Interview mit Harald Behnstedt von ICP Deutschland
Green IT: IT-Produkte grüner machen
Harald Behnstedt, Geschäftsführer des Distributors ICP Deutschland, spricht im Interview über die Unternehmensstrategie "Green IT" und was sein Unternehmen tut, um in vielen Bereichen nachhaltiger zu werden.
Was versteht ICP unter "Green IT"?
Green IT erstreckt sich auf energiesparende Computersysteme sowie Umweltprodukte und ein Bewusstsein für Mensch und Natur. Green IT bezieht sich nicht nur auf unsere Industrie-Computer, sondern auch auf eine verantwortungsvolle Lieferkette, Umweltschutz und -politik. Wir müssen uns die gesamten Prozesse anschauen, wobei uns wichtig ist, immer wieder die Perspektive zu wechseln und die Interessen unserer Kunden, Partner und Lieferanten im Blick zu haben. Wir stellen dann alles auf den Prüfstand, um zu neuen Wahrnehmungen zu gelangen und daraus Schlüsse zu ziehen.
Wie stellen Sie sich mit ICP für die Zukunft auf?
In diesen volatilen Zeiten ist es für uns wichtig, unsere Weichen auf Zukunft zu stellen. Es ist unser Wunsch, uns in der Firma und mit unseren IT-Leistungen und -Services "grüner" aufzustellen. Das beinhaltet auch eine "grünere" Gestaltung unserer Industrie-PCs. Schritt für Schritt möchten wir neue Green-IT-Maßstäbe vorantreiben und entwickeln. Dabei geht es um alle Themen rund um die Vermeidung von Emissionen, längere Produktzyklen und auch um die Verwertung sowie weiterführend um die Kohlenstoffdioxid-Kompensation. Ein Weg ist beispielsweise, die Beschaffung der Industrie-Computer nicht auftragsbezogen abzuwickeln, sondern gebündelt, um die Anzahl der Frachttransporte per Flugzeug zu optimieren und diese nach Möglichkeit künftig auf die Schiene zu verlagern.
Was bedeutet "grüner werden" für Ihr Unternehmen?
Für unsere internen Prozesse haben wir schon einiges angestoßen und sind dabei, viele kleine Schritte umzusetzen, wie beispielsweise möglichst digital und papierlos zu arbeiten, das mobile Arbeiten zu fördern und weniger Dienstreisen zu tätigen. Zudem bieten wir mit JobRad Leasing-Diensträder für unser Team an.
Wie sehen bei Ihnen "grüne" Industrie-Computer aus?
Unsere Green-IT-Produkte zeichnen sich durch viele kleine und große durchdachte Features aus. Beispielsweise verfügen sie über ein angepasstes Bios sowie adaptierte Netzteile. Software- und Bios-seitig werden Stromsparmodi aktiviert und Stromversorgungen mit einer sehr hohen Effizienz eingesetzt, sodass die fertigen Computer besonders energieeffizient sind. Um auch beim Transport Kohlenstoffdioxid einzusparen, beziehen wir unsere Komponenten in großen Stückzahlen per Seefracht, assemblieren diese vor und lagern die fertigen Systeme ein. So sind diese schnell verfügbar.
Der Klimawandel hat Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, auf globale Lieferketten, Ressourcenverfügbarkeit. In welcher Form gehen Sie diese Themen an?
Kohlenstoffdioxid-Einsparung steht bei uns an erster Stelle. Daher haben wir geprüft, an welchen konkreten Stellschrauben wir nachhaltig Änderungen durchführen und zum Schutz des Klimas beitragen können. Zunächst standen für uns die Themen Verpackung und Versand unserer Hardware-Komponenten an. Wir stellen nach und nach auf umweltfreundliche, ökologische Verpackungsmaterialien von zertifizierten Herstellern um und versenden klimaneutral.
Wie analysieren Sie den Kohenstoffdioxid-Abdruck Ihres Unternehmens?
Einer von vielen Punkten, die wir verfolgen, ist die Reduktion unseres Kohlenstoffdioxid-Fußabdrucks. Wir erfassen diesen, um zu erkennen, in welchen Bereichen wir direkt oder indirekt Kohlenstoffdioxid einsparen können. Wichtig ist es mir, diese Maßnahmen schnell umzusetzen, wo immer sie sinnvoll und umsetzbar sind. Zum aktuellen Stand kennen wir die Werte, die im Scope 1 und 2 erfasst werden. An den schwerer zu erfassenden Daten in Scope 3 arbeiten wir derzeit.









