Industrie 4.0 bei Bosch Rexroth:
Montagelinie zeigt die Praxis
"Auf der Automationsebene sind die technischen Voraussetzungen für Industrie 4.0 bereits vorhanden", bekräftigt Lucas Wintjes, Geschäftsleiter Vertrieb Fabrikautomation der Bosch Rexroth AG. Zum Beweis will das Unternehmen auf der Hannover Messe 2014 eine realitätsnahe Montagelinie präsentieren. Sie ermöglicht die wirtschaftliche, vollautomatische Herstellung individueller Produkte.
Die Konzeptstudie zeigt, wie weit der aktuelle Stand der Technik bereits fortgeschritten ist. "Sämtliche Komponenten und Softwarefunktionen stammen aus unserem aktuellen Produktportfolio", hebt Wintjes hervor. Dabei bilden dezentral intelligente Antriebe und Steuerungen von Rexroth die Basis für eine Vernetzung von Automatisierung und virtueller IT-Welt. Bei der Montagelinie gibt nicht wie bislang üblich eine zentrale Steuerung die Bearbeitungsschritte vor, sondern das zu fertigende Produkt selbst. Dazu kombiniert Bosch Rexroth den Rohling auf einem Werkstückträger mit einem RFID-Tag. Dort wird die individuelle Konfiguration digital hinterlegt. Jede Bearbeitungsstation liest diese Informationen und führt die entsprechenden Schritte eigenständig aus.
In einer anderen realen Anwendung werden die Daten aus dem Bestellsystem automatisch übertragen. "Wir haben bereits ein erstes Produktionswerk auf die RFID-Technologie umgerüstet", betont Wintjes. Bei einer deutlich flexibleren Fertigung zeigen die ersten Ergebnisse eine um zehn Prozent höhere Produktivität in der Logistik und um 30 Prozent geringere Bestände.
Die beispielhafte Umsetzung von Industrie 4.0 verknüpft Bosch Rexroth mit Erfolgen bei der Energieeffizienz. In der der Montagelinie kommen ausschließlich im Wirkungsgrad gesteigerte Antriebe zum Einsatz. Ein intelligentes "Energiemanagement" schaltet bedarfsgerecht einzelne Verbraucher ab und reduziert Leistungsspitzen. bw









