Schleifseminar "Metav Spezial 2014"

Schleifen: Mehr als nur Endbearbeitung

Dass sich Schleifen für mehr als nur den "letzten Schliff" eignet, will das Institut für Spanende Fertigung (ISF) der TU Dortmund bei seinem Schleifseminar auf der METAV 2014 zeigen. Am 13. und 14. März geht es hier u.a. um feingeschliffene Funktionsflächen, mikrostrukturierte Verdichterschaufeln und endbearbeitete Großwälzlager.

Es geht um mehr: Die Leistungssteigerung und bessere Prozessauslegung der Schleifmaschinen und ihrer Werkzeuge hat dazu geführt, dass dieses Verfahren nicht nur zur Endbearbeitung eingesetzt wird, sondern mittlerweile auch andere Technologien ersetzt.

"Trockenbearbeitung von CFK mittels Hohlschleifstiften", "Super-Micro-Bandfinishen ohne Kühlschmierstoffe" oder "Magnetfinishen zur Präparation von Vollhartmetall-Werkzeugen" - schon ein kurzer Blick auf drei aktuelle Veröffentlichungen eines Schleifexperten der TU Dortmund beweist, dass sich in Sachen Schleifen viel bewegt. Die Fachartikel stammen von Tobias Heymann, Leiter der Abteilung Schleiftechnologie am ISF. "Die Leistungssteigerung und bessere Prozessauslegung der Schleifmaschinen und ihrer Werkzeuge haben dazu geführt, dass dieses Verfahren nicht nur zur Endbearbeitung zum Einsatz kommt, sondern mittlerweile auch andere Technologien ersetzt", erklärt Heymann. "Wenn es um schwer zerspanbare Materialien geht, substituiert es beispielswiese das Fräsen oder Hartdrehen."

Angepasste Funktionsflächen im Visier

Die eigentliche Kernkompetenz des Schleifens ist und bleibt Heymanns Ansicht nach die Fein- und Feinstbearbeitung, bei der angepasste Funktionsflächen entstehen. Die Aufgabe sieht der Schleifexperte als ein Topthema an, das beispielsweise in der Automobilindustrie mit dem Blick auf Verringerung des Verbrauchs angesagt ist. Beispiele sind Motoren, die dank modifizierter Laufflächen reibungsärmer arbeiten und so weniger Kraftstoff verbrauchen. Hinzu kommen neuerdings Einsätze in Bereichen, in denen - Stichwort Tiefschleifen - höhere Abtragsraten gefordert sind.

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Der Entwicklung entspricht das ISF auch mit den Themen seines Schleifseminars, das sich in drei Schwerpunkte gliedert. Unter der Überschrift "Maschine und Umfeld" nehmen Fachreferenten verschiedene Aspekte, z. B. die Kombinationsbearbeitung oder die Endbearbeitung von Großwälzlagern, unter die Lupe. "Weil der Anwender anspruchsvoll erzeugte Oberflächen auch kontrollieren muss, benötigt er robuste Messsysteme für den direkten Einsatz in der Fertigung", erläutert Heymann. Ein weiteres Thema ist mit Hinblick auf Energieeffizienz auch die Kühlschmiermittelversorgung: Hier scheinen zunehmend als Bio-Alternative zu den Kühlschmierstoffen (KSS) auf Mineralölbasis auch esterbasierte Schmiermittel Fuß zu fassen, weil sie sich problemloser (und preiswerter) entsorgen lassen.

Die CFK-Schleifscheibe ist auf dem Vormarsch

Ins Detail geht es beim Schwerpunkt "Werkzeuge". Fachleute berichten dort beispielsweise über neue Bindungszusammensetzungen und Kornspezifikationen von Schleifscheiben. Dazu sagt Heymann: "Das Seminar beschäftigt sich mit der Frage, was sich mit einer optimalen Anpassung der Schleifscheibe auf den Prozess erreichen lässt." Wegen der höheren Anforderungen an das Schleifen nimmt außerdem das Angebot an Scheiben mit Grundkörpern aus Carbonfaserkunststoff (CFK) zu, die höhere Schleifumfangsgeschwindigkeiten von bis zu 250 Metern pro Sekunde und mehr erlauben. Der Fachmann aus Dortmund beobachtet, dass nicht mehr nur ein Hersteller, sondern mittlerweile rund eine Handvoll Unternehmen CFK-Schleifscheiben anbieten. Das dritte Schwerpunktthema "Prozess" behandelt die Feinstbearbeitung. Referenten stellen neue Verfahren und Entwicklungen vor, die über das Schleifen hinaus das Finishen beherrschen.

Das 5. Dortmunder Schleifseminar kanalisiert einmal mehr das Fachgespräch zwischen Industrie und Forschung: Genügend Gesprächsstoff dürften die Referate bieten, für die das ISF prominente Industrievertreter und Wissenschaftler gewinnen konnte. Die Bandbreite der Themen reicht von der KSS-Zuführung unter den Gesichtspunkten Energieeffizienz und Prozesssicherheit (Blazer Swisslube GmbH, Stuttgart) über das Sintern von mikrostrukturierten Verdichterschaufeln (Prof. Berend Denkena, Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen, Universität Hannover), die wirtschaftliche Schleifprozessentwicklung für Pkw-Kolbenringe (Federal Mogul Burscheid GmbH, Burscheid) bis hin zum Superfinishen mit Piezounterstützung (Supfina Grieshaber GmbH & Co. KG, Wolfach).

Für den Terminkalender

Was: 5. Dortmunder Schleifseminar METAV Spezial 2014

Wann:

  • Donnerstag, 13. März 2014, 12.30 Uhr bis ca. 17.00 Uhr, anschließend Abendveranstaltung
  • Freitag, 14. März 2014, 09.00 Uhr bis ca. 14.30 Uhr, anschließend Möglichkeit zum geführten Messerundgang

Wo: Düsseldorfer Messegelände, Congress Center, CCD Ost, Raum L

Anmeldung hier.

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