Siemens-Technik treibt...

Ischgls neue Seilbahn an

Die Siemens-Division Drive Technologies hat in Zusammenarbeit mit der Doppelmayr Gruppe, dem Weltmarktführer im Seilbahnbau mit Sitz im österreichischen Wolfurt, die komplette Antriebs- und Elektrotechnik für die neue Seilbahn "Piz Val Gronda E5" der Silvrettaseilbahn AG geliefert.

Die Visualisierung in allen Stationen sowie der Einsatz der fehlersicheren Steuerung Failsafe Simatic S7 sorgen dafür, dass die Pendelbahn stets störungsfrei läuft und erhöhen zudem die Verfügbarkeit der Anlage. (Bild: Silvrettaseilbahn AG)

In der zweispurigen Pendelbahn im österreichischen Ischgl kommt ein integriertes Antriebssystem zum Einsatz, das aus optimal aufeinander abgestimmten Drehstromantrieben und Sinamics-Frequenzumrichtern besteht. Diese benötigen bis zu 40 Prozent weniger Energie als ihre Vorgängermodelle und tragen zu einem energieeffizienten Betrieb bei.

Für ein hohes Maß an Verfügbarkeit und Sicherheit sorgt die fehlersichere Steuerung Simatic S7 Failsafe. Durch die intelligente Ausgestaltung der Energieversorgung und Niederspannungsverteilung konnte zudem auf einen Kabelgraben zwischen Berg- und Talstation verzichtet werden, sodass das Projekt besonders landschaftsschonend realisiert wurde. Für die Versorgung der Bergstation sind die Energie- und Datenkabel in die Tragseile integriert, wodurch lediglich zwei Stützen zwischen Tal- und Bergstation nötig sind.

Die neue Seilbahnanlage wurde im Rahmen der Erweiterung des Skigebiets Ischgl errichtet und verfügt über zwei Großraumkabinen mit einem Fassungsvermögen von je 150 Personen. Die von Siemens gelieferten Drehstromantriebe liefern eine Leistung von je 800 KW und ermöglichen eine maximale Fahrgeschwindigkeit von 12 m/s. Durch das Zusammenspiel mit den beiden High-Performance-Niederspannungsumrichtern Sinamics S150 entsteht ein Integrated Drive System, das zu einem hohen Maß an Effizienz und Verfügbarkeit beiträgt. Da die anschlussfertigen Sinamics-Schrankgeräte eine standardmäßige Netzrückspeisung aufweisen, ermöglichen sie wesentliche Energieeinsparungen, insbesondere bei häufigen Bremszyklen wie sie bei Seilbahnanlagen typisch sind.

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Durch ihre hochdynamische Netzeinspeisung sind die Antriebe zudem robust bei Netzspannungsschwankungen. Dies wirkt sich positiv auf den Fahrbetrieb und die Verfügbarkeit der Anlage aus. Über die serienmäßige Profinet-Schnittstelle sind die Umrichter in die übergeordnete Automatisierung und Visualisierung eingebunden. Die Steuerung Failsafe Simatic S7 ermöglicht umfangreiche Diagnosefunktionen und somit eine frühe Störungserkennung. Damit erhöhen sich die Verfügbarkeit der Seilbahnanlage sowie die Sicherheit während des Betriebs. Für den Fall eines Stillstands durch einen Stromausfall oder technischen Defekt, ist die Anlage zudem mit zwei unabhängigen Notantrieben ausgestattet, sodass ein Leerfahren der Bahn möglich ist. So kann nahezu ausgeschlossen werden, dass die Fahrgäste aus den Kabinen geborgen werden müssen.

Die "Piz Val Gronda E5" ist zudem die weltweit erste Pendelbahn mit Sitzheizung. Um die je 34 Sitzflächen pro Fahrzeug zu beheizen kam ebenfalls Technik von Siemens zum Einsatz. Ein spezieller Sinamics DCM-Gleichstromantrieb und ein 40-Volt-Trenntrafo sorgen für die dafür nötige regelbare Gleichstromquelle. Darüber hinaus hat Siemens eine Reihe weiterer Systeme realisiert - darunter eine WLAN-Übertragung in den Gondeln mit einer fehlersicheren Kommunikation zwischen Station und den fahrenden Kabinen, sowie eine Audio- und Videoübertragung in HD Qualität.

Siemens war für die Planung, Montage als auch Inbetriebnahme der kompletten elektrotechnischen Seilbahnausrüstung zuständig, die Ende 2013 in Ischgl ihren Dienst aufgenommen hat. Für die Realisierung des Projekts waren die Spezialisten des in Innsbruck, Österreich, beheimateten Kompetenzzentrums "Siemens Alpine Technologies" verantwortlich. kf

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