Wirtschaft + Unternehmen

Schmolz + Bickenbach zu möglichen Folgen der Japan-Katastrophe

"Aktuell rechnen wir mit einem Ausfall von 11,5 Millionen Tonnen Stahl aus japanischer Erzeugung. Bei dem weltweiten Produktionsvolumen von rund 1,2 Milliarden Tonnen ist dieses Defizit aus wirtschaftlicher Sicht eher zu vernachlässigen", erklärte Benedikt Niemeyer anlässlich der jährlichen Bilanzpressekonferenz. Dramatische Auswirkungen auf die internationalen Rohstoffpreise seien daher nicht zu erwarten. Lieferengpässe könnten jedoch regional begrenzt in China, Südkorea, Thailand, Vietnam und Indonesien zu spüren sein. "Zudem gehen wir von zeitlich begrenzten Ausfällen in der japanischen Automobilproduktion aus, wodurch die europäische Konkurrenz neue Marktanteile gewinnen sollte."

Die aktuellen Entwicklungen in Japan haben laut Benedikt Niemeyer, CEO der Schmolz + Bickenbach AG, kaum akute Auswirkungen auf den internationalen Stahlmarkt. Maximal seien kurzfristige Produktionseinschränkungen der japanischen Automobilindustrie und Lieferengpässe im asiatischen Raum zu erwarten.

Langfristig erwartet das Unternehmen einen vermehrten Bedarf an Spezialstählen im Energiesektor. So wird etwa eine deutliche Erhöhung der internationalen Sicherheitsanforderungen an Atomkraftwerke prognostiziert. Bei Nachrüstungen und Neubauten kommen heute vermehrt geschmiedete und damit widerstandsfähigere Stähle zum Einsatz, wo zuvor gegossener Stahl genutzt wurde. "Aber auch die Windkraft, die im vergangenen Jahr aufgrund der Laufzeitverlängerung Marktanteile verloren hatte, erhält in Deutschland neuen Auftrieb", betont Benedikt Niemeyer. "Mit unseren hochspezialisierten Spezialstahllösungen, die wir kontinuierlich für die spezifischen Anforderungen der energieerzeugenden Industrie weiterentwickeln, sind wir für die aktuellen Marktentwicklungen optimal gerüstet." lg

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