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Flexibilität auch zwischen den Rennen
Formel 1 und Flugzeugbau sind zwei Königsdisziplinen der Fertigung. Sie unterscheiden sich zwar im Tempo der Produktentwicklung, fordern aber beide maximale Qualität bei günstigem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer hier bestehen will, muss ganz besondere Ansprüche an sich, die Mitarbeiter und die Produkte stellen – wie Kaiser Werkzeugbau mit seinen inzwischen 50 Mitarbeitern. Die Mehrzahl von ihnen besitzt wie auch Firmengründer Thomas Kaiser einen Meistertitel. Mit viel Liebe zum Detail ist man hier ständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten für Verbesserungen, um aus jedem Prozess das Maximum herausholen. Entscheidend dafür ist auch das gute Zusammenspiel von CAD, CAM, Werkzeug, Material und Maschine. Denn die extrem kurzen Zeitfenster der Formel 1 – zwischen zwei Rennen liegen meist nur 14 Tage – fordern die Teilefertigung heraus, der ‚erste Schuss‘ muss sitzen.
Fertigungsabläufe müssen Thomas Kaiser und sein Team deswegen schon in der Planung so genau wie möglich nachempfinden. Kommt ein Auftrag ins Haus, ist umgehend zu entscheiden, ob sich die Aufgabe in der vorgegebenen Zeit lösen lässt oder nicht. Dabei spielt das CAM-System eine sehr wichtige Rolle. Die innovativen Werkstücke der Formel 1 bewegen sich hinsichtlich Komplexität der Konturen, Toleranzen und Materialien immer an der Grenze des Machbaren.
Da für diese Aufgabenstellung die Möglichkeiten des zuvor genutzten Programmier-Systems nicht mehr ausreichten, suchte Kaiser Werkzeugbau nach einer flexibleren Lösung. Diese fand man mit einer besonders schwierigen Komponente, an der das CAM-Paket Hypermill von Open Mind seine Leistungsfähigkeit demonstrieren konnte. „Das System ist sehr anwenderfreundlich – mit einer verständlichen Bedienerführung, trotz der komplexen Technologie, die alle Freiheitsgrade bietet“, sagt Wolfram Kraft, Leiter der CAM-Abteilung bei Kaiser. Durch die 5-Achs-Simultan-Bearbeitung sind viele komplexe Geometrien überhaupt erst oder mit deutlich geringeren Maschinenlaufzeiten fräsbar.
Beta-Tester sein heißt Mitentwickeln
Deshalb investierte Thomas Kaiser in moderne 5-Achs-Maschinen von Hermle und DMG und nutzt sie möglichst optimal mit den Bearbeitungsstrategien von Hypermill. Über Automatismen wie die vollautomatische Kollisionsvermeidung, Feature-Technologie, Job-Linking oder die Rohteilnachführung sinken die Programmier- und Durchlaufzeiten – bei hoher Prozesssicherheit. Die vollautomatische Berechnung der Werkzeuganstellung bei der 5-Achs-Programmierung nimmt dieser Technologie die Komplexität und macht das Programmieren nach Angaben des Herstellers nicht anspruchsvoller als eine 3D-Bearbeitung. Hypermill ist inzwischen seit drei Jahren im Einsatz und bewährt sich nicht nur bei der 5-Achs-Simultanbearbeitung. Hinsichtlich Oberflächenqualität und Genauigkeit lassen sich die hohen Kundenanforderungen problemlos realisieren, nicht zuletzt wegen des breiten Spektrums verfügbarer Bearbeitungsstrategien und der vielen Optimierungsfunktionen.
Da das Thema CAM bei Kaiser einen so hohen Stellenwert besitzt, arbeitet das Unternehmen auch als Beta-Tester an der Weiterentwicklung der CAM-Software mit. „Die Zeit, die wir in die Beta-Phase investieren, kommt uns nachher wieder zugute“, erläutert dies Geschäftsführer Thomas Kaiser. Auf diese Weise könne man eigene Anforderungen aus dem Fertigungs-Alltag einbringen und sich an der praxisorientierten Weiterentwicklung beteiligen. Um die vielfältigen Möglichkeiten eines so umfassenden CAM-Systems wie Hypermill gut zu beherrschen, ist eine entsprechende Einarbeitung und Schulung erforderlich. Dafür bietet Hersteller Open Mind ein entsprechendes Schulungsprogramm mit Basis- und Aufbauschulungen in der Zentrale sowie individuellen Workshops vor Ort an. Hinzu kommt das Support-Team, das Kunden mit Wartungsverträgen Unterstützung bietet.
Als Zulieferer im Motorsport, insbesondere in der Formel 1, hat sich Kaiser Werkzeugbau bereits einen festen Platz erarbeitet. Darüber hinaus will das Unternehmen sein Engagement in der Luftfahrtindustrie weiter ausbauen. Fertigungs-Know-how, Präzision und die Flexibilität bieten die Voraussetzungen, um technologisch anspruchsvolle Teile zuverlässig und schnell umzusetzen. Als drittes Standbein will man zudem in den nächsten zwei Jahren ein eigenes Produkt entwickeln. -co-
Kaiser Werkzeugbau GmbH, Helferskirchen Tel. 02626/9243-0, http://www.kaiser-wzb.de
Open Mind Technologies AG, Weßling Tel. 08153/933500, http://www.openmind-tech.com/de








