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Artikel und Hintergründe zum Thema

Demat klagt

Euromold will Formnext verhindern

Die Fronten verhärten sich: Erst unlängst hatte der Messeveranstalter Demat rechtliche Schritte gegen die Messe Frankfurt eingeleitet (SCOPE ONLINE berichtete), jetzt verklagt der Euromoldveranstalter die Stadt Frankfurt als Miteigentümerin der Messe Frankfurt wegen Verstoßes gegen die Hessische Gemeindeordnung (HGO). Die Messe Frankfurt schlägt derweil mit dem Vorwurf, die Demat komme ihren Zahlungsverplichtungen nicht nach, zurück.

Wie ein Sprecher der Demat mitteilte, habe man am Montag dieser Woche eine Klage gegen die Stadt Frankfurt eingereicht. Mit der Klage werden wir erreichen, dass die Stadt Frankfurt der Messegesellschaft bzw. deren Tochtergesellschaft untersagt, die formnext stattfinden zu lassen. "Wir sind zuversichtlich, dass das Gericht unserer Klage stattgeben wird, und die Stadt Frankfurt ebenso wie das Land Hessen, beide Eigentümer der Messe Frankfurt, ein entsprechendes Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt auch befolgen werden."

Weiter heißt es von Seiten der Demat: Die Messe Euromold von Demat fand seit 1995 in Frankfurt statt. Im November 2014 kündigte die Messe Frankfurt den mit Demat geschlossenen Vertrag und kündigte an, dass in Frankfurt statt der Euromold künftig eine eigene Messe stattfinden werde. "Die Veranstaltung dieser Messe verstößt gegen die Beschränkungen, die Unternehmen, die einer Kommune ganz oder mehrheitlich gehören, unterliegen. In Hessen dürfen solche Unternehmen privaten Anbietern grundsätzlich keine Konkurrenz machen. Genau das aber macht die Messe Frankfurt. Bei der geplanten Veranstaltung der formnext geht es offensichtlich darum, die seit Jahrzehnten bestehende und äußerst erfolgreiche Messe Euromold, die bislang in Frankfurt stattfand, zu Gunsten einer eigenen Messe zu verdrängen. Diese Vorgehensweise ist nicht hinnehmbar. Damit verletzt die Messe Frankfurt die Vorgaben des hessischen Gemeinderechts zu Lasten der Privatwirtschaft. Uns empört dabei auch die Aggressivität, mit der die Messe vorgeht. Dies können wir nicht hinnehmen, dagegen müssen wir uns wehren", führt der Sprecher von Demat weiter aus.

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Erst unlängst hatte das Landgericht Frankfurt eine einstweilige Verfügung wegen widerrechtlicher Datennutzung gegen die Messe Frankfurt bestätigt. Tochtergesellschaften der Messe Frankfurt hatten, obwohl zu diesem Zeitpunkt der mit Demat geschlossene Euromold-Vertrag noch bestand, illegal Daten zur Bewerbung ihrer neuen Messe verwendet. "Die Werbeaktion der Messe Frankfurt erfolgte unmittelbar nach Übergabe des Schreibens, in dem eine Kündigung der Euromold erklärt wurde. Das war offensichtlich länger vorbereitet", erläutert der Sprecher. Demat hat aufgrund des Vorgehens der Messe Frankfurt inzwischen vor dem Landgericht Frankfurt Schadensersatzansprüche gegen die Messe Frankfurt anhängig gemacht.

Auch die hessischen Steuerzahler, so die Demat weiter, würden durch das Vorgehen der Messe Frankfurt geschädigt. Denn nach 21 sehr erfolgreichen und besucherstarken Jahren wurde die Euromold durch die Messe Frankfurt nach Düsseldorf verdrängt. Damit büße die Messe Frankfurt nicht nur Umsatz ein, sondern schädige gleichzeitig auch das Ansehen des gesamten Messeplatzes. Zumal die Branche über die Vorgehensweise der Messe Frankfurt irritiert sei. Die bei Erstveranstaltungen wie der formnext üblichen, erheblichen Anlauf-Verluste trage in diesem Fall der Steuerzahler. "Anders als die Messe Frankfurt wäre ein privates Unternehmen hier zur Sparsamkeit gezwungen. Zumal sich aufgrund der von der Messe Frankfurt bisher publizierten Informationen abzeichnet, dass die formnext sehr überschaubar bleiben wird", sagt der Sprecher abschließend.

Die Messe Frankfurt ließ am gestrigen Mittwoch im Gegenzug  folgende Verlautbarung über den Ticker laufen:

"Nachdem der Veranstalter der Messe Euromold, die Demat GmbH, in den vergangenen Jahren ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen wiederholt nicht nachgekommen ist, hat sich die Messe Frankfurt gezwungen gesehen, den Vertrag mit dem Gastveranstalter im Anschluss an die Euromold 2014 außerordentlich zu kündigen. Im Februar 2015 hat die Messe Frankfurt die offenen Forderungen im höheren sechsstelligen Bereich gerichtlich geltend gemacht.

Vor der Kündigung hatte die Messe Frankfurt der Demat in zahlreichen Gesprächen unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit angeboten und damit ihr Bemühen zum Ausdruck gebracht, die Euromold wieder auf eine solide Basis zu stellen. Diese Aktivitäten waren vom Wunsch der Branche getragen, eine wichtige Marktplattform in Frankfurt zu erhalten. Parallel zu diesen Anstrengungen seitens der Messe Frankfurt hat die Demat die Verlagerung der Euromold an den Standort Düsseldorf vorangetrieben und den Umzug während der Euromold 2014 verkündet.

Vorausgegangen war ein jahrelanger Rückgang auf Ausstellerseite. Dem Wunsch vieler Aussteller folgend, in Frankfurt bleiben zu wollen und eine zukunftsfähige internationale Veranstaltung zu etablieren, hat die Messe Frankfurt im Schulterschluss mit der Branche die Formnext ins Leben gerufen. Die Messe für Aussteller aus den Additiven Technologien, dem Werkzeug- und Formenbau sowie anderen Bereichen der Produktentwicklung und -herstellung findet vom 17.-20. November 2015 in Frankfurt statt. Sie wird von der Mesago, einem Tochterunternehmen der Messe Frankfurt organisiert. Viele Marktführer, insbesondere aus dem Bereich Additive Technologien / 3D-Druck unterstützen die Veranstaltung aktiv."

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