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Das Problem der krummen Bohrung
Wie bringt man eine gekrümmte Bohrung in einen massiven Metallblock ein? Als Hersteller von hochwertigen Funktionsbauteilen aus Kunststoffen mit eigenem Werkzeugbau wurde Weiss mit dieser Fragestellung konfrontiert. Ein Kunde, für den das Unternehmen seit vielen Jahren hochbelastbare Polyamid-Kettenspanner für Kfz-Motoren fertigt, wollte im Zuge der Bauteilintegration den Ölmessstab gekrümmt durch den Spanner führen.
Das Problem lösten die Weiss-Ingenieure mit einer eigenen Herangehensweise. Projektingenieur Stefan Martini: "Wir haben diesen Teil des Werkzeugs in zwei Hälften gefertigt, die anschließend durch Verstiften und Hartlöten verbunden wurden." Da die Krümmung zumindest gleichmäßig ist, kann beim Spritzgießen ein gekrümmter Schieber eingesetzt werden, der den Hohlraum für den Ölmessstab erzeugt. Mit modernen CAD- und Simulationswerkzeugen wurden die Kühlkanäle so platziert, dass trotz der sehr heterogenen Wandstärken eine gleichmäßige Prozesstemperatur gewährleistet ist.
Da die Temperaturführung in diesem komplexen Werkzeug ein wichtiger Prozessparameter ist, nutzt der Werkzeugbau von Weiss hier eine High-Tech Lösung. An der Werkzeugoberfläche sind hochbelastbare Sensoren integriert, die den Druck und die Temperatur "inline" an den besonders kritischen Stellen überwachen.
Die Sensorik ist unmittelbar mit der Maschinen- und Prozesssteuerung verbunden, so dass das Bauteil beim Über- beziehungsweise Unterschreiten von definierten Werten sofort bei der Entnahme aus dem Werkzeug als "n.i.O" erkannt und ausgeschleust werden kann. Erst dieses Zusammenspiel von robuster "Hardware" - das Werkzeug wiegt insgesamt rund 2,5 Tonnen - und präzise arbeitender Sensorik schafft die Voraussetzung dafür, dass diese anspruchsvollen Bauteile inzwischen in hoher Qualität produziert werden und sich in der Praxis bewähren. bw









