Messe-Rundgang von Olaf Scholz
Kanzler trifft Grüne Energie
Nach der feierlichen Messeeröffnung am Sonntagabend startete am Montag der Messebetrieb in den Hallen mit dem traditionellen Rundgang von Bundeskanzler Olaf Scholz und dem Ministerpräsidenten des Gastlandes Norwegen, Jonas Gahr Støre. Leitmotiv der Besuche bei 16 ausstellenden Firmen war die Frage nach der Energiewende.
Gut gelaunt eröffneten die beiden sozialdemokratischen Politiker Scholz und Støre Punkt 9 Uhr ihren Rundgang am norwegischen Hauptstand in Halle 12. Wie schon bei der Eröffnungsfeier unterstrichen beide noch einmal die gemeinsame Verbundenheit. Norwegen war in der Energiekrise nach dem russischen Überfall auf die Ukraine kurzfristig als Gaslieferant für Deutschland und Europa eingesprungen und hatte so verhindert, dass es zu einer schwerwiegenden Energieversorgungskrise auf dem Kontinent kommt.
Beim Rundgang auf dem norwegischen Stand machten die Gäste aber auch deutlich, dass es nicht bei den klassischen fossilen Brennstoffen Erdöl und Erdgas bleiben soll. Yara zum Beispiel bietet sauber hergestelltes Ammonium an, mit dem die erste grüne Schiffahrtsroute zwischen Norwegen und Deutschland betrieben wird, auch in Scholz‘ Heimatstadt Hamburg. Weitere wichtige Themen, die norwegische Unternehmen einbringen wollen, sind klimaneutral produzierter Wasserstoff, dessen Einsatz der staatliche norwegische Energiekonzern Statkraft demonstrierte. Station machte die Tour aber auch bei Statkraft und Gen2Energy.
Grüne Energie für alle
Dem Kanzlertross schlossen sich auch die Bundesministerinnen Lisa Paus (Familie) und zeitweise Bettina Stark-Watzinger (Bildung und Forschung) sowie der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil an. Gemeinsam ließen sie sich am Stand von GP Joule zeigen, wie der System-Anbieter für integrierte Energielösungen und Pionier in der Sektorkopplung die Energiewende in der Praxis umsetzt und auch für Endanwender nutzbar macht. Wie der Wandel zu Grüner Energie am anderen Ende bei einem echten Großverbraucher gelingen kann, machte die Salzgitter AG den Besuchern deutlich; allerdings, braucht alles seine Zeit, wie der Kanzler auf Nachfrage erfuhr. Der Wandel ist dennoch unvermeidlich und das Unternehmen macht Tempo.
Nachhaltigkeit ist der Schlüssel
In Halle 11 rückte das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus. Die Firma Lapp zum Beispiel ließ Bundeskanzler Scholz und Ministerpräsident Støre Stücke von einem Kupferkabel mit einer Schutzummantelung aus Maisstärke abschneiden; das alternative Material ist bei ähnlichen Eigenschaften deutlich nachhaltiger als die traditionell verwendeten Kunststoffe. Auch bei Rittal nebenan ging es um Kabel und die Gäste durften selber Hand anlegen: Auf Knopfdruck produzierten sie individuell gefertigte Kabel nach Maß.
Wie sich diese Kabel dann verbinden lassen, demonstrierte Harting.
PreZero demonstrierten an ihrem Stand, wie die Kreislaufwirtschaft dazu beitragen kann, wertvolle Rohstoffe und Materialien gar nicht erst verlorengehen zu lassen. Das Tochterunternehmen der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) beschäftigt weltweit 30.000 Mitarbeiter und hat sich auf Wertstoffrückgewinnungund Recycling spezialisiert.
Automatisierung ist der Schlüssel
Traditionell stark vertreten sind die Automatisierer. In Halle 11 demonstrierte Schneider Electric eine Vernetzungslösung für die Industrie, mit der sich - unterstützt von Künstlicher Intelligenz in Echtzeit der günstigste Anbieter finden und die Produktionsanlage auf Knopfdruck effizienter fahren lässt, ohne dabei an Performanz zu verlieren.
Mit dem Mittelständler Pepperl+Fuchs rückte dann das Thema Künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt des Interesses: Die Demonstration am Stand zeigte, wie sich eine Anlage mit Hilfe von 3D-Visualisierung und -Objekterkennung steuern lässt.
Rund um Künstliche Intelligenz hatte auch Siemens seine Vorführung aufgebaut: Ein Pick-and-Place-Setup, bei dem ein Cobot verstreute Objekte in einer Box erkennen und sortiert ablegen muss. Ein besonderes Feature war dabei die Benutzeroberfläche: Sie erlaubt neben klassischen Steuerungsmethoden auch die Spracherkennung. Für alles sorgt im Hintergrund die Künstliche Intelligenz, wenn sie entsprechend trainiert wurde.
Seinen Abschluss fand der Rundgang an den Ständen der deutschen Technologiekonzerne Bosch Rexroth und SEW-Eurodrive. Bundeskanzler Olaf Scholz und Ministerpräsident Jonas Gahr Støre gaben sich am Ende einstimmig zufrieden: Das gemeinsame Projekt Grüne Energiewende ist auf dem Weg.










