CAD-Software für Blechverarbeitung
Blech-Baum der Erkenntnis
Um die Unternehmensprozesse weiter zu verbessern, entschied sich der Vorstand 2014, die vorhandene 2D-CAD-Software durch eine 3D-Lösung zu ergänzen und – im Sinne von Industrie 4.0 – Fertigungsumgebungen zu schaffen, die „auf dem sicheren Austausch von Informationen und der Vernetzung von Maschinen und Prozessen“ basieren sollen.
„Unsere Kunden senden uns circa 50 Prozent der geforderten Produkte in Form von Dateien (.STP, .DXF, .DWG)“, erläutert Christoph Langen. „Früher mussten diese Daten zeitaufwändig manuell nachbearbeitet werden, um diese in eine den betrieblichen Vorgaben entsprechende technische Arbeitsvorbereitung umzuwandeln. Wir sahen uns deshalb nach einer Lösung um und stießen auf die SPI GmbH aus Ahrensburg.“ Im Juni 2016 kam es zur Präsentation. Hauptgründe der Entscheidung für SPI waren die Integration in Solidworks, die Möglichkeit der direkten Erstellung von Geo-Files für das Laserschneidzentrum und das Hinterlegen der benötigten Werkzeuge für die Abkantpressen. Hinzu kam die Möglichkeit der individuellen Anpassung. Im November 2016 erteilte die AG der Firma SPI den Auftrag für die Installation einer Netzwerklösung mit zunächst drei Lizenzen.
„Der positive Eindruck setzte sich bei der Abwicklung des gesamten Auftrages fort. Angefangen von der Erstellung einer individuellen Verkürzungsmaßtabelle bis hin zum technischen Support und Anpassung der vorhandenen Freischnitte im Programm. Hier wurden gestellte Anforderungen binnen kürzester Zeit umgesetzt, angepasst und integriert“, berichtet Produktionsleiter André Tilmes begeistert.
„Gerade bei komplexeren Kantprofilen mit ineinandergreifenden Laschen oder Bauteilen mit Radien, die segmentiert gekantet werden müssen, sind große Zeitersparnisse entstanden“, bestätigt auch Oliver Neumann, Leiter der Arbeitsvorbereitung. „SPI erstellt auf Basis der Material- und Werkzeug Datenbanken eigenständig die Abwicklung der Bauteile inklusive der Geo-Daten. Für die Werkstattzeichnung werden die segmentiert gekanteten Radien und alle einzelnen Kantschläge mit Winkeln dargestellt. Der größte Vorteil ist die Möglichkeit, Modelle scharfkantig zeichnen zu können. SPI erstellt die Abwicklung dann mit den richtigen Biegeradien und allen nötigen Eck- oder Laschen-Freistellungen und gibt bei Bedarf ein fertigungsgerechtes Step-Modell aus, welches dem realen Bauteil mit Radien und Freistellungen entspricht. Dies ist gerade bei größeren Baugruppen von Vorteil, um Kollisionsgefahren zu erkennen und korrigieren zu können.“
Baum aus Edelstahl testet Grenzen der Software
„Für unsere Kunden Orproject und Winterberg Metall realisierten wir ein mittlerweile preisgekröntes Kunstprojekt in Form eines Baumes aus Edelstahlsegmenten“, berichtet Oliver Neumann. „Der Kunde schickte uns eine Baugruppe im Step-Format. Mit Hilfe von SPI konnten die Einzelteile zügig geladen und mit den für unsere Produktion nötigen Fertigungsinformationen versehen werden. Unsere Erkenntnis: Dank der SPI-Funktionen war es möglich, mit wenigen Arbeitsschritten Werkstattzeichnungen zu erstellen, die vollständige Biegetabellen enthielten. Im gleichen Arbeitsgang wurden Geos inklusive Biegemarkierungen für unser Laserschneidzentrum erstellt. Diese waren nötig, da durch die vielen Kantungen in den Bauteilen keine parallelen Flächen vorhanden waren, um diese anschlagen zu können.“
Auch in der Fertigung konnten die Profis aus Köln-Longerich Kapazitäten gewinnen. Mit den jetzt verfügbaren Bauteilzeichnungen inklusive aller Angaben zu Anschlagmaßen und Winkeln konnte die Produktion deutlich wirtschaftlicher und effizienter gestaltet werden: „Früher wurden umständlich Einstellmuster produziert: Gern auch schon mal ein paar mehr, bevor alle Parameter passten, heute ist es in der Regel ein Muster und dann folgt die Serie.“
Zurzeit sind drei von fünf Arbeitsplätzen mit SPI bestückt. Christoph Langen zögert nicht: „Wir werden in Zukunft alle Arbeitsplätze ausstatten. Die Abläufe in der Arbeitsvorbereitung haben sich deutlich vereinfacht. Durch die Integration der Software haben wir Zeiteinsparungen von circa 20 Prozent bei der Ausarbeitung von Fertigungsunterlagen und bei der Verschachtelung der Bauteile in der Laserprogrammierung. Neben der Ersparnis bei der eigentlichen Konstruktion profitieren wir im Besonderen von der gleichzeitigen Erstellung der Geo-Dateien für unsere Laserschneidanlage, so dass dieser Arbeitsgang in der Laserprogrammierung entfällt. Die Zusammenarbeit mit SPI hat sich seit dem ersten Tag sehr positiv und effektiv gestaltet.“
















