Wirtschaft + Unternehmen

Marktchancen in Osteuropa

Gebannt verfolgt die gesamte deutsche Industrie die Marktentwicklungen in Asien, allen voran in China - und scheint dabei einen viel näher liegenden und ebenso viel versprechenden Markt fast zu vergessen: Osteuropa.
Bosch Rexroth ist bereits seit Jahrzehnten in vielen Osteuropäischen Staaten tätig und baut dieses Engagement stetig aus. Mit einem Investitionsvolumen von 16 Millionen Euro erweitert und modernisiert der Antriebstechnikspezialist, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Robert Bosch GmbH, derzeit im ungarischen Eger die Produktion von pneumatischen Systemkomponenten. In Eger sind rund 250 Mitarbeiter beschäftigt.
¿In den Ländern Mittel- und Osteuropas ¿ und damit auch Ungarn ¿ sehen wir für unser Geschäft nach Asien und Amerika über alle Arbeitsgebiete hinweg die stärksten Perspektiven¿, führt Dr. Alfons Weber aus, Senior Executive Vice President mit Regionalverantwortung für Asien sowie Mittel- und Osteuropa bei Bosch Rexroth. ¿Gleichzeitig nutzen wir die Möglichkeiten, die die Region als Niedrigkosten-Standort bietet.¿
Mit Zuwachsraten von 4,7 Prozent bewegt sich Ungarn derzeit im Mittelfeld der Osteuropastaaten beim wirtschaftlichen Wachstum. ¿Die stärkste Wachstumsregion bildet Russland, wo wir ebenfalls mit Niederlassungen vertreten sind¿, so Dr. Weber. ¿Über eine Fertigung in Russland diskutieren wir intern zwar, haben wir jedoch für die nächsten Jahre nicht geplant.¿
Ausgebaut werden dagegen neben einem neuen Werk in Slowenien die Fertigung in Eger. Bis dato wurde in angemieteten Räumlichkeiten produziert. Im Rahmen der Wachstumsstrategie steht nun in dem Neubau eine Nutzfläche von 13.000 Quadratmetern zur Verfügung. Gefertigt werden Pneumatik-Komponenten vor allem für die Märkte in Europa sowie USA und Asien.
Das neue Fabriklayout und die Arbeitsabläufe in Eger werden nach dem Bosch Production System (BPS) ausgelegt, einem ganzheitlichen Konzept zur Gestaltung von Produktionsprozessen. Das BPS orientiert sich am Gesamtprozess ¿und stellt die Kundenzufriedenheit in den Mittelpunkt¿, erläutert Dr. Weber. ¿Fertigungseinheiten nach dem BPS erreichen erstklassige Ergebnisse bei Qualität, Produktivität und Durchlaufzeiten.¿
Die in Ungarn gefertigten Pneumatik-Bauteile kommen in verschiedenen Branchen des Maschinenbaus zum Einsatz, beispielsweise in der Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie, in Marineanwendungen, in der Logistikautomation sowie in der Aluminiumherstellung.
Rexroth setzt mit dem Werk in Eger die Strategie um, vorhandene Fertigungsstätten in Mittel- und Osteuropa auszubauen. Alfons Weber: ¿Gleichzeitig streben wir aber an, die Herstellung von Produkten, die ein spezielles Know-how erfordern, soweit wirtschaftlich vertretbar in den Kernwerken zu halten.¿
Das Unternehmen konnte seit der Gründung 2001 trotz einer schwachen Weltkonjunktur den Umsatz steigern und in die Erweiterung der Fertigungskapazitäten investieren.
In Ungarn wird die Bosch-Tochter bis Ende 2006 insgesamt rund 150 Millionen Euro in den Ausbau von Fertigungsstätten seit 2003 investiert und insgesamt rund 2000 neue Arbeitsplätze geschaffen haben. ¿Mit jedem Arbeitsplatz, den wir im Ausland schaffen¿, versichert Dr. Alfons Weber, ¿sichern wir auch unsere Arbeitsplätze in Deutschland.¿
hs

Links: http://www.boschrexroth.de

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