Wirtschaft + Unternehmen

Maschinen- und Anlagenbau trotz Euro-Krise auf Wachstumskurs

Der globale Maschinen- und Anlagenbau-Markt wächst bis 2015 um 5,8 Prozent, verspricht eine aktuelle Untersuchung der Beratungsgesellschaft Rölfs-Partner. Deutschland und Japan werden sich als Technologieführer behaupten, wobei sich deutsche Maschinenbauer gegenüber asiatischen Wettbewerbern weiterhin dank individueller, qualitativ hochwertiger Speziallösungen durchsetzen können.

Deutsche Unternehmen haben 2011 Maschinen im Wert von insgesamt 163 Milliarden Euro exportiert. Auch wenn dem deutschen Maschinenbau-Markt mit 3,4 Prozent ein unterdurchschnittliches Gesamtwachstum prognostiziert wird, wächst er hinsichtlich der Auftragseingänge aus dem Ausland überproportional. Die zentralen Wachstumstreiber sind eine höhere Nachfrage aus den BRIC-Staaten und ein gestiegenes Qualitätsbewusstsein in Asien sowie eine vermehrte Nachfrage nach energieeffizienten und hochproduktiven Maschinen.

Diese positive Entwicklung zeigt sich auch auf dem Transaktionsmarkt: Nach einem krisenbedingten Einbruch 2009 und 2010 stieg die Zahl der Transaktionen im Maschinenbau-Sektor 2012 weltweit auf 647. Dabei spielt Deutschland mit mehr als 20 Prozent aller weltweiten Transaktionen im Jahr 2012 (137) eine bedeutende Rolle. "Dies ist das Resultat einer voranschreitenden Marktkonsolidierung, getrieben von neuem Optimismus durch die rasche Überwindung der Krise", erläutert Guido Althaus, Transaktions-Experte des Rölfs-Partner Competence Center Transactions. Finanzinvestoren, insbesondere Private Equity Gesellschaften, stehen in Deutschland bei einem Drittel der Transaktionen auf der Käuferseite. Der Anteil der Investoren aus den BRIC-Staaten ist weltweit stark gestiegen - von 5 Prozent 2011 auf 8 Prozent 2012. Dies gilt in besonderem Maße für Deutschland, wo er 2012 auf 11 Prozent gegenüber 6 Prozent im Vorjahr gestiegen ist. Besonders strategische Investoren aus China sind sehr aktiv, wobei hier der Know-how-Gewinn im Vordergrund steht und die deutschen Einheiten weitgehend autark agieren können.

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Die horizontale und vertikale Erweiterung der Wertschöpfungskette, der Zugang zu neuen Technologien und die Diversifizierung der Kundenstruktur und der Absatzmärkte konnten zudem als wesentliche Beweggründe für Transaktionen ermittelt werden. "Hier liegen große Chancen für deutsche Maschinenbau-Unternehmen", erklärt Professor Dr. Gotthard Wolf, Maschinenbau-Spezialist bei Rölfs-Partner. "Zumal zahlreiche Synergien bei einer strategisch geplanten und strukturiert umgesetzten Transaktion entstehen - von der gemeinsamen Nutzung der Strukturen von Vertrieb, Service, Forschung & Entwicklung über ein gemeinsames Lieferantenetzwerk bis hin zu Cross-Selling-Möglichkeiten."

"Internationalisierung bestimmt auch die Trends für Transaktionen der nächsten Jahre", so Althaus. "So verzeichnen wir ein steigendes Interesse ausländischer strategischer Investoren an deutschen Unternehmen. Gleichzeitig müssen sich deutsche Unternehmen noch stärker auf die Anforderungen der Globalisierung einstellen, beispielsweise Fertigungs- und Serviceeinheiten im Ausland zukaufen oder aufbauen und Unternehmensteile abstoßen, um sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren." kf

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