6. Forum Effektive Fabrik

Experten diskutieren über Industrie 4.0

Lange schon wird Industrie 4.0 als rein technologische Revolution gesehen. Beim 6. Forum Effektive Fabrik zeigten Experten aus Wissenschaft und Industrie auf, dass es dabei um mehr geht.

Das MPDV Forum Effektive Fabrik wurde am 24. September bereits zu sechsten Mal in der Stadthalle Hockenheim veranstaltet. Mit 345 Teilnehmern übertraf die Veranstaltung das letzte Forum Effektive Fabrik im Jahr 2012. Abseits der Vorträge hat sich das Forum zu einem Branchentreff für deutsche Fertigungsunternehmen entwickelt.

Dass der effiziente Umgang mit materiellen und energetischen Ressourcen heute und künftig noch mehr von Bedeutung ist, erklärte Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Umweltwissenschaftler, Klimaforscher und Schirmherr des Forum Effektive Fabrik, eindrucksvoll unter Nennung zahlreicher Beispiele. Nur durch eine gesteigerte Prozess- und Ressourceneffizienz ist eine Weltbevölkerung von sieben Milliarden Menschen mit europäischem Wohlstandsniveau darstellbar.

Was das mit dem Wirtschaftsstandort Deutschland und Industrie 4.0 zu tun hat, konnte Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kletti, geschäftsführender Gesellschafter der MPDV Mikrolab GmbH aufzeigen, indem er die bisherigen Erfolge von Manufacturing Execution Systemen (MES) und die Erwartungen an deren Weiterentwicklung kurz darstellte.

Jochen Schumacher, Director MPDV Campus, stellte fest, dass Ressourceneffizienz bereits im Kleinen beginnt - in jedem einzelnen Fertigungsbetrieb. Durch eine zielgerichtete Kombination aus Lean Manufacturing Methoden und moderner Fertigungs-IT können Unternehmen Schritt für Schritt den Status einer perfekten Produktion erreichen und durch einen gelebten kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) diesen auch halten.

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Welchen Nutzen der langjährige MES-Anwender Gerhardi Kunststofftechnik GmbH aus der MES-Lösung HYDRA von MPDV zieht, wusste Thomas Dinter, Geschäftsführer der Gerhardi Gruppe zu berichten. Mit viel Geduld und vor allem Akzeptanz bei den Werkern führte Gerhardi vor mehr als zehn Jahren HYDRA ein und steigerte damit nachhaltig sowohl die Transparenz in der Fertigung als auch die Produktivität. Als Garant der eigenen Wettbewerbsfähigkeit ist das MES bei Gerhardi nicht mehr wegzudenken.

Die Brücke zwischen Industrie 4.0 und dem Einsatz von MES-Lösungen schlug Rainer Deisenroth, Vice President Sales / Marketing bei MPDV. Er verglich Industrie 4.0 mit einem sich selbstregelnden Kreisverkehr und zeigte anhand des Zukunftskonzepts MES 4.0 auf, welchen Herausforderungen sich Fertigungsunternehmen und deren IT-Systeme zukünftig gegenüberstehen werden. Seiner Handlungsempfehlung nach sollten sich Produktionsunternehmen heute schon mit der Einführung eines modernen MES-Systems auf zukünftige Anforderungen aus Industrie 4.0 vorbereiten und so nachhaltig die eigene Wirtschaftlichkeit sicherstellen.

Fazit der von Prof. Dr.-Ing. Daniel Großmann von der Technischen Hochschule Ingolstadt moderierten Podiumsdiskussion war, dass MES zwar bereits ein erster Schritt in Richtung Industrie 4.0 sei, aber noch lange nicht das Ziel. Insbesondere unterstrich er die Warnung, nicht bereits vorhanden Technologien einfach mit einem Industrie 4.0-Aufkleber zu versehen. Zurücklehnen darf sich die Industrie in Deutschland sicherlich nicht, da sie unter strenger Beobachtung insbesondere aus Ostasien steht. Nichtsdestotrotz sollte keine Entscheidung überstürzt werden - jedes Unternehmen muss sich die jeweils passenden Impulse aus Industrie 4.0 herausnehmen und sich auf das Ziel der eigenen Wettbewerbsfähigkeit konzentrieren.

Am Forum Effektive Fabrik, welches MPDV bereits zu sechsten Mal in der Stadthalle Hockenheim veranstaltete, nahmen 345 Geschäftsführer und Entscheider namhafter Produktionsunternehmen teil, um sich neue Impulse fürs eigene Unternehmen zu holen und ihre Erfahrungen mit Gleichgesinnten auszutauschen. Ein Teilnehmer bestätigte: "Alles in allem pragmatische Vorträge, die den Nutzen von MES einfach verdeutlichen und den Zusammenhang zu Industrie 4.0 richtig darstellten." kf

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