Kann hitchBOT den Menschen vertrauen?
Ein Roboter trampt durch Deutschland
Zur Einstimmung auf seinen Deutschlandbesuch hat Roboter hitchBOT am Freitag das Hofbräuhaus in München besucht. Die Münchner haben ihn direkt ins Herz geschlossen und mit ihm auf seine Reise angestoßen.
Zudem kann er sich nun über einen kleinen Maßkrug freuen, den er an einem blau-weißen Band um den „Hals“ trägt.
Am Abend wurde es ernst: Der Roboter startete seinen Tramp-Trip durch Deutschland, der ihn bis 22. Februar durch die Bundesrepublik führt. Zuerst war er noch live zu Gast im „Galileo“-Studio (19:05 Uhr, ProSieben), anschließend wartete er an der A96 Richtung Lindau auf seine erste Mitfahrgelegenheit. Seine erste Challenge sollte hitchBOT nämlich zum Schloss Neuschwanstein führen.
Weiter soll er während dieser zehn Tage die Zugspitze erklimmen, ein Selfie mit einem Weltmeister machen und auf einem Karnevalswagen beim Kölner Rosenmontagszug mitfahren.
Man sieht hitchBOT nicht an, wie kommunikationsfähig er ist: Mülltonnendeckel und Kuchenform als Kopf, Bierfass und Kindersitz als Körper. Die Arme und Beine aus Kupferrohr, Schwimmnudeln, Gummihandschuhen und Gummistiefeln zusammengesetzt. Aber der Roboter kann auf Fragen antworten und von sich aus eine Unterhaltung beginnen. Außerdem kennt hitchBOT seinen Standort und kann seine Gesprächspartner mit Wissen über die Sehenswürdigkeiten der Gegend beeindrucken.
Diese Fähigkeiten hat die Maschine ihrer Erfinderin Frauke Zeller (Ryerson University, Toronto) zu verdanken. Die in Kanada lebende Deutsche erfand ihn gemeinsam mit ihrem Kollegen David Harris Smith (McMaster Universität, Hamilton). Im Sommer 2014 trampte hitchBOT durch Kanada - und löste einen weltweiten Hype aus. Frauke Zeller: "Wir wollten die Frage, die normalerweise gestellt wird - ,Können Menschen Robotern vertrauen' - umdrehen und stattdessen fragen ,Kann ein Roboter den Menschen vertrauen'. Dabei wollten wir sehen, ob und wie Menschen sich auf Roboter einlassen wenn sie die Wahl haben. Sie könnten hitchBOT ja auch einfach am Straßenrand stehenlassen und nicht helfen. Ein weiteres Ziel war zu sehen, was die Menschen mit dem Roboter machen, ob sie ihn mit nach Hause nehmen würden, ihn personalisieren, oder doch eher nur als ein unpersönliches Objekt behandeln."
Jeder ist herzlich eingeladen, den reiselustigen Roboter ein Stückchen mitzunehmen und ihm so beim Erfüllen seiner Aufgaben zu helfen.
Am 22. Februar wird der reiselustige Roboter wieder in München erwartet. hs









