zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

Recyclinginitiative in der Chlor-Alkali-Elektrolyse

Melanie Steinbeck,

Titanabfälle werden zu hochreinem Rohstoff aufbereitet

Asahi Kasei, Nippon Steel und Nippon Steel Trading haben eine Recyclinginitiative gestartet, um Titan aus Produktionsabfällen von Chlor-Alkali-Elektrolysezellen zu reinem Titan wiederzuverwerten.

© Asahi Kasei

Chlor-Alkali-Elektrolyse und Titanbedarf

Asahi Kasei ist seit rund fünf Jahrzehnten in der Chlor-Alkali-Elektrolyseindustrie tätig und liefert unter anderem Elektrolysezellen, Ionenaustauschmembranen, Elektroden sowie technisches Know-how für den Betrieb entsprechender Anlagen. In der Chlor-Alkali-Elektrolyse wird Salzlake mittels elektrischem Strom in Chlor, Natronlauge und Wasserstoff aufgespalten. Diese Stoffe dienen als Ausgangsprodukte für zahlreiche chemische Anwendungen in unterschiedlichen Industriezweigen.

Hohe Anforderungen an Materialqualität und Reinheit

Für die Anodenseite von Elektrolysezellen kommt reines Titan zum Einsatz, da es gegenüber Chlor eine hohe Korrosionsbeständigkeit aufweist. Die dafür erforderliche Materialqualität stellt hohe Anforderungen an Reinheit und Verarbeitung. Beim Einsatz von Titanschrott als Rohstoff für das Umschmelzen sind daher strenge Qualitätskontrollen sowie geeignete Vorbehandlungsschritte notwendig, um Verunreinigungen zu vermeiden.

Die nun gestartete Initiative zielt darauf ab, Titanabfälle aus der Produktion von Elektrolysezellen am Standort Nobeoka (Japan) in den Materialkreislauf zurückzuführen. Die dort anfallenden Abfälle werden aufbereitet und zu neuem, hochreinem Titan verarbeitet.

Anzeige

Prozesskontrolle und Rückverfolgbarkeit der Titanabfälle

Zur Sicherstellung der Materialqualität übernimmt Asahi Kasei die Kontrolle des gesamten Prozesses und gewährleistet die Rückverfolgbarkeit durch den Einsatz digitaler Werkzeuge. Nippon Steel Trading übernimmt die Sammlung sowie die Aufbereitung des Materials in einen für den Umschmelzprozess geeigneten Zustand. Ein Teil des aufbereiteten Titans wird anschließend an Nippon Steel zurückgeführt und dort als Rohstoff für die Herstellung von reinem Titan eingesetzt.

Integration in den Umschmelzprozess und Materialkreislauf

„Die Etablierung eines Systems zur Wiederverwertung wertvoller Ressourcen spiegelt die allen beteiligten Unternehmen gemeinsame Nachhaltigkeitsperspektive wider“, kommentierte Yoshifumi Kado, Senior General Manager der Abteilung für Ionenaustauschmembranen und Chlor-Alkali-Elektrolysesysteme bei Asahi Kasei. „Dies ist eine weitere wertvolle Initiative, die zu mehr Nachhaltigkeit in der gesamten Chlor-Alkaliindustrie beiträgt.“

Die beteiligten Unternehmen planen, die Zusammenarbeit weiter auszubauen und die Recyclingquote für reines Titan zu erhöhen. Die Initiative steht im Zusammenhang mit weiteren Aktivitäten zur Rückgewinnung von Materialien aus Elektrolysesystemen, darunter ein im April 2025 angekündigtes Projekt zum Recycling von Edelmetallen.

Ausbau der Kooperation und Erhöhung der Recyclingquote

Ken Hirai, verantwortlich für die Titan-Geschäftseinheit bei Nippon Steel, erklärt: „Diese Initiative wird ermöglicht durch die Kombination von Nippon Steels Technologie zum Umschmelzen von reinem Titan in Industriequalität mit dem etablierten Managementsystem von Asahi Kasei für Titanschrott innerhalb des Herstellungsprozesses.“

Manabu Akimoto, Executive Officer von Nippon Steel Trading, ergänzt: „Diese Zusammenarbeit umfasst die Rückgewinnung, Verarbeitung und Lieferung von reinem Titanschrott und ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer dekarbonisierten Kreislaufgesellschaft. Auch in Zukunft werden wir unsere langjährige Erfahrung im Vertrieb und Handel nutzen, um den reibungslosen Ablauf dieser Initiative sicherzustellen und ihren Mehrwert zu maximieren.“

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren