RoboCup 2016

Das sind die Gewinner

Beim 20. RoboCup vereinten sich wissenschaftliche Höchstleistungen mit der puren Begeisterung von Teilnehmern aus aller Welt. Die Weltmeisterschaft der intelligenten Roboter begeisterte rund 35.000 Teilnehmer und Besucher auf dem Leipziger Messegelände. In 17 Disziplinen zeigten Roboter und ihre kreativen Entwickler, was Robotik heute schon leisten kann. Hier geht es zu den Gewinnern.

Mehr als 1.200 Roboter traten beim diesjährigen Robocup in den Disziplinen Fußball, Pflege/Service, Rettung und Industrie sowie den Junior-Ligen gegeneinander an. Im Bild: Teilnehmer des RoboCup in der Standard Platform League (RoboCup Soccer) Foto: Leipziger Messe / Tom Schulze

Zum RoboCup 2016 kamen 3.500 Teilnehmer aus über 45 Ländern und Regionen. Mit im Gepäck hatten sie über 1.200 Roboter, die in den Disziplinen Fußball, Pflege/Service, Rettung und Industrie sowie den Junior-Ligen gegeneinander antraten. Von der ersten bis zur letzten Minute fieberten die Teilnehmer mit ihren autonom agierenden Robotern und feuerten einander an.

Folgende Teams konnten sich in den Wettbewerben durchsetzen:

RoboCup Major: Soccer (Fußball)

  • Standard Platform League: B-Human, Universität Bremen, Bremen
  • Small Size League: MRL, Islamic Azad University of Qazvin, Qazvin
  • Middle Size League: Finale: Water, Beijing Information Science & Technology University, Beijing vs. Tech United Eindhoven, Eindhoven University of Technology, Eindhoven
  • Humonoid Kid Size: Rhoban Football Club, University of Bordeaux 1, Talence
  • Humanoid Teen Size: NimbRo TeenSize, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Bonn
  • Humanoid Adult Size: Baset Adult-Size, Baset Pazhuh Tehran Co., Tehran
  • Simulation 2D: Gliders2016, University of Sydney, Sydney
  • Simulation 3D: UT Austin Villa, University of Texas at Austin, Austin
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RoboCup Major: Rescue (Rettung)

  • Rescue Robot League: iRAP ROBOT, King Mongkut’s University of Technology North Bangkok, Bangkok
  • Rescue Simulation Agent: MRL, Islamic Azad University of Qazvin, Qazvin
  • Rescue Simulation Virtual Robot: Yıldız, Yıldız Teknik Üniversitesi, Istanbul

RoboCup Major: Home (Pflege/Service)

  • RoboCup@Home: ToBI, Universität Bielefeld, Bielefeld

RoboCup Major: Industrial (Industrie)

  • RoboCup@Work: LUHBots, Leibniz Universität Hannover, Hannover
  • RoboCup Logistics: Carologistics, FH Aachen, Aachen

Hinter dem RoboCup steht eine weltweite Community aus Zehntausenden Mitgliedern. Diese verfolgt eine spannende Vision: Im Jahr 2050 möchte ein Team aus autonom agierenden Robotern gegen den amtierenden FIFA-Weltmeister antreten – und gewinnen. Auch wenn dieses Ziel aktuell noch visionär scheint, so konnten auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Erfolge in den einzelnen Ligen verbucht werden, die den stetigen Fortschritt belegen.

So stellten sich gleich mehrere Ligen der neuen Herausforderung, ihre Wettkämpfe unter Outdoor-Bedingungen stattfinden zu lassen. In der Soccer Standard Platform wurde ein eigenes Turnier unter stark schwankenden natürlichen Beleuchtungsbedingungen und auf Kunstrasen erfolgreich durchgeführt. Auch Middle Size Soccer setzte unter diesen schwierigen Bedingungen eine Technical Challenge erfolgreich um. Zwei weitere Neuerungen begeisterten in der Kategorie Soccer: In der Humanoid League kamen Kunstrasen sowie echte Fußbälle zum Einsatz. In der Small Size Soccer wurden drei Arten automatischer Schiedsrichtersoftware erstmals eingesetzt. Sie bewerten erfolgreich Fußballspiele mit 22 Spielern.

Ein Wettbewerb unter Outdoor-Bedingungen wurde auch in der Rescue Robot League umgesetzt. Roboter mussten Opfer aus Gefahrenbereichen lokalisieren und bergen sowie Material in diese transportieren. Einer weiteren technischen Prüfung stellten sich in dieser Liga erstmals Flugroboter. Zudem meisterten humanoide Roboter neue Aufgaben wie das Öffnen von Türen, das Schließen von Ventilen oder die Nutzung von Werkzeugen.

