Steuerungssystem

Andreas Mühlbauer,

Vom Engineering bis zur Hardware

Mit i³ Control hat Yaskawa im Frühjahr eine komplett neue Automation-Plattform erstmals vorgestellt. Jetzt launcht das Unternehmen offiziell die ersten Produkte. Das Besondere dieses Ökosystems: Es bildet eine technisch aufeinander abgestimmte Gesamtlösung für industriespezifische Steuerungen – von der Engineering-Software über die Controller-Hardware bis hin zur integrierten Chip-Technologie. Und perspektivisch auch darüber hinaus.

Das erste Hardwareprodukt unter dem Dach der neuen Yaskawa-Plattform i³ Control: die Maschinensteuerung iC9212M-EC mit EtherCAT und synchroner Ansteuerung von bis zu 16 Achsen. © Yaskawa

Als ersten Vorgriff auf das kontinuierlich wachsende i³ Control-Portfolio erleben nun zunächst die speziell dafür entwickelte Software-Umgebung – i³ Engineer – sowie die erste Maschinensteuerung dieser neuen Plattform – die iC9200 Reihe – ihre Weltpremiere. Die Markteinführung ist ab Anfang 2023 geplant.

Software-Umgebung i³ Engineer

Die Engineering-Software i³ Engineer erschließt die gesamte Plattform, die sich durch Offenheit, Flexibilität und Skalierbarkeit auf Grundlage eines Linux-basierten Betriebssystems auszeichnet. Programmiersprachen gemäß IEC61131-3 und PLCopen Funktionsblöcke werden ebenso unterstützt wie die Skriptsprachen C#, C++, Python oder Matlab Simulink. Dadurch ergeben sich
ganz neue Möglichkeiten bei der Entwicklung individueller Applikationen, auch in weltweiten Teams.

Zugleich ist die Software passgenau auf den jeweiligen Leistungsumfang der Yaskawa-Komponenten ausgelegt. Das bedeutet: Die Software führt den Anwender stets einfach und zuverlässig zur optimalen Lösung für maximale Performance, ohne dass dieser die entsprechenden Produkte dafür im Detail kennen muss.

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Maschinensteuerung iC9212M-FSoE mit Safety

Im nächsten Schritt wird die Steuerung iC9212M-FSoE mit Safety integrated eingeführt. Sie ist standardmäßig verfügbar mit EtherCAT Master. Profinet Device und Control sind optional verfügbar und können einfach über einen Lizenz-Key aktiviert werden. Über einen OPC UA Server lassen sich HMIs anbinden. Zudem nutzt die iC9200-Reihe die Baugruppen des bewährten Systems SLIO als E/A-Plattform. Damit ist dieser Steuerung von Anfang an voll einsetzbar.

Das Herzstück der neuen Controller bildet der profichip Triton von Yaskawa. Der speziell für Industrieanwendungen konzipierte Prozessor auf VxWorks-Basis ist mit seinen drei individuell zuschaltbaren Kernen hervorragend für die schnelle Verarbeitung von anspruchsvollen Motion-Abläufen geeignet.

Dabei verbindet der profichip Triton seinen starken Multikern-Prozessor mit industrieller Gigabit-fähiger Ethernet-Kommunikation und einem schnellen, zuverlässigen Rückwandbussystem. Er bietet damit eine zukunftsfähige, flexibel skalierbare Lösung für maßgeschneiderte Systeme bei niedrigen
Gesamtbetriebskosten.

Gesamtsystem für Motion Control und Automatisierung

i³ Control ist als modernes Motionkonzept ausgelegt und wird nun schrittweise zu einem umfassenden Gesamtsystem für Motion und Automatisierung ausgebaut. So sind ab jetzt die iC9212M-EC Maschinensteuerungen für eine synchrone Ansteuerung von bis zu 16 Servoachsen verfügbar. Eine Robotikintegration wird es ab Frühjahr 2023 geben. Die Safety-Variante wird im
Sommer 2023 folgen.

Das Ziel ist eine durchgängige Plattform, über die der Maschinenbauer auf sämtliche Funktionen – von der Frequenzumrichteransteuerung über Motion Control und Safety bis zu Roboterprogrammierung und -steuerung – in der gleichen Umgebung zugreifen kann.

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