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Schaeffler und der Vater der Windgötter
Schaeffler hat in Schweinfurt einen leistungsfähigen Großlagerprüfstand offiziell seiner Bestimmung übergeben. Auf dem Prüfstand können Großlager bis 15 Tonnen und 3,5 Meter Außendurchmesser, wie sie insbesondere in der Windkraft eingesetzt werden, mit einem breiten Simulationsprogramm unter praxisähnlichen Bedingungen getestet werden. Damit tragen die Franken zu einer schnelleren und zuverlässigeren Auslegung von Windkraftanlagen bei und erhöht deren Wirtschaftlichkeit und Sicherheit für die Kunden. Mit einem Investitionsvolumen von rund sieben Millionen Euro ist der Prüfstand eine bedeutende Investition in die Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien und in den Entwicklungsstandort Schweinfurt.
Der neue Prüfstand wird in erster Linie zum Test von Rotorlagerungen für Windkraftanlagen der Multi-Megawatt-Klasse eingesetzt und soll zu einem besseren Verständnis des Gesamtsystems, der Einflussfaktoren und der Zusammenhänge im Antriebsstrang von Windkraftanlagen führen. Das Ergebnis könnten Lager sein, die sich durch geringere Reibung und höhere Auslegungssicherheit auszeichnen. Darüber hinaus lassen sich aus den Tests Hinweise und Empfehlungen zu Betrieb und Wartung der Anlagen sowie zur optimalen Umgebungskonstruktion ableiten. Der Prüfstand ist nach Astraios, einem Titan aus der griechischen Mythologie und Vater der vier Windgötter, benannt.
Der Prüfstand simuliert realitätsnah beispielsweise statische und dynamische Kräfte sowie Momente, die auf Rotorlager und Drehverbindungen einwirken. Getestet werden können alle Rotorlagerungskonzepte für Windkraftanlagen bis sechs Megawatt Leistung. Die Funktionsuntersuchungen geben Aufschluss über Wälzlagerkinematik, Wälzlagertemperatur und Reibungsverhalten, Beanspruchungen und Verformungen. Die dafür benötigten Daten liefern mehr als 300 Sensoren an und in den Lagern.
Die wichtigste Komponente des Prüfstands ist der Belastungsrahmen. An ihm sind jeweils vier hydraulisch betriebene Radial- beziehungsweise Axialzylinder befestigt. Sie erzeugen die realen Lasten und Momente, die in einer Windkraftanlage auftreten. Dabei simulieren die Radialzylinder das Gewicht einer Rotornabe mit Rotorblättern; die Axialzylinder generieren die Windlasten. bw