Eine spannende Neuerung zeigte sich auch in den Ligen RoboCup@Work und RoboCup Logistics. Diese wurden erstmals unter RoboCup Industrial zusammengeführt, ein gemeinsamer Wettbewerb mit mobilen Robotern verdeutlichte wesentliche Entwicklungen für die Industrie 4.0.

Toyota und SoftBank Robotics stellen Roboter für künftige RoboCup@Home Standard-Plattform-Ligen

Hunderte Fachbesucher verfolgten die Unternehmenspräsentationen des RoboCup@Home-Call am Freitag. Zum RoboCup 2017 werden zwei neue Standard Plattformen in dieser Disziplin eingeführt. Sind im bisherigen Wettbewerb Hard- und Software frei wählbar, sind in diesen Ligen künftig bestimmte Roboter vorgeschrieben. Sechs renommierte Technologieunternehmen stellten ihre dafür geeigneten Roboter und deren Vorteile vor. „Die Präsentationen der Unternehmen waren ausnahmslos beeindruckend und die Entscheidung ist der RoboCup Federation nicht leichtgefallen“, so Prof. Oskar von Stryk, Associated Chair des RoboCup 2016. „Wir freuen uns bekanntzugeben, dass Toyota und SoftBank Robotics ab dem kommenden Jahr die Roboter für die RoboCup@Home Standard-Plattform-Ligen stellen werden.“

Team Delft gewinnt in beiden Kategorien die Amazon Picking Challenge

Erstmals fand parallel zum RoboCup die Amazon Picking Challenge statt. 16 Teams aus aller Welt stellten sich der Aufgabe, innerhalb kürzester Zeit zwölf sehr unterschiedliche Gegenstände aus einem Regal zu greifen und sicher abzulegen. Sowohl in der Kategorie Stow (Verstauen) als auch in der Kategorie Pick (Greifen) setze sich das Team Delft aus den Niederlanden am Freitag und Samstag in überzeugender Weise gegen die Gegner durch.

Umfangreiches Fachprogramm

Zum wissenschaftlichen Austausch lud auch das umfangreiche Rahmenprogramm des RoboCup ein. Bei den über zehn begleitenden Fachveranstaltungen, darunter den DGR Days, dem 9. IFAC Symposium oder dem Flower Robotics Seminar, fanden rege Diskussionen zu aktuellen Forschungsständen statt. Mit dem morgigen RoboCup Symposium schließt die Weltmeisterschaft der intelligenten Roboter.

RoboCamp sorgt für neue Nachwuchswissenschaftler

Ganz unruhig rutschten die Kinder und Jugendlichen des RoboCamp bei der Eröffnung auf ihren Stühlen umher. Die Vorfreude auf den bevorstehenden Ferienworkshop war riesengroß und so konnten die Nachwuchswissenschaftler den Startschuss kaum erwarten. Drei Tage tüftelten 160 Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern im RoboCamp an ihrem ersten eigenen Roboter und ließen diesen erfolgreich in ersten Wettbewerben antreten. „Die eifrige Arbeit im RoboCamp zeigt, wie faszinierend die MINT-Themen für Kinder und Jugendliche sind“, sagt Markus Geisenberger. „Ich freue mich, dass wir mit der IHK zu Leipzig diesen Workshop umsetzen konnten. Sicherlich haben wir hier den Grundstein für die ein oder andere Ingenieurs-Karriere gelegt.“

Von Roboterfreunden und Haushaltshelfern: Ausstellung mit Zukunftsvision

Hello. I can see you! – Mit freundlichen Worten begeisterte der Roboter Pepper des Unternehmens SoftBank Robotics zahlreiche Besucher. Dort sowie an rund 60 Ausstellungsständen präsentierten Marktführer wie Siemens, KUKA, Festo, Schenker, Tuxedo oder noDNA spannende Exponate. „Die Ausstellung ist eine ideale Ergänzung zu den Wettbewerben“, so Professor Gerhard Kraetzschmar. „Der spielerische Ansatz der Wettkämpfe wird hier durch eine klare Anwendung fortgeführt und macht die Zukunftsvision der Robotik greifbar.“ Zukunft lag auch im Fokus der Recruiting-Ausstellung. Diese brachte am 1. und 2. Juli potenzielle Arbeitnehmer mit Arbeitgebern der Robotikbranche im Congress Center Leipzig zusammen.

RoboCup 2017 in Japan

Der 21. RoboCup findet vom 25. bis 31. Juli 2017 in Nagoya, Japan, statt. kf

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