Wirtschaft + Unternehmen

E-Mobiltät als technischen Gesamtkomplex angehen

"Es geht nicht mehr darum, einzelne Moleküle oder Komponenten zu erforschen, sondern Lösungen auf Systemebene zu entwickeln, die auch industriellen Ansprüchen genügen", erklärt Projektleiter Andreas Gutsch die Anforderungen. Im übergreifenden Projekt "Competence E" am KIT arbeiten dazu 250 Wissenschaftler aus 25 Instituten fachbereichsübergreifend zusammen, um unter anderem Innovationen aus der Forschung in den Markt zu überführen. Zwar müssen die Teilkomponenten Material, Zelle, Batterie, Wechselrichter und Motor jede für sich noch verbessert werden, aber das größte Innovationspotential ergibt sich, wenn man dabei konsequent das Gesamtsystem im Focus hat. "Hier wollen wir mit unserer integrierten Entwicklung ansetzen", sagt Gutsch. "Denn nur mit Blick auf das Gesamtsystem werden wir es schaffen, die Kosten für elektrische Antriebe zu senken und diese marktfähig zu machen."

E-Mobilität: Lösungen auf Systemebene möchte das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) systematisch angehen.

Heutzutage entfallen rund 70 Prozent der Produktionskosten der Komponenten auf die Fertigung und nur 30 Prozent auf die Rohstoffe. Elektromobilität umfasst alle großen Industrien wie Autobau, Maschinenbau, Elektrotechnik und Chemie. Nach dem Motto "Low Cost is High Tech" gilt es schon während der Entwicklung von Batterie und Antrieb marktgängige, interdisziplinäre Produktions- und Fertigungsverfahren anzustreben.

"Unser Ziel ist es, mit Demonstratoren aufzuzeigen, dass unsere Komponenten und Produktionslinien reif sind für die industrielle Umsetzung", so Gutsch.

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Zu diesem Zweck laufen bereits die Planungen für eine sogenannte "Forschungsfabrik" am KIT. Hier könnte die Wertschöpfungskette zwischen Forschung und Industrie geschlossen werden, indem prototypische Fertigungslinien für neuartige Batterien und Elektromotoren mit KIT-Know-how aufgebaut werden.

Für Aufbau und Forschung kalkuliert das KIT Projektkosten von rund 200 Millionen Euro bis 2018. Ähnlich wie andere öffentlich geförderte Großforschungsstätten, etwa Beschleuniger und Reinraumlabore wird die "Forschungsfabrik" allen Partnern aus Industrie und Forschung offen stehen und wird so maßgeblich zu einer schnellen und flächendeckenden Verbreitung neuer Technologien in Deutschland beitragen. Innovation ist neben Lehre und Forschung eine der drei Säulen des KIT. Ergebnisse aus "Competence E", unter anderem Konzepte für modulare Batterien und Motoren, stellt das KIT auf IAA in Frankfurt Mitte September vor. bw

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