Wirtschaft + Unternehmen

Von der Idee zur Lösung

Das »Lifecycle Engineering Solutions Center«, kurz LESC genannt, feierte Ende Juni seine Eröffnung. Das neu gegründete Zentrum unter dem Dach des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) nutzt moderne Virtualisierungstechnologien, um Ingenieurarbeit noch faszinierender und für weite Zielgruppen erlebbar zu machen. LESC hat die Vision, die Hürde zwischen Ideen und deren Umsetzung zu überwinden.

Professor Ovtcharova, Gründerin des LESC, erläutert die neuen Möglichkeiten (Bilder: Lilith Paul).

»Eine entscheidende Herausforderung ist heute, Eigenschaften und Funktionen von zukünftigen Produkten frühzeitig und realitätsnah wahrzunehmen, damit Vorteile für Unternehmen und Kunden entstehen können«, erläutert Professor Jivka Ovtcharova, Gründerin des LESC und Leiterin des Instituts für Informationsmanagement im Ingenieurwesen der Universität Karlsruhe. »Mit LESC ist es möglich, die Entstehung von innovativen Lösungen von der ersten Idee bis zur Marktreife umfassend zu begleiten.« Die Virtualisierung mache Ideen in realitätsnaher Darstellung schnell sichtbar und liefere somit ein hervorragendes Werkzeug zur Planung, Entwicklung und Validierung von Produkten und Prozessen. Daher sei die neue Technik im LESC nicht nur für Ingenieure, sondern beispielsweise auch für Architekten, Mediziner und viele andere Branchen interessant, betont Professor Ovtcharova.

Bisherige Methoden zur Erstellung von digitalen Produktmodellen liefern zwar dreidimensionale Ansichten, jedoch bleibt der Mensch vor dem Bildschirm stets von dem eigentlichen Objekt seines Interesses getrennt. Das Kernelement von LESC ist die immersive Darstellung: »Der Mensch steht im Mittelpunkt des Geschehens und ist somit aktiver Mitgestalter, der alle Wechselwirkungen miterlebt«, erklärt Professor Ovtcharova. LESC verwendet hierfür moderne Projektionstechnik für virtuelle und erweiterte Realität, in einer Kombination, die in der Anwendung sehr flexibel und gut skalierbar ist. In gemeinsamen Forschungsprojekten wird das KIT verstärkt die neue Einrichtung nutzen.

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LESC sei daher eine große Bereicherung für das KIT, betont der Rektor der Universität, Professor Horst Hippler bei der Eröffnung: »Wir freuen uns besonders über das neue Zentrum in diesem zukunftsträchtigen Bereich, welches das Kompetenzportfolio des KIT hervorragend ergänzt.« Den Bedürfnissen der Wirtschaft kommt LESC ebenso entgegen. Gastredner bei der Eröffnung sind unter anderem Willy Suter, Vice President Discrete Manufacturing HP, Dr. Helmuth Ludwig, President Siemens PLM Software Inc., und Klaus Straub, Leiter Organisation & Informationsmanagement Audi AG. Für diese zukunftsweisende Technik gebe es durchaus ideelle Anleihen in der Renaissance – in der Triade Wissenschaft-Kunst-Technik und vor allem in der Person Leonardo da Vincis, so die LESC-Gründerin. Für ihn als Wissenschaftler, Künstler und Erfinder war der Weg von einer ersten Idee über die künstlerische Darstellung bis zu deren innovativer Verwirklichung, in einer Person vereinigt. Dabei stand immer der Mensch im Mittelpunkt der Triade. Leonardo da Vinci sei ein Visionär seiner Zeit gewesen – er musste jedoch, so Jivka Ovtcharova, die leidvolle Erfahrung machen, dass viele seiner Erfindungen nicht umgesetzt werden konnten, da es ihm nicht möglich war, die richtigen Menschen am richtigen Ort und zur rechten Zeit zu erreichen. Der Ingenieur, der Leonardos Ideen Substanz hätte geben können, war nicht für eine Erfindung zu gewinnen, da er damals schlichtweg nicht »just in time« informiert werden konnte. LESC habe sich daher zum Ziel gesetzt, durch die neue Raumdarstellung dazu beizutragen, diese Hürde zwischen Idee und Umsetzung zu überwinden. -fr-

Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Tel. 07 21/60 8 - 74 14, http://www.kit.edu

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