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Logistik: "Aufgehellte Erwartungen" für die nächsten Monate
Das Klima in der deutschen Logistikwirtschaft hat sich zu Beginn des zweiten Halbjahres spürbar verbessert. So kommentiert Prof. Dr.-Ing. Raimund Klinkner, Vorsitzender des Vorstands Bundesvereinigung Logistik, die Ergebnisse des BVL/DIW Logistik-Indikators drittes Quartal 2009. Gegenüber dem Vorquartal konnte der Indikator deutlich zulegen - mit dem bislang kräftigsten Zuwachs in einem Quartal. Die Entwicklung wird maßgeblich getragen von aufgehellten Erwartungen für die nächsten zwölf Monate. Zwar liegt der Index weiterhin unter dem Normalniveau, aber es geht nach langer Durststrecke wieder aufwärts. Die größte Klimaverbesserung signalisierten die Logistikdienstleister. Bei Industrie und Handel war der Zuwachs verhaltener, aber dort waren die Werte in den Vorquartalen weniger pessimistisch. Zur besseren Lage der Anbieter hat vor allem die Stabilisierung der Auftragseingänge beigetragen, die sich in der Frühjahrsumfrage noch im freien Fall befanden. An der überwiegend als schlecht eingeschätzten Kapazitätsauslastung hat sich kaum etwas geändert: Die Pläne weisen weiterhin in Richtung Kapazitätsrückbau, sowohl beim Personal als auch bei den Sachkapazitäten. Bei den Nachfragern aus Industrie und Handel liegen die Erwartungen binnenwirtschaftlich und grenzüberschreitend im positiven Bereich. Die Auslastung der eigenen Logistikkapazitäten wird jedoch als niedrig eingeschätzt und die im Markt verfügbaren Kapazitäten als hoch. Ein Abbau der Sachkapazitäten ist - anders als noch im Vorquartal - nicht mehr geplant, jedoch weisen die Erwartungen hinsichtlich des Personaleinsatzes immer noch deutlich nach unten. Die Krise ist sicher noch nicht überwunden, so Klinkner weiter, aber die Auftragseingänge steigen, die Produktion wird wohl in absehbarer Zeit vielerorts wieder anziehen. Damit könnte die Talsohle erreicht sein und eine Stabilisierung der Wirtschaft auf niedrigem Niveau beginnen. Allerdings ist das Bild von Branche zu Branche nach wie vor sehr heterogen. Die weitere Entwicklung des Arbeitsmarktes wird zudem spürbare Auswirkungen auf die Binnenkonjunktur und damit auch auf die Logistik haben. Richtung und Nachhaltigkeit der Impulse bleiben zunächst offen. Ein positives Signal ist aber heute schon sichtbar: Trotz Konjunkturkrise tritt die Logistik mit Innovationen insbesondere in Industrie und Handel beherzt an. Über ein Drittel der Unternehmen weitet zurzeit die Investitionen in Innovationen aus, knapp die Hälfte hat die Investitionspläne nicht geändert und nur jedes sechste schränkt die Innovationstätigkeit ein. Diese Entscheidung für nachhaltige Investitionsentscheidungen auch in Krisenzeiten verdient Respekt - und ist ein ermutigendes Signal. Die leistungsstarke Logistik bereitet sich auf ein kraftvolles Durchstarten vor. pb








