Geschäftsjahr 2025
HIMA wächst trotz schwieriger Märkte
Die HIMA Group ist im Geschäftsjahr 2025 trotz eines schwierigen Marktumfelds gewachsen. Der Anbieter sicherheitsgerichteter Automatisierungslösungen steigerte seinen Umsatz um 2,4 Prozent auf 190,5 Millionen Euro. Damit setzte das Unternehmen seinen Wachstumskurs fort – in einem Jahr, das von geopolitischen Unsicherheiten, einer zurückhaltenden Investitionsbereitschaft und regionalen Marktschwächen geprägt war.
Vor allem das internationale Geschäft trug zur positiven Entwicklung bei. Es konnte Rückgänge im DACH-Raum ausgleichen, wo die Prozessindustrie unter einer schwachen Marktlage litt. Außerhalb der Euro-Zone bremsten allerdings negative Währungseffekte das Wachstum. Der Auftragseingang blieb hinter dem Vorjahr zurück, was das Unternehmen auf die gedämpfte Investitionsbereitschaft in vielen Märkten zurückführt.
Die Bedeutung des Heimatmarktes nahm weiter ab
„Wir sind in einem deutlich schwierigeren Umfeld nochmals leicht gewachsen. Das zeigt die Robustheit unseres Geschäftsmodells“, sagt Jörg de la Motte, CEO der HIMA Group. „Gleichzeitig sehen wir, dass Investitionsentscheidungen in vielen Märkten länger dauern und Projekte teilweise verschoben werden. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere internationale Präsenz, unsere digitalen Kompetenzen und unsere Rolle als Lösungsanbieter gezielt ausgebaut haben.“
Die Bedeutung des Heimatmarktes nahm weiter ab. Der Anteil der DACH-Region am Gesamtumsatz sank von 24 auf 21 Prozent. Weitere EU-Länder steuerten 19 Prozent zum Umsatz bei, die Region Asien-Pazifik 16 Prozent, der Mittlere Osten 13 Prozent. Auf das Vereinigte Königreich und Norwegen entfielen jeweils 12 Prozent, auf Amerika sieben Prozent. Insgesamt erwirtschaftet HIMA inzwischen 79 Prozent seines Umsatzes außerhalb der DACH-Region.
„Wir konnten ein leichtes Umsatzwachstum verzeichnen, gleichzeitig nehmen wir die rückläufige Auftragsdynamik sehr ernst“, erklärt Dr. Michael Löbig, CFO der HIMA Group. „Für 2026 planen wir ein weiteres Umsatzwachstum, können den Wachstumspfad aus heutiger Sicht aber noch nicht uneingeschränkt bestätigen. Mit Blick auf geopolitische Risiken, Währungseffekte und die Investitionszurückhaltung in einzelnen Märkten bleiben wir vorsichtig.“
Einen wichtigen Schritt sieht das Unternehmen in der Veröffentlichung seines ersten Nachhaltigkeitsberichts für das Geschäftsjahr 2025. Obwohl HIMA nicht zur Berichterstattung verpflichtet ist, fasst der Bericht Aktivitäten in den Bereichen Umwelt, soziale Verantwortung und Corporate Governance zusammen.
„Als Familienunternehmen verfolgt HIMA ökonomische, ökologische und soziale Ziele, um langfristig erfolgreich und verantwortungsvoll zu handeln und zugleich nachhaltige Perspektiven für die nächste Generation zu schaffen“, erläutert Steffen Philipp, Gesellschafter der HIMA Group. „Aus Gesellschaftersicht ist nachhaltiges profitables Wachstum dabei ein entscheidender Faktor.“
Zu den weltweiten Initiativen gehören Maßnahmen zur Verringerung von CO₂-Emissionen, nachhaltigere Messekonzepte, Ladestationen für Mitarbeitende, lokale Umwelt- und Community-Projekte sowie Programme zu Mitarbeiterentwicklung, Diversität und Compliance.
Internationalisierung und Digitalisierung
Die strategische Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe stand 2025 vor allem im Zeichen von Internationalisierung, Digitalisierung und dem Ausbau der Lösungskompetenz. Die Integration von Sella Controls, das seit Februar 2023 zur HIMA Group gehört, wurde abgeschlossen. Das Unternehmen fungiert innerhalb der Gruppe als Kompetenzzentrum für Bahntechnik. Zu den wichtigen Projekten zählen der Abschluss des SCADA-Modernisierungsprojekts Nexus Tyne & Wear Metro in Newcastle sowie ein Auftrag zur Modernisierung der Eisenbahninfrastruktur im Chemelot-Industriepark in den Niederlanden.
Auch die Integration von Origo Solutions, seit Februar 2024 Teil der HIMA Group, ist nach Unternehmensangaben zu mehr als 90 Prozent abgeschlossen. Das Unternehmen stärkt insbesondere die Präsenz in Skandinavien sowie die Kompetenzen in traditionellen und erneuerbaren Energiemärkten. Mit der neuen Einheit HIMA Digital soll zudem die Digitalisierungsstrategie unter dem Leitmotiv #safetygoesdigital in die nächste Phase geführt werden.
Parallel dazu trieb HIMA seine internationale Expansion weiter voran. In Shanghai eröffnete das Unternehmen im Dezember 2025 seinen neuen China-Hauptsitz. Der indische Standort wird nach der Gründung von HIMA India Ende 2024 weiter ausgebaut. In Lateinamerika stärkt die Gruppe ihre Präsenz in Kolumbien und Peru. Während Kolumbien als regionales Zentrum für die Prozessindustrie dient, unterstützt die Niederlassung in Lima Projekte in Peru und den Nachbarländern.
Zum Ausbau des Geschäftsmodells als Lösungsanbieter setzt HIMA zudem auf strategische Partnerschaften. Die Zusammenarbeit mit genua im HIMA Security Lab wurde intensiviert. Gemeinsam mit Samson entwickelt das Unternehmen HIPS- und Pipeline-Management-Lösungen für die Kohlenwasserstoff- und Chemieindustrie. Die Kooperation mit Valmet wird im Energie- sowie Zellstoff- und Papiersektor weiter vertieft. Mit Hilscher verbindet HIMA funktionale Sicherheit mit industrieller Kommunikation für Embedded Systems. Zusammen mit den DEUTA-Werken entstand die Lösung SafeHMI – powered by IconTrust –, die die Bedien- und Anzeigesicherheit in Prozessindustrie und Bahnbereich erhöhen soll und vollständig in die HIMA Safety Platform integriert ist.
Chancen in Energieinfrastruktur und Digitalisierung
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die HIMA Group weiterhin anspruchsvolle Rahmenbedingungen. Geopolitische Konflikte, Währungseffekte und eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft könnten Projekte und Servicegeschäft verzögern. Langfristig sieht das Unternehmen jedoch Chancen – insbesondere bei Investitionen in Energieinfrastruktur, erneuerbare Energien, Wasserstoff, Pipeline-Erweiterungen sowie bei der Digitalisierung sicherheitskritischer Prozesse.
Mit HIMA Digital bündelt die Gruppe ihre Kompetenzen für digitale Lösungen. Im Mittelpunkt steht die Plattform hima360 auf Basis von SCADA+, die sicherheitsrelevante Daten, Anwendungen und Services über den gesamten Safety Lifecycle hinweg vernetzen soll.
„Das Marktumfeld bleibt volatil“, sagt Jörg de la Motte. „Gleichzeitig wächst der Bedarf an funktionaler Sicherheit, OT-Security und digitalen Lösungen. Genau hier setzen wir mit der neuen Einheit HIMA Digital an.“









