Ulrich Kromer von Baerle
„Integration statt Ausgrenzung“
Der Einsatz von Lasern in der Fertigung boomt und auf der Messe Lasys dreht sich alles um dieses Thema. Ulrich Kromer von Baerle, Geschäftsführer der Messe Stuttgart, erläutert Chefredakteur Hajo Stotz, warum sich der Besuch lohnt.
SCOPE: Herr Kromer, die Besucherzahlen der Lasys bewegten sich 2012 und 2014 auf relativ niedrigem Niveau, obwohl die Technologie ein wachsendes Interesse erfährt. Geht die Messe das Thema nicht interessant genug an?
Ulrich Kromer: Fachliches Interesse von der Besucherzahl abzuleiten, ist ein Trugschluss. Denn Rekord-Besucherzahlen helfen Ausstellern nicht, wenn die Besucher nicht zu ihren Zielen passen. Die Besucher der Lasys kommen zu 81 Prozent aus den Anwenderindustrien und sind zu 86 Prozent in Einkaufs- und Beschaffungsentscheidungen involviert. 77 Prozent haben konkrete Investitions- und Kaufabsichten. Diese Struktur spiegelt die Zielgruppe unserer Aussteller exakt wider. Angesichts dessen sind 5.500 Besucher, die 2014 zur Lasys kamen, ein Beleg für ausgesprochen großes fachliches Interesse – auf hohem Niveau.
SCOPE: Die Messe Laser in München legt ebenfalls einen Schwerpunkt auf das Thema Laser in der Fertigung. Wie grenzt sich die Lasys davon ab?
Kromer: Wie Sie sagen, ist das Thema ein Schwerpunkt in München. Die Lasys hingegen hat sich von Anfang an ausschließlich auf den Einsatz des Lasers in der Fertigung fokussiert. Hinzu kommt die Attraktivität des Messestandorts Stuttgart mit einer Vielzahl wichtiger Fertigungsbranchen „direkt vor der Haustür“. Die Lasys befindet sich somit mitten im Markt der Anbieter und Anwender. Mit diesen Eigenschaften hat sich die Lasys international als attraktiver Treffpunkt für Entscheider in der Fertigung etabliert.
SCOPE: Das Trendthema 3D-Druck wird nicht als Angebotsschwerpunkt der Lasys ausgewiesen. Wieso grenzen Sie gerade ein so besucherstarkes Thema aus?
Kromer: Dass Additive Manufacturing nicht als gesonderter Angebotsschwerpunkt ausgewiesen ist, bedeutet keine Ausgrenzung, sondern Integration: Die Lasys als internationale Fachmesse für Laser-Materialbearbeitung bildet das gesamte Anwendungsspektrum des Lasers in der Fertigung ab. Unter dieser Maßgabe ist Additive Manufacturing auch 2016 ein bedeutendes Anwendungsfeld. Namhafte Aussteller, wie Coherent und Trumpf, zeigen ihre Kompetenz auf diesem Gebiet.
SCOPE: Auch andere Branchenmessen decken das Thema Laser ab. Allein in Stuttgart zum Beispiel die AMB und die Moulding Expo. Wie platzieren Sie in diesem Konzert die Lasys?
Kromer: Die Region Stuttgart ist eines der bedeutendsten Industriezentren weltweit. Und das spiegeln unsere Messen, mit denen wir Hightech-Themen erfolgreich zu den unterschiedlichsten Zielgruppen und in verschiedene Branchensegmente transportieren: Während die AMB und die Moulding Expo jeweils bestimmte Branchen adressieren, strahlt die Lasys mit ihrem Fokus auf Systemlösungen in der Laser-Materialbearbeitung branchenübergreifend auf verschiedenste Fertigungsindustrien aus. Insgesamt bringen wir mit unseren Industriemessen jährlich 100.000 Fachbesucher mit internationalen Marktführern zusammen.
SCOPE: Zeitgleich zur Lasys finden auf dem Stuttgarter Messegelände etliche weitere Messen statt, unter anderem für den Automotive-Bereich, Oberflächen und industrielle Teilereinigung. Kann der Besucher mit einer Eintrittskarte alle Messen besuchen?
Kromer: Selbstverständlich. Die bewährte Kombination aus Lasys, den Stuttgarter Lasertagen und den parallel stattfindenden Veranstaltungen bietet Ausstellern wie Besuchern, besonders aus dem Automotive-Bereich, größtmöglichen Mehrwert.









