Neue Verteidigungsmesse in Hannover
DSEI Germany beruft drei ehemalige Bundeswehr-Spitzenkräfte in den Beirat
Wenn die DSEI Germany im März 2027 erstmals in Hannover stattfindet, soll sie mehr sein als eine Produktschau der Verteidigungsindustrie. Die Veranstalter wollen die Messe auch als Plattform für die Debatte über die künftige Ausrichtung von Verteidigung und Sicherheit in Deutschland und Europa etablieren. Unterstützung bekommen sie dabei von drei ehemaligen Spitzenmilitärs.
General a. D. Chris Badia, Generalleutnant a. D. Frank Leidenberger und Vizeadmiral a. D. Frank Lenski gehören künftig dem Military Advisory Board der DSEI Germany an. Alle drei schieden Ende 2025 aus dem aktiven Dienst aus und bringen ihre Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen der Bundeswehr in die Entwicklung des Messe- und Konferenzprogramms ein.
„Die DSEI Germany startet zu einem Zeitpunkt, an dem Europa seine militärische Strategie und Verteidigungsplanung neu ausrichtet. General Badia, Generalleutnant Leidenberger und Vizeadmiral Lenski bringen nicht nur ein tiefes Verständnis der Domänen Land, Air, Sea, Cyber und Space mit, sondern auch umfassende Expertise in den Bereichen Verteidigungsplanung und NATO-Transformation“, erklärt Bernd Kögel, Geschäftsführer der DSEI Germany.
Aktuelle sicherheitspolitische Entwicklungen in Europa aufgreifen
Für die Veranstalter ist die Berufung der drei ehemaligen Offiziere Teil des Anspruchs, die aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen in Europa aufzugreifen. „Die DSEI Germany wird das wichtigste deutsche Event für den Verteidigungssektor sein. Sie bringt hochrangige Vertreter der Regierung, der Streitkräfte, der Industrie sowie internationale Partner zusammen, die die Verteidigungsstrategie Europas gestalten. Dabei wird das Advisory Board der DSEI Germany mit seinem Fachwissen und seiner Erfahrung uns dabei unterstützen, dass die neuen militärischen Prioritäten Deutschlands und seiner Verbündeten in der Gestaltung der DSEI Germany widergespiegelt werden“, so Kögel.
Die drei Berater stehen jeweils für unterschiedliche Bereiche der Streitkräfte. Chris Badia begann seine Laufbahn bei der Luftwaffe als Pilot der F-4 Phantom. Später führte er das Jagdgeschwader 71 „Richthofen“, war in Afghanistan eingesetzt und übernahm anschließend Führungsaufgaben auf nationaler und internationaler Ebene. Zuletzt war er Deputy Supreme Allied Commander Transformation der NATO und damit der ranghöchste deutsche Offizier im Bündnis.
Frank Leidenberger trat 1977 in die Bundeswehr ein. Seine Laufbahn führte ihn unter anderem nach Bosnien und Herzegowina sowie mehrfach nach Afghanistan. Von 2009 bis 2010 kommandierte er das deutsche Einsatzkontingent am Hindukusch. Nach seiner militärischen Karriere wechselte er an die Spitze der BWI GmbH, des IT-Dienstleisters der Bundeswehr, die er bis Oktober 2025 als CEO führte.
Frank Lenski wiederum kommt aus der Marine. Er bekleidete verschiedene Führungspositionen in Marine, Streitkräftebasis und Verteidigungsministerium. Zuletzt war er Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte sowie Stellvertreter des Inspekteurs der Marine.
Messe als Schnittstelle zwischen Militär und Industrie
Badia sieht die Messe vor allem als Schnittstelle zwischen Streitkräften und Industrie. „Ich freue mich, als Teil des DSEI Germany-Teams das Launch-Event im nächsten Jahr auf den Weg zu bringen“, sagte er. „Deutschlands kürzlich vorgestellte Militärstrategie betont, wie wichtig es ist, innovative Technologien zügig einzuführen. Hier bietet die DSEI Germany der Industrie die Möglichkeit, ihre Lösungen auf einer globalen Bühne zu präsentieren. Während Deutschland eine führende Rolle innerhalb der NATO einnimmt, freue ich mich darauf, den Dialog über die Stärkung der militärischen Fähigkeiten und der operativen Unabhängigkeit des Kontinents voranzutreiben.“
Die DSEI Germany soll Aussteller aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Land- und Seesysteme, Cyber und Information, Joint Support Systems sowie Industrial Solutions zusammenbringen. Erwartet werden neben Rüstungsunternehmen auch Industriezulieferer und Technologieanbieter aus Deutschland, Europa und weiteren Partnerstaaten.









