dem extrem hohen Vorjahreswert von 319,6 Mio. Euro lag, nahm der Auftragsbestand zum Stichtag 31. Dezember 2012 um gut 4 Prozent auf 87,0 Mio. Euro zu (Vj. 83,6). Auch Anfang 2013 verzeichnete das Unternehmen eine erfreulich starke Nachfrage, insbesondere aus dem Ausland. Daher hält es Hermle für möglich, im Gesamtjahr 2013, wieder die hohen Umsatz- und Ergebniswerte des Vorjahres zu erreichen. Doch ob die stabile Markt- und Bestellsituation anhält, ist angesichts der Staatsschuldenkrise in Europa, von Anzeichen für eine Abkühlung in einzelnen Industrien und bevorstehender Neuwahlen offen.

Das Unternehmen

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren. Hermle-Werkzeugmaschinen kommen aufgrund ihrer hohen Qualität und Präzision in anspruchsvollen Branchen wie Medizintechnik, optische Industrie, Energietechnik, Luftfahrt-, Automobil- und Motorsportindustrie sowie bei deren Zulieferern zum Einsatz. Hermle-Aktien werden im Regulierten Markt der Börsen Stuttgart und Frankfurt am Main gehandelt. kf

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