Software
„V6 und Cloud sind bereits Realität“
CCR: Bernard Charlès hat als CEO von Dassault Systèmes (DS) im letzten Jahr sowohl auf der SolidWorks World als auch beim European Customer Forum in Paris eine Fülle neuer Produkte angekündigt. Als Verantwortlicher für das Product Management bei SolidWorks wissen Sie bestimmt mehr hierzu?
Hiss: (lacht) Das sollte man annehmen. Leider unterliegen wir bei solchen Ankündigungen strengen Regeln, da DS börsennotiert ist und alles weltweit koordiniert werden muss.
CCR: Dann der Reihe nach: Welche neuen Produkte gibt es auf Basis der Enovia-V6-Technologie?
Hiss: In Zukunft werden sowohl Lösungen für mobile Computer, das Cloud Computing sowie CAD- und PDM-Anwendungen auf dem ‚V6-Backbone‘ aufsetzen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die neue Online-Kollaborationsplattform ‚N!fuze‘. Mit ihr können kleine Konstruktionsteams über Unternehmens- und Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten. Ähnliche Funktionalitäten bot bereits die Lösung ‚SolidWorks Product Data Sharing‘, das neue Produkt basiert nun auf Enovia V6. Es handelt sich hierbei aber um keine reine PDM-Lösung. Enterprise PDM wird weiterhin die SolidWorks-Lösung für das Datenmanagement bleiben. Die nächste Generation wird allerdings auf der V6-Technik aufbauen. Unsere Kunden werden dann von einer absoluten Kompatibilität innerhalb der DS-Familie profitieren.
CCR: Welche der angekündigten Cloud-Lösungen wurden bereits umgesetzt?
Hiss: Die erste reine Cloud-Anwendung, die übrigens ebenfalls die V6-Technik nutzt, ist ein CAD-Programm für den Architekturmarkt. Wie Sie wissen, hatten wir bislang keine AEC-Software verfügbar. ‚Live Buildings‘ ist eine 3D-CAD-Software für den Konzeptentwurf und die Kostenberechnung von Projekten im Architekturbereich. Es besteht die Möglichkeit, mit der Zeichnungslösung DraftSight Daten auszutauschen. Wir werden hiermit eine Alternative zu den Autodesk-Anwendungen bieten. Auch in preislicher Hinsicht, denn die Software ist ausschließlich als kostenpflichtiger Clouddienst nutzbar und wird mit 70 Euro pro Nutzer pro Monat berechnet.
CCR: Nachdem auf der SolidWorks World in San Antonio auch Anwendungen für mobile Geräte gezeigt wurden, stellt sich – wieder einmal – die Frage, ob Windows die einzige Betriebssystemplattform für SolidWorks bleibt? Immerhin wurde mit der Portierung auf das iPad ja schon der erste Schritt getan …
Hiss: Windows ist unsere Hauptplattform. Zum einen werden wir immer auch lokale Installationen unserer Software anbieten – das haben wir unseren Kunden zugesichert – zum anderen arbeiten Millionen Menschen rund um den Globus mit Windows. Für die nächste Generation von SolidWorks-Produkten schließen wir aber nicht aus, dass auch andere Plattformen bedient werden.
CCR: Sprechen Sie von Linux oder anderen Derivaten?
Hiss: (lacht) Das schließe ich nicht aus.
Interview: Stefan Graf, CAD-CAM Report
SolidWorks Deutschland GmbH, Haar Tel. 089/6129560, http://www.solidworks.de








