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Artikel und Hintergründe zum Thema

Sortieranlage

Daniel Schilling,

Clevere Sortierhilfe

Das Entnehmen lasergeschnittener Teile ist zeitaufwendig. Ein neues System unterstützt die Anwender eines Familienunternehmens beim Absortieren und trägt dazu bei, die Fehlerquote zu senken und die Produktivität zu steigern.

Ein neues System unterstützt die Anwender eines Familienunternehmens beim Absortieren und trägt dazu bei, die Fehlerquote zu senken und die Produktivität zu steigern. © Trumpf

Tobias Rolf, Geschäftsführer von Rolf Lasertechnik, ist stets offen für neue Lösungen, die sein Unternehmen voranbringen. Dabei ist er durchaus kritisch. Nicht alles, was Vorteile verspricht, passt für ihn ins Konzept. Als er bei einem Besuch in Ditzingen erstmals einen Prototyp des Sorting Guide im Einsatz sieht, ist er aber sofort begeistert: „Wir haben uns schon lange über das zeitintensive Absortieren von lasergeschnittenen Teilen Gedanken gemacht. Das ist ein echter Flaschenhals in der Produktion. Als Trumpf uns anbot, das System zu testen, haben wir sofort zugegriffen.“

Das Familienunternehmen Rolf Lasertechnik mit Sitz im nordrhein-westfälischen Lotte hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2005 zu einem erfolgreichen Lohndienstleister entwickelt. Seit 2008 teilen sich Tobias Rolf und seine Mutter Susanne die Geschäftsführung des Unternehmens. Auf einer 3.500 Quadratmeter großen Produktionsfläche mit hochmodernen Maschinen fertigen 40 Mitarbeiter im Dreischichtbetrieb über 1.100 Kundenaufträge pro Monat.

Über ein Online-Portal, aber auch direkt beim Verkaufsteam, können die derzeit rund 600 Kunden ihre Bestellungen aufgeben. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Branchen – vom Landmaschinenbau über den Maschinenbau bis hin zum Stahlbau. Aber auch Privatkunden, die ein Teil für ihren Gartenzaun benötigen, werden bei Rolf Lasertechnik bedient. Sie schätzen die lösungsorientierte, partnerschaftliche Zusammenarbeit, die hohen Qualitätsstandards und die schnellen Lieferzeiten, die das Unternehmen auszeichnen.

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So vielfältig die Kunden, so hoch sei auch die Teilevarianz, erklärt Tobias Rolf: „Wir haben 516 verschiedene Blechsorten auf Lager und produzieren im Schnitt 2.500 verschiedene Laserzuschnitte in der Woche. Vom Einzelstück bis zu solchen mit bis zu 200 verschiedenen Positionen ist bei unseren Kundenaufträgen alles dabei.“

Schnell geschnitten, aufwendig absortiert

Um das Rohmaterial effizient zu nutzen und Kosten zu sparen, setzt Tobias Rolf auf das Know-how von fünf erfahrenen Programmierern. Er erklärt: „Das ist viel Personal im Verhältnis zu den fünf Lasermaschinen, mit denen wir arbeiten, aber der Einsatz lohnt sich für uns.“

Auf den Blechtafeln verschachteln die Programmierer bis zu 20 verschiedene Kundenaufträge mit bis zu 60 unterschiedlichen Bauteilen. Dabei achten sie zwar darauf, dass die Verschachtelungen möglichst strukturiert sind, dennoch kommen die Maschinenbediener beim Absortieren der fertig geschnittenen Teile häufig ganz schön ins Schwitzen. Um die Teileentnahme zu vereinfachen, druckten die Programmierer bisher die Ansichten aus dem Verschachtelungsprogramm aus und kennzeichneten die zu einem Auftrag gehörenden Teile mit farbigen Textmarkern. „Der Zeitaufwand dieser Vorbereitung war immens, und trotzdem mussten wir mit einer gewissen Fehlerquote rechnen“, sagt Rolf und ergänzt schmunzelnd: „Schließlich stehen da Menschen an der Maschine.“

Assistenzsystem erleichtert die Arbeit

Diesen Menschen macht der Sorting Guide von Trumpf das Leben nun um einiges einfacher. Im Testbetrieb wurde das kamerabasierte Assistenzsystem zunächst auf einer TruLaser-5040-fiber-Bestandsmaschine installiert. Der Sorting Guide besteht aus einer hochauflösenden Kamera, einem großen Bildschirm sowie einer Software zur Bilderkennung. Auf dem Bildschirm sieht der Bediener eine Abbildung der Blechtafel, auf der alle zueinander gehörenden Teile in jeweils einer Farbe markiert sind.

Sobald er das erste Teil entnommen hat, erkennt die Kamera, um welches es sich handelt, und der Sorting Guide zeigt nur noch die Teile farbig an, die zu dem entnommenen Teil passen. Damit erhält der Bediener eine Absortierempfehlung.

Darüber hinaus geht die Information, welche Teile entnommen werden, an die Fertigungssteuerung TruTops Fab, wo sie bis zum Ende des Absortiervorgangs zur Verbuchung vorgemerkt werden. Rolf fasst zusammen: „Der Sorting Guide ist einfach zu bedienen, entlastet unsere Mitarbeiter und minimiert die Fehlerquote enorm. Wenn ich von einer Blechtafel ausgehe, auf der mehrere Kundenaufträge platziert sind, beträgt die Arbeitszeitersparnis von der Programmierung über die Entnahmevorbereitung bis hin zum Absortieren rund eine Stunde pro Tag.“ In einem Unternehmen, das auf schnelle Durchlaufzeiten baut, ist das eine Hausnummer.

Neue Maschine mit Sorting Guide

Als Anfang 2021 die Bestellungen bei der Rolf Lasertechnik schlagartig wieder anzogen, zögerte Tobias Rolf nicht und investierte in eine neue TruLaser 5030 fiber mit 6-kW-Laser – natürlich wieder mit Sorting Guide. „Unsere Fertigung läuft heute schon überwiegend papierlos“, erklärt Rolf zufrieden. „Das gilt jetzt endlich auch beim Absortieren. Der Sorting Guide ist für uns einfach in jeder Hinsicht eine perfekte Lösung."

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