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Artikel und Hintergründe zum Thema

Mensch-Maschine-Interaktion

Mit Blicken und Gesten steuern

Wissenschaftler vom Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) gGmbH haben eine Software entwickelt, mit der sich Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) intuitiv steuern lassen. Alles, was dafür nötig ist, ist eine AR-Brille.

Der Logistikmitarbeiter setzt sich zur Fahrzeugsteuerung die AR-Brille auf und kann sich anschließend einen dreidimensionalen Joystick einblenden lassen. © iph

Fahrerlose Fahrzeuge manuell steuern – das klingt zunächst nach einem Widerspruch. Denn eigentlich sind FTS dafür gemacht, Waren ohne menschliches Zutun zu bewegen, beispielsweise vom Lager in die Produktion oder von einem Montagearbeitsplatz zum nächsten. Die Fahrzeuge bewegen sich üblicherweise auf festen Routen durch die Fabrik und erledigen vollautomatisch die immer gleichen Aufgaben. Doch wie bei jedem technischen System treten auch bei FTS gelegentlich Störungen auf. Beispielsweise, wenn ein Hindernis den Weg blockiert und das Fahrzeug dieses Hindernis nicht umfahren kann, ohne seine vorgegebene Route zu verlassen. Die meisten FTS bleiben dann stehen, bis das Hindernis beseitigt ist – oder bis sie manuell um das Hindernis herum gesteuert werden.

Um Fahrzeuge jederzeit steuern zu können – ohne spezielle Ausbildung, ohne IT-Kenntnisse und ohne Eingriff in die Leitsteuerung – haben Wissenschaftler am IPH im Forschungsprojekt MobiMMI ein intuitives und mobiles System zur Mensch-Maschine-Interaktion entwickelt. Am Demonstrator ist von außen betrachtet nur eine handelsübliche AR-Brille auffallend; das Besondere ist die Software, in die zwei Jahre Forschungs- und Entwicklungsarbeit geflossen sind. Mit ihr lassen sich FTS mobil und intuitiv steuern. Mobil heißt, dass der Mitarbeiter irgendwo in der Fabrik in Sichtweite des Fahrzeugs stehen kann statt weit entfernt an einem Computer zu sitzen. Intuitiv heißt, dass der Mitarbeiter mit den Fahrzeugen so kommuniziert, wie Menschen das eben tun: über Blickkontakt, Sprache und Gesten.

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Der Logistikmitarbeiter setzt sich dafür einfach die AR-Brille auf und kann sich anschließend einen dreidimensionalen Joystick einblenden lassen. Damit steuert er das Fahrzeug mit wenigen Handbewegungen beispielsweise um Hindernisse herum oder zu Stationen, die nicht einprogrammiert sind, etwa bei chaotisch abgestellten Lieferungen im Wareneingang. Auch bei außerroutinemäßigen Transportaufträgen kann eine manuelle Steuerung sinnvoll sein.

Alternativ zur Gestensteuerung kann der Mitarbeiter auch die Sprachsteuerung aktivieren, einzelne FTF beziehungsweise AGV auswählen und ein Fahrtziel vorgeben, beispielsweise: „AGV 3, go to station 5.“ Die Sprachsteuerung eignet sich für außerplanmäßige Transportaufträge. Normalerweise arbeiten FTF einen programmierten Auftrag nach dem anderen ab. Falls etwas Dringliches zu erledigen ist, muss bisher ein qualifizierter Mitarbeiter über die Leitsteuerung eingreifen und den Auftrag vorziehen. Dank der Software, die in der Datenbrille steckt, geht das mit dem MobiMMI-System auf Zuruf. 

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