Wirtschaft + Unternehmen

"Die Gewinnbeteiligung unserer Mitarbeiter macht uns unabhängig von den Banken"

Kunden können über die Leasinggesellschaft die Identgeräte von Bluhm auch leasen, nicht nur kaufen.
SCOPE: Wie funktioniert die Beteiligung Ihrer Mitarbeiter, Herr Bluhm?
Bluhm: Unser Gewinn fließt zu einem Drittel in einen Fond zu Gunsten der Mitarbeiter. So bilden wir eine Rückstellung. Dieses Guthaben wird zehn Jahre steuerlich neutral gestellt. Also können wir mit diesem Geld brutto für netto arbeiten. Danach wird das Kapital ein Zwei- oder Dreifaches sein. Im Gegensatz zu Riester bezieht der Mitarbeiter jährlich Zinsen aus seinem Guthaben. Der Gewinn wird den Mitarbeitern zuteil bis zu einem vierzehnten Gehalt ¿ oder mehr. Wir haben eine Leasing-Gesellschaft vorgeschaltet, praktisch als Hausbank. Wir bieten Kunden an, Käufe bei uns zu finanzieren. Die Gesellschaft ist gegründet als GmbH & CO. KG. Die Hauptgesellschafter unseres Unternehmensverbundes tragen diese GmbH als Komplementäre. Nach zehn Jahren Laufzeit kann jeder Mitarbeiter Kommanditist oder stiller Gesellschafter werden. Mehr als 70 Prozent der Mitarbeiter haben sich bisher entschieden, das Geld in die Firma einzulegen ¿ ein Vertrauensbeweis.
SCOPE: Wie hoch ist die jährliche Verzinsung?
Bluhm: Die jährliche Verzinsung des Guthabens beträgt fünf Prozent ¿ hier richten wir uns nach den steuerlichen Vorgaben. Würde nicht ausgeschüttet, müssten wir bilanziell den Betrag abzinsen. Bluhm Leasing hat bis dato außerordentlich hohe Gewinnquoten erwirtschaftet ¿ 18 Prozent und mehr. Die Leasing führt ihre Geschäfte mit minimalem Aufwand. Sie können von drei Millionen Euro Vermögen auf der Mitarbeiterseite ausgehen. Früher hat man mit Pensionsrückstellungen stille Reserven entwickelt. Aber mit dem großen Nachteil, dass durch die Pensionszusage eine Verpflichtung entsteht. Und dies unabhängig, wie die Geschäfte laufen. Diesem Zwang wollte ich mich nicht aussetzen.
SCOPE: Versuchen manchmal Mitarbeiter, sich in die Unternehmensführung einzumischen?
Bluhm: Im Regelfall nein, ausgenommen die Führungsriege. Generell legen wir Wert darauf, dass die Mitarbeiter Verbesserungsvorschläge aus ihrem Arbeitsumfeld erkennen. Unter den rund 270 Mitarbeitern gibt es die unterschiedlichsten Charaktere. Ein Drittel verfolgt sehr bewusst die Zusammenhänge und lässt sich davon motivieren. Ein weiteres Drittel ist relativ neutral, und das letzte Drittel macht sich keine besonderen Gedanken darüber. Dass das Unternehmen Transparenz übt und für Mitarbeiterverständnis wirbt, zeigt die Tatsache, dass im Unternehmensverbund kein Betriebsrat existiert.
SCOPE: Wie nehmen Ihre Kunden die Leasingangebote an?
Bluhm: Dieses Angebot ist vor allem für kapitalschwache Firmen interessant. Darum sind wir damit in den neuen Bundesländern besonders erfolgreich. Wir als Bluhm Leasing schätzen das Risiko als kalkulierbar ein, denn wir haben als Sicherheit unsere Anlage, die wir im Falle eines Crashs weiterverkaufen können.
Claus Mayer

Links: http://www.bluhmsysteme.com

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